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DEL

07.10.2020

Deutschlands Eishockey wird wegen Corona zum Sorgenkind

Ex-Panther Christoph Ullmann arbeitet nun als Spielerberater.
Bild: Ulrich Wagner (Archiv)

Plus Ex-Panther Christoph Ullmann sorgt sich um die schwierige Lage der DEL. Die ersten Profis sehen sich nach Alternativen um. Geht es den Spielern weiter an den Geldbeutel?

Offensiv geben sich die Verantwortlichen der Augsburger Panther in einem offenen Brief an die Fans: „Egal, was die nächsten Monate bringen, wir werden weiterkämpfen.“ Lothar Sigl und Martin Horber, die Gesellschafter der Eishockey GmbH, schließen mit der fast schon flehentlichen Bitte: „Wir wollen unser Eishockey zurück!“ Dabei waren es die 14 Klubs der Deutschen Eishockey-Liga selbst, die (nicht einstimmig) beschlossen haben, den Starttermin am 13. November verstreichen zu lassen. Nun ist der 18. Dezember im Gespräch.

Fällt die DEL-Saison komplett ins Wasser?

Doch wieder steigende Infektionszahlen in Deutschland und von der Politik angekündigte Verschärfungen in der Corona-Bekämpfung lassen die Befürchtung wachsen, dass die Spielzeit in der höchsten Deutschen Klasse komplett ins Wasser fällt. Zugleich wächst die Kritik an der Liga. „Ich mache mir schon Sorgen, das ist eine ganz schwierige Phase für das deutsche Eishockey“, sagt Christoph Ullmann. Der Ex-Nationalstürmer und ehemalige Panther-Profi hat in diesem Frühjahr seine Karriere beendet und arbeitet nun als Spielerberater.

Drew LeBlanc wird auch in den kommenden beiden Spielzeiten für die Augsburger Panther auflaufen.
29 Bilder
Der bisherige AEV-Kader für die Saison 2020/21
Bild: Siegfried Kerpf

Die Kritik von Moritz Müller kann der 37-Jährige nachvollziehen. Der Haie-Kapitän hatte moniert, dass man „Klartext, Konzepte und ein finales Datum für die Fans, für uns Spieler, für die Zukunft unseres Eishockeys“ brauche. Ullmann, der inzwischen wieder in Mannheim wohnt, zeigt allerdings auch Verständnis für die Klub-Seite. „Nach meinen Gesprächen mit Mannheims Eishockey-Boss Daniel Hopp und Augsburgs Lothar Sigl kann ich nachvollziehen, dass man sich bei einer nur 20-prozentigen Zuschauerauslastung nicht in dieses finanzielle Abenteuer stürzen will.“

Drew LeBlanc von den Augsburger Panthern für andere Klubs interessant

Inzwischen sehen sich die Topspieler nach Alternativen um. Die Adler verständigten sich mit dem schwedischen Spitzenklub Rögle BK auf ein Leihgeschäft für den US-Amerikaner Ben Smith. In den kommenden sieben Wochen wird der 32-Jährige nach Skandinavien ausgeliehen, da sich ein Kanadier von Rögle BK verletzt hat. Beide Seiten profitieren: Mannheim bekommt zumindest kurzzeitig einen Profi von der Gehaltsliste, Smith erhält Spielpraxis in einer der stärksten Ligen Europas und kann sich für gut dotierte Verträge empfehlen.

Panther-Verteidiger Rogl schließt weitere Gehaltskürzung nicht aus

Der Adler-Angreifer dürfte nicht der letzte DEL-Flüchtling zumindest auf Zeit bleiben. Aus Augsburg werden Spielmacher Drew LeBlanc, Nationalverteidiger Simon Sezemsky oder auch Torwart Olivier Roy als potenzielle Leihspieler gehandelt. „Ich hoffe, dass es im Dezember doch noch in der DEL losgeht. Aber man muss sich auch Gedanken über Alternativen machen“, sagt Jung-Nationalspieler John Rogl aus Augsburg und fügt an: „Allerdings sind die meisten Plätze in den anderen Ligen schon vergeben.“ Der 24-jährige Panther-Verteidiger kann sich auch vorstellen, dass die DEL erneut an der Stellschraube Spielergehälter dreht. Bislang mussten alle DEL-Profis in sogenannten Corona-Klauseln einem möglichen Gehaltsverzicht von 25 Prozent zustimmen. Als die DEL beschloss, den Start in den Dezember zu verschieben, „war einer meiner ersten Gedanken, dass man versuchen wird bei unseren Gehältern noch mal anzusetzen. Aber viel geht da nicht mehr.“

 

Der EHC München verleiht bereits sein Personal und hat Justin Schütz und John Peterka zum Partnerklub nach Salzburg geschickt. Es geht allerdings nicht darum Gehälter einzusparen. Vielmehr sollen die beiden Profis Spielpraxis sammeln. Die Oberbayern sind einer von drei Klubs neben Wolfsburg und Bremerhaven, die offenbar für einen schnellen DEL-Start gestimmt hatten, da der Werbepartner Red Bull das befürchtete Minus in der Kasse ausgleichen würde. Außerdem soll der EHC angeblich den anderen DEL-Klubs angeboten haben, die eigenen U20-Perspektivspieler aus der Red-Bull-Akademie kostenlos für die Saison zur Verfügung zu stellen. Seit sieben Monaten sind die Spieler bereits in der Sommerpause und ein Ende ist nicht in Sicht. „Als Anfang März die Saison abgebrochen wurde, dachte ich nicht, dass uns das so lange begleiten wird. Jetzt sieht es so aus, dass wir noch lange gegen das Virus kämpfen müssen“, fürchtet Nationalspieler Rogl.

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07.10.2020

Was ich hier nicht verstehe ist, wie sieht es denn in den anderen europäischen Ländern aus? Normal haben wir in D. Corona im Vergleich besser im Griff, bzw. weniger Infizierte als in den meisten anderen Ländern. Finden dort überall die Spiele statt oder sind die Vereine da finanziell besser aufgestellt und wenn ja, wieso?

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07.10.2020

Zumindest in der Österreichischen Eishockey Liga scheint der Spieltrieb es zu funktionieren.
Quelle: https://www.ice.hockey/spiele-ergebnisse/tabelle
Ösis haben Immunität "räuspere"

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07.10.2020

In Tschechien scheint es auch zu funktionieren mit dem Spielbetrieb. Quelle: https://www.flashscore.de/eishockey/tschechien/extraliga/tabelle/

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