AEV-Maskottchen

10.09.2019

Max Mosig steckt im Datschi-Kostüm

Maske gelüftet: Hinter dem Kostüm des Panther-Maskottchens verbirgt sich der 28-jährige Max Mosig.
Bild: Ulrich Wagner

Max Mosig erweckt das Maskottchen des AEV regelmäßig zum Leben. Wie er zu diesem außergewöhnlichen Job kam und warum er auch mal mit den gegnerischen Fans feiert.

Max Mosig muss überall viele Fotos machen. Egal ob auf Hochzeiten, Geburtstagen, Firmenfeiern oder im Curt-Frenzel-Stadion, der 28-Jährige ist ein gefragter Mann. Aber nicht weil er Youtuber, Influencer oder ein Schauspieler ist, sondern weil er im Kostüm des "Datschi", dem AEV-Maskottchen, steckt.

Den Panthern war Max Mosig schon vor seiner Zeit als "Datschi" bestens bekannt. Durch ein Praktikum während seines BWL-Studiums in der AEV-Geschäftsstelle war er in den Planungen, einen Kinderclub und ein Maskottchen einzuführen, schon eingeweiht. Außerdem fiel er den Mitarbeitern dort immer als gut gelaunter und positiver Mensch auf.

Augsburger Panther: 2016 war die Geburtsstunde des Datschi

Als dann der Junior Pantherclub und der Datschi tatsächlich eingeführt wurden, dauerte die Suche nach einem möglichen Kandidaten für die Rolle überhaupt nicht lange. Als die Anfrage vom AEV kam, ob Mosig nicht die Rolle des Maskottchens ausprobieren wolle, zögerte er nicht lange. Für die letzten vier Spiele der Saison 2015/2016 wurde der Datschi – dessen Name aufgrund der guten Einprägsamkeit und des weltberühmten Augsburger Kuchens gewählt wurde – eingeführt und den Fans im Curt-Frenzel-Stadion erstmals präsentiert. Eine spezielle Ausbildung bekam Mosig dafür nicht. "Ich habe nur, bevor ich im Stadion aufgetreten bin, ein paar Mal die Bewegungen im Kostüm geübt, weil es so riesig ist", erklärt er.

Ein Grafiker hat in der AEV-Geschäftsstelle das Kostüm erstmals visualisiert. Von einer niederländischen Firma, die sich auf Kostüme für Maskottchen spezialisiert hat, individuell angefertigt und nach Augsburg geliefert, investierte der Erstligist einen vierstelligen Betrag in das Outfit. Dort schlüpft Mosig dann eineinhalb Stunden vor jedem Spiel hinein, schlendert durchs Stadion und macht Fotos mit den Fans.

Als Datschi ist Max Mosig der Liebling der AEV-Fans.
Bild: Ulrich Wagner

Nach dem Eröffnungsbully gibt es für ihn das erste Mal eine Pause. "Ich trinke dann etwas und schaue mir das Spiel in Ruhe an", sagt Mosig. Wenn dann das Spiel pausiert, ist für den Datschi wieder Arbeitszeit. Erneut schaut er bei den Fans vorbei und steht für Fotos zur Verfügung. Nach einem Sieg feiert das Maskottchen mit den Kindern aus dem Junior Pantherclub und schreibt fleißig Autogramme.

Der Datschi war schon auf Hochzeiten der Star-Gast

Neben dem Stadion ist der Datschi auch auf Hochzeiten und Geburtstagsfeiern unterwegs, überrascht dort die Gäste, lässt sich für Bilder ablichten und ist für die ein oder andere Einlage zu haben. Die Strecke dorthin legt der sportbegeisterte Mosig mit dem Fahrrad zurück. Auch, wenn er von der Stadt bis in den Süden Hochzolls fahren muss. Dass das Kostüm, mitsamt dem acht Kilo schweren Kopf, auch immer mitgenommen werden muss, macht dem Projektmanager des Start-up-Unternehmens Studyflix, das Lernvideos für Studenten erstellt, nichts aus.

Nicht nur für die Gäste auf Hochzeiten und Geburtstagen sorgt das Maskottchen für positive Erlebnisse, auch bei den Fans kommt der Datschi gut an. Wirklich negative Erlebnisse hat Mosig in den vier Jahren noch nicht erlebt. "Ganz am Anfang hat sich ein Ultra in der Geschäftsstelle über das Maskottchen beschwert. Nachdem ihm erklärt wurde, dass der Datschi hauptsächlich den Junior Pantherclub verkörpert, hat er aber Verständnis gezeigt", erklärt der 28-Jährige. Außer dieser Beschwerde habe er nur positive Erfahrungen gemacht. "Auch Ultras kommen während des Spiels zu mir und wollen Fotos für ihre Kinder machen", erklärt der ehemalige BWL-Student.

Die anfänglichen Bedenken waren unbegründet

Anfangs hatte Mosig zwar auch Bedenken, weil die Fangruppierung die Kommerzialisierung im Profisport eher kritisch sieht, diese erwiesen sich für ihn aber als unbegründet. Auch als er bei einem Gastspiel der Düsseldorfer EG im Block der Gäste stand und dort mit den Fans gute Laune verbreitete, nahm ihm das niemand übel. "Es ist wirklich gar kein Stress mehr. Jeder will Fotos machen, auch die gegnerischen Fans", sagt Mosig.

Abklatschen mit den Fans: Panther-Maskottchen Datschi im Einsatz.
Bild: Ulrich Wagner

Der Job als Datschi ist für ihn, im Gegensatz zu einigen Maskottchen von amerikanischen Eishockey- oder Basketballclubs, keine Vollzeitstelle. Der gebürtige Pferseer arbeitet hauptberuflich bei Studyflix. "Da die Arbeitszeiten hier flexibel sind, kann ich die zwei Tätigkeiten immer gut miteinander kombinieren", schildert Mosig sein Zeitmanagement. Es kommt aber auch oft vor, dass er von der Früh bis vor dem Spiel arbeitet, dann – natürlich mit dem Fahrrad – zum Stadion fährt und erst nach dem Spiel spätabends nach Hause kommt. Als stressig empfindet der 28-Jährige es nicht: "Das ist alles eine Frage der Zeiteinteilung". Und die zwei Jobs machen ihm auch großen Spaß.

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