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Augsburger Panther

15.11.2019

Ex-Panther Polaczek war Strafbankkönig - und ist jetzt Referee

Hat die Seiten gewechselt: Ex-Panther Aleksander Polaczek ist jetzt als Schiedsrichter im Einsatz.
Bild: Ulrich Wagner

Plus Aleksander Polaczek war als Spieler kein Kind von Traurigkeit. Jetzt ist er Schiedsrichter. Das sagt er über seine ehemaligen Kollegen.

1121 Minuten sind eine lange Zeit. Knapp 19 Stunden. Selbst der langsamste Ironman schafft es innerhalb dieser Zeitspanne ins Ziel. Aleksander Polaczek hat 833 Spiele in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) absolviert. 1121 Minuten davon saß er auf der Strafbank. Das beschert dem ehemaligen Panther-Stürmer Platz neun in der ewigen Liste derer, die je in der DEL gegen die Regeln verstoßen haben. "Bei einem wie mir hätte ich nicht Schiedsrichter sein wollen. Ich war der Horror", sagt Polaczek heute und lacht. Er galt als Spieler, der gerne einen etwas raueren Stil pflegte. Er kannte all die kleinen Tricks, mit denen sich die Profis auf dem Eis beharken. Vielleicht genau deshalb hat er die Fronten gewechselt und ist nun auf dem Weg zurück in die DEL – diesmal als Unparteiischer.

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Polaczek hört oft Sprüche, die mit "ausgerechnet" beginnen

Eigentlich aber sei es ihm darum gegangen, dem Eishockey erhalten zu bleiben. Sein Geld verdient der 39-Jährige inzwischen als Immobilienmakler. Seinen Sport betrachtet er nun aus einer ganz anderen Perspektive. Lars Brüggemann, bei der DEL für das Schiedsrichterwesen verantwortlich, habe ihn gefragt, ob er sich eine Karriere als Referee vorstellen könne. Polaczek brauchte nicht lange, um zuzusagen – und hört seitdem häufig Sprüche, die mit "ausgerechnet" beginnen.

Inzwischen hat er die nötigen Lizenzen, um bis hinauf zur DEL2 Spiele leiten zu dürfen. Meistens aber kommt er momentan in der Oberliga zum Einsatz. Das hat einen entscheidenden Nachteil: Das Schiedsrichter-Gespann besteht nur aus einem Hauptschiedsrichter und zwei Linienrichtern. Bedeutet, dass Polaczek als Hauptschiedsrichter das komplette Spielfeld im Blick haben muss. In der DEL gibt es zwei Hauptschiedsrichter, die sich die Eisfläche aufteilen. "Ich habe anfangs etwas unterschätzt, wie viel man da laufen muss. Aber ich profitiere jetzt natürlich von meiner Zeit als Profi." Diese beschert ihm auch eine besondere Autorität auf dem Eis. "Ich glaube, dass es die Spieler eher akzeptieren, wenn ich eine Strafe ausspreche. Man kann auch mal einen lockeren Spruch bringen. Ich will nie überheblich auftreten. Das habe ich schon als Spieler nicht gemocht, wenn ein Schiedsrichter überheblich gewirkt hat."

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CHL bietet eine Extra-Motivation, die die DEL nicht bietet

Läuft alles nach Plan, könnte Polaczek schon nächste Saison in der DEL zum Einsatz kommen. Noch aber ist er in der höchsten deutschen Spielklasse nur Zuschauer. Was er dort von den Augsburger Panthern gesehen hat, lässt auch ihn etwas ratlos zurück. In der Champions Hockey League zeigten seine Ex-Kollegen außergewöhnliche Leistungen, in der DEL oft eher nicht. "Wahrscheinlich ist das Kopfsache, auch wenn es nicht so sein sollte. Die CHL ist eher eine Extra-Motivation, als zum gefühlt 800. Mal gegen Schwenningen zu spielen."

Am Freitag (19.30 Uhr) erwarten die Panther Meister Mannheim im Curt-Frenzel-Stadion. Polaczek: "Nach der November-Pause trennt sich die Spreu vom Weizen. Da musst du den Anschluss halten, sonst wird es ganz schwer."

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