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Augsburger Panther

17.09.2020

"Keine Jubelschreie": Panther sind enttäuscht von Fan-Regelung

Seit über 30 Jahren leitet Lothar Sigl die Geschicke der Augsburger Panther.
Bild: Ulrich Wagner

Plus Bund und Länder haben beschlossen, dass jeder fünfte Sportfan wieder in die Stadien darf. Bei den Augsburger Panthern fällt die Reaktion sehr verhalten aus.

Die Politik hat das Ende der Geisterspiele im Fußball beschlossen: Die Bundesliga wird mit einer Auslastung von maximal 20 Prozent in die neue Saison starten. Unter strengen Hygienevorschriften und mit personalisierten Tickets soll eine Infektion mit Corona verhindert und gegebenenfalls nachverfolgt werden können. Der Beschluss betrifft aber nicht nur den Fußball, sondern alle Sportarten - zum Beispiel auch das Eishockey.

Hier fällt die Reaktion auf die Beschlüsse der Politik aber ernüchternd aus. Enttäuscht von der 20-Prozent-Regel zeigte sich Gernot Tripcke von der Deutschen Eishockey Liga ( DEL). "Nach den Gesprächen der letzten Woche hatten wir uns deutlich mehr Unterstützung in diesem für uns wirtschaftlich so existenziellen Bereich erhofft", meinte der DEL-Geschäftsführer. Ähnlich sieht es Lothar Sigl, Hauptgesellschafter der Augsburger Panther. "Das löst keine Jubelschreie bei uns aus. 20 Prozent Auslastung sind bei weitem nicht das, was wir für einen wirtschaftlichen Betrieb benötigen", sagte Sigl, der auch Mitglied im Aufsichtsrat der DEL ist.

Zu den Augsburger Panthern dürften nur 1200 Fans kommen

 Für das 6179 Zuschauer fassende Curt-Frenzel-Stadion würde es bedeuten, dass 1200 Fans kommen dürften. Die Augsburger benötigen jedoch rund 3500 Besucher, um ihre Mannschaft und die Reisekosten finanzieren zu können. "Selbst diese Marke liegt schon nah an der roten Linie zur Wirtschaftlichkeit", sagt Sigl, der seit über 30 Jahren die Geschicke des Augsburger Eishockey-Klubs führt. Die DEL habe aber den Vorteil, dass sie erst am 13. November in die neue Saison starten will. "Vielleicht wird die Kapazität schrittweise auf 40 oder 60 Prozent erhöht. Aber sicher ist das nicht und wir benötigen Planungssicherheit", sagt Sigl. Es gibt noch mehr Probleme. Die DEL will einheitlich entscheiden.

Michael Kreitl ist Geschäftsführer des ESV Kaufbeuren.
Bild: Mathias Wild

Der Geschäftsführer des ESV Kaufbeuren sieht "Insolvenzen programmiert"

Michael Kreitl, Geschäftsführer des DEL2- Klubs ESV Kaufbeuren, mahnt: "Bleibt es bei der 20-Prozent-Regelung, sind Insolvenzen programmiert." Das schlimmste Szenario für die Eishockey-Funktionäre: Die Saison beginnt und nach einigen Spieltagen werden die Zuschauer aus den Hallen verbannt oder die Spielzeit wird gar abgebrochen. "Das wäre eine Katastrophe für uns, weil wir im Gegensatz zum Fußball ohne Zuschauer wirtschaftlich nicht überleben können." Die TV-Einnahmen sind verschwindend gering.

Am Montag lädt die DEL zur Gesellschafterversammlung ein. Das größte Thema auf der umfangreichen Tagesordnung: Kann die DEL trotz Corona-Beschränkungen starten oder ist es zu riskant? Ein weiterer Punkt: Die geplante Wiedereinführung des Abstiegs soll ausgesetzt werden.

Drew LeBlanc wird auch in den kommenden beiden Spielzeiten für die Augsburger Panther auflaufen.
29 Bilder
Der bisherige AEV-Kader für die Saison 2020/21
Bild: Siegfried Kerpf

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