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Augsburger Panther

14.08.2015

Raus aus dem Tief: Drew LeBlanc will einen Neustart fern der Heimat

Guter Dinge: Nachdem es für Drew LeBlanc in Nordamerika nicht mehr nach Wunsch lief, versucht der US-Stürmer jetzt sein Glück in Augsburg.
Bild: Ulrich Wagner

Drew LeBlanc war ein herausragender Collegespieler, gewann mit dem US-Team WM-Bronze und spielte NHL – bei den Panthern will er nach einem Tief durchstarten.

Es hat einen Hauch von Oscarverleihung – allerdings ist die Bühne nicht in Kalifornien, sondern in Pittsburgh/Pennsylvania: Laudator Hans Skulstad steht im April 2013 am Rednerpult im Consol Energy Center und öffnet unter einiger Mühe einen Briefumschlag. Ein kurzer Blick genügt, dann fallen die entscheidenden Worte. „Der Preis geht an – Drew Leblanc.“

Der Preis, das ist der Hobey Baker Award, mit dem alljährlich der herausragende College-Eishockeyspieler in Nordamerika ausgezeichnet wird. Es ist meist der Anfang einer großen Profikarriere. Der Amerikaner Drew Leblanc, Kapitän der St. Cloud State University und ein Mittelstürmer mit Spielmacherqualität, sorgt innerhalb weniger Wochen für Aufsehen. Zunächst wird der junge Mann aus Hermantown in Minnesota zweimal bei den Chicago Blackhawks in der NHL eingesetzt, dann darf er mit der US-Nationalmannschaft zur WM nach Finnland und Schweden fliegen.

LeBlanc gewinnt dort Bronze und lebt in einem Traum, der jedoch nach und nach einer nicht ganz so schönen Wirklichkeit weicht. Der Angreifer hat einen hoch dotierten Vertrag mit Chicago, aber er kann die Erwartungen nicht erfüllen. „Ich weiß nicht genau, woran es lag – vielleicht an meiner Art Eishockey zu spielen oder einfach daran, dass ich im entscheidenden Moment die Chancen nicht nutzen konnte“, meint der 26-Jährige, der einen Uniabschluss in Mathematik hat.

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Soeben hat er sich im Curt-Frenzel-Stadion für das Mannschaftsfoto der Panther ablichten lassen. „Ich habe mir einen Neustart gewünscht und bin dankbar dafür, dass ich ihn in Augsburg bekomme.“ Nach Gesprächen mit Trainer Mike Stewart und Sportmanager Duanne Moeser ist LeBlanc der Meinung, dass er hier am rechten Fleck sein könnte. Es gibt Gemeinsamkeiten zwischen ihm und der Organisation. Auch die Panther wollen die Enttäuschungen der vergangenen Saison hinter sich lassen und gehen nach einer großen Personalrochade runderneuert ans Werk.

Für LeBlanc ist es erst der zweite Europa-Aufenthalt. „Bei der WM in Skandinavien hat es gut geklappt, nun will ich den anderen Teil der Welt noch besser kennenlernen. Ich habe viele gute Sachen über die Anhänger in Augsburg gehört.“ Für den US-Stürmer ist es nicht so wichtig, dass er nach der hohen NHL-Gage nun für ein weitaus geringeres Salär in der DEL spielt. „Ich freue mich jeden Tag, wenn ich aufwache und Eishockey spielen kann.“ Ein Vorteil für ihn in Augsburg: „Ich kann zu Fuß ins Stadion laufen.“ Irrfahrten mit dem neuen Dienstwagen blieben ihm deshalb bislang erspart. Im Pantherspiel könnte er zu einer der Schlüsselfiguren werden. Als Mittelstürmer soll er eine Sturmreihe führen und mit seinen technischen Fähigkeiten seine Partner perfekt bedienen.

Panther testen beim Gäubodenpokal in Straubing

Am Wochenende kann er zum ersten Mal seine Fähigkeiten zeigen. Beim Gäubodenpokal in Straubing sind am heutigen Freitag (18 Uhr) die gastgebenden Tigers der Gegner. Es ist eine Partie von Panthern gegen Expanther. Bei Straubing steht nicht nur der langjährige Augsburger Trainer Larry Mitchell an der Bande, einen Vertrag bei den Niederbayern haben auch sechs frühere Augsburger Profis. „Es ist natürlich etwas Besonderes, wenn auf der anderen Seite viele bekannte Gesichter zu sehen sind“, weiß Sportmanager Duanne Moeser, der sich diese Woche bei einem Workshop in Köln mit der neuen DEL-Saison beschäftigte. Die Themen waren weit gefächert. „Dopingkontrollen, Schiedsrichter, Berufsgenossenschaft“, zählt Moeser auf.

Das Turnier in Straubing ist für Trainer Mike Stewart die erste Gelegenheit den Ernstfall zu proben. Mark Mancari wird allerdings fehlen. Der Kanadier ist in seiner Heimat als Trauzeuge im Einsatz, soll aber ab Dienstag wieder am Training teilnehmen.

Am Freitag plant Stewart mit folgenden Reihen

Tor: Deslauriers

Abwehr: Oberg, Lamb; Tölzer, Bettauer; Rekis, Stamler; Kurz

Sturm: Trevelyan, Matsumoto, Thiel; Holzmann, Leblanc, Ciernik; Polaczek, Weiß, Grygiel; Detsch, MacKay, Dinger.

Im vergangenen Jahr gewannen die Augsburger das Turnierfinale in Straubing gegen Medvescak Zagreb. Die Kroaten sind auch diesmal im Einsatz und eröffnen das Turnier heute um 14.30 Uhr gegen die Nürnberg Ice Tigers (DEL).

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