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Augsburger Panther

24.12.2018

Erster Treffer als Profi: Dieses Derby wird Sternheimer nie vergessen

Der Glücksmoment im Leben eines jungen Eishockey-Profis: Marco Sternheimer (Mitte) jubelt nach seinem Treffer zum 3:1-Zwischenstand gegen Ingolstadt.
Bild: Siegfried Kerpf

Das AEV-Eigengewächs Marco Sternheimer erzielte beim 6:3 der Augsburger gegen Ingolstadt seinen ersten DEL-Treffer. Der Puck bekommt einen besonderen Platz.

So ist es, wenn ein Publikumsliebling das erste Tor seiner Profikarriere schießt. Alle wollen was von einem. Zwar hatte Marco Sternheimer, 20, schon einmal getroffen, ebenfalls gegen Ingolstadt, das aber in der Vorbereitung. Am Sonntagabend ließ das Augsburger Eigengewächs gegen die Oberbayern seinen ersten Pflichtspieltreffer folgen. Dass das Spiel mit einem 6:3 (2:1, 1:0, 3:2)-Erfolg endete, machte die Dramaturgie perfekt. Siege gegen den Rivalen aus Oberbayern schmecken in Schwaben besonders süß.

Sternheimer, der alle Jugendmannschaften des AEV durchlaufen hat, ist der Mann des Abends. Erst ein Interview bei Telekomsport, das die Deutsche Eishockey Liga live überträgt. Dann schnell in die Kabine. Weihnachtsmannmütze auf den Kopf, zurück aufs Eis. Feiern. Auf dem Videowürfel spielt die Regie ein Weihnachtsvideo ein. Panther-Maskottchen Datschi verteilt Geschenke. Hans Detsch etwa bekommt einen Borat-Tanga überreicht und lässt es sich nicht nehmen, diesen Hauch von Nichts vor laufender Kamera anzuziehen. Dann singt die Mannschaft den Evergreen „Kling Glöckchen, Klingelingeling“. Das ganze Stadion singt mit.

Auf den Rängen steht Jürgen Sternheimer und schaut seinem Sohn dabei zu, wie er sich von den Fans feiern lässt. „Das hat er sich verdient“, sagt Sternheimer senior, der seit vielen Jahren als Ordner im Einsatz ist. „Das Tor lag schon länger in der Luft, jetzt hat er es endlich geschafft. Als das ganze Stadion den Namen Sternheimer gerufen hat, hatte ich Gänsehaut.“ Sternheimer junior dreht auf dem Eis mit den Kollegen eine Ehrenrunde.

Augsburger Panther drehten das Spiel gegen Ingolstadt

Dabei hatte der Abend wenig verheißungsvoll begonnen. Die Gäste aus Ingolstadt waren durch einen Powerplay-Treffer von Maurice Edwards mit 1:0 in Führung gegangen (7.). Und schon vor dem Spiel waren die Emotionen hochgekocht. Vor dem Stadion hatte die Polizei alle Hände voll damit zu tun, Mitglieder der beiden rivalisierenden Ultra-Gruppierungen (die es in Augsburg offiziell gar nicht mehr gibt und die in Ingolstadt großteils mit einem bundesweiten Stadionverbot belegt ist) auseinander zu halten. Das gelang, auch weil Pfefferspray zum Einsatz kam.

Im mit 6139 Zuschauern ausverkauften Curt-Frenzel-Stadion, darunter rund 600 Ingolstädter, herrschte dann eine elektrisierende, aber friedliche Atmosphäre – von einigen derb-liebevollen Sprechgesängen abgesehen, die meistens mit essbaren Nutztieren zu tun hatten.

Augsburg kam schwer in Schwung, glich dann aber durch Brady Lamb aus (11.). Simon Sezemsky legte nach – 2:1 (15.). Beide Treffer fielen in Überzahl, Ingolstadt hatte arge Probleme mit der Disziplin.

Marco Sternheimer: "Dann bin ich komplett ausgerastet"

Dann Sternheimers großer Moment, er stocherte den Puck zum 3:1 über die Linie (24.). Alle Ingolstädter Versuche, die Partie zu drehen, endeten spätestens in den Fängen des überragenden Markus Keller, dem zweiten Augsburger im Team der Panther. Er hatte im Tor den Vorzug vor Olivier Roy erhalten.

Auf der anderen Seite sorgte Sezemsky mit seinem zweiten Treffer für klare Verhältnisse und traf zum 4:1 (45.) – der dritte Überzahltreffer des Abends. Der vierte folgte 40 Sekunden später. Matt White erhöhte auf 5:1 (46.). Ingolstadt zeigte jetzt Auflösungserscheinungen. In Unterzahl erhöhte Christoph Ullmann auf 6:1 (47.). Die Ingolstädter Anschlusstreffer durch Jerry D’Amigo zum 2:6 (54.) und Brett Olson zum 3:6 (56.) kamen zu spät. Unbeeindruckt schwappte La Ola durchs weite Rund.

Und Marco Sternheimer? Bekommt in der Kabine feierlich den Puck überreicht, mit dem er getroffen hat. Danach Interview in der Mixed Zone. Strahlt über das ganze Gesicht. „War natürlich überragend, ausgerechnet hier zu treffen, im Derby, ausverkauftes Stadion.“ Erst habe er gar nicht gesehen, dass der Puck über der Linie war, „aber dann bin ich komplett ausgerastet“.

Sagt’s und zieht den Puck aus der Tasche. Um den hat irgendjemand ein Tape geklebt und darauf die Daten des ersten Treffers notiert. „Der kommt bei mir in den Schrank, der Schläger auch“, sagt Sternheimer noch. Dann muss er hoch in den VIP-Raum. Mit den Kollegen ein Bier trinken. Prost.

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