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Augsburger Panther

28.01.2021

Sieben Gründe für den Aufschwung der Augsburger Panther

19 Tore in vier Spielen: Die Panther treffen wieder. Hier freut sich der Kanadier Adam Payerl über sein Siegtor zum 6:5 in Nürnberg.
Bild: Daniel Karmann, dpa

Plus Mit vier Siegen aus den jüngsten sechs Spielen lassen die Augsburger Panther den Stotterstart in der DEL hinter sich. Auf einer zentralen Position bahnt sich ein Wechsel an.

Die Ansage war unmissverständlich. Nach dem Aufwärmen am Vormittag im Curt-Frenzel-Stadion versammelte Tray Tuomie seine Schäfchen um sich. „Die Pässe waren schlecht, ohne Druck gespielt. Ich habe ihnen klargemacht, dass ich im Spiel viel mehr erwarte“, gibt der AEV-Trainer seine Worte wieder. Die Botschaft kam an. Am Dienstagabend siegten die Panther 6:5 nach Verlängerung in Nürnberg. Nach einem Fehlstart in die Deutsche Eishockey-Liga mit vier Niederlagen hat sich der Vorjahres-Zehnte gefangen. Sieben Gründe für den Aufschwung:

Die Nachrücker Spencer Abbott beendete die Niederlagen-Serie im Alleingang. Kaum hatte sich der Kanadier akklimatisiert, erzielte er beide Treffer zum 2:1 in Straubing – die Wende, der erste Sieg in Match fünf. „Stürmer seiner Qualität, die schon in der Schweiz und Schweden bei Topklubs gespielt haben, finden normalerweise nicht den Weg nach Augsburg. Das ist auch der Pandemie-Situation geschuldet“, sagt Torwart Markus Keller über die Nachverpflichtung. Qualität, die normalerweise mehr Geld kostet, schießt eben doch Tore. Drei Treffer und vier Vorlagen zeugen von der Klasse des 32-Jährigen. Auch Daniel Kristo (2/3) liefert Zählbares. Sportmanager Duanne Moeser glaubt: „Beide zeigen noch nicht alles und werden sich steigern.“

Der Unterflieger Tray Tuomie weiß, was er an David Stieler hat: „Er ist unauffällig, aber sehr effektiv. Jeder will mit ihm zusammenspielen, weil er immer erst seinen Mitspieler sucht.“ Bei dem 32-jährigen Center aus Kladno blitzt die tschechische Technikschule auf. Keiner setzt seine Nebenleute so gerne in Szene wie Stieler. Unter dem Radar fliegend sind sechs Vorlagen bisher der AEV-Bestwert.

AEV-Eigengewächs Marco Sternheimer hat den nächsten Schritt gemacht

Die Jungen Auch der finanziellen Not gehorchend verpflichteten Trainer Toumie und Hauptgesellschafter Lothar Sigl viele junge deutsche Spieler. Der körperlich robuste Maximilian Eisenmenger benötigte kaum Anlaufzeit aus der DEL2. „Er hat schon zwei Tore. Wenn man das hochrechnet, sollte er zweistellig treffen“, sagt Toumie. Der technisch beschlagene Samir Kharboutli (1 Treffer/4 Vorlagen) wirbelt ebenso auffällig wie beim Drittligisten Memmingen. AEV-Eigengewächs Marco Sternheimer schafft es regelmäßig in eine der ersten drei Sturmreihen.

Der Schlüsselspieler Drew Le-Blanc ist nur einer von 19 Feldspielern, doch von der Form ihres Spielmachers sind die Panther abhängig. Der Amerikaner schlängelt sich mit dem Puck an der Kelle ins gegnerische Drittel, verteilt die Scheibe und lenkt das Powerplay wie ein Quarterback im Football. Doch der Motor des AEV-Spiels musste erst warmlaufen. „Drei Wochen Vorbereitung waren zu wenig für ihn“, sagt Tuomie. Inzwischen dirigiert der 32-Jährige die Panther zu vier Siegen in den vergangenen sechs Spielen. „LB“ führt die AEV-Scorerliste (4 Tore/5 Vorlagen) an. Und bekommt mit durchschnittlich 21.02 Minuten die längste Eiszeit aller Stürmer.

Verteidigt seit 2014 für die Panther und ist auch als Torschütze erfolgreich: Brady Lamb.
Bild: Ulrich Wagner

Panther-Verteidiger Brady Lamb bricht den Bann in Überzahl

Das Überzahlspiel Am längsten steht Brady Lamb mit 22:44 Minuten auf dem Eis. Der Verteidiger musste auch die Powerplay-Flaute beenden. Auf seine Art: Mit präzisen Gewaltschüssen von der blauen Linie traf der Kapitän erst in Spiel fünf in Überzahl. Während Simon Sezemsky, mit 15 Treffern der Verteidiger-Torjäger der Vorsaison, noch auf sein erstes Erfolgserlebnis wartet, jubelte Lamb bereits vier Mal. Noch steht das Powerplay bei mageren 10,8 Prozent, aber die Richtung stimmt.

Der Trainer Toben zählt nicht zum bevorzugten Repertoire des Amerikaners. Tray Tuomie geht subtiler vor. Nach einem schwachen Match gegen Mannheim (1:2) fand sich der Kanadier Kristo in der vierten Reihe wieder. Die Linie soll Tore verhindern. Lange erklärt hat der Coach die Versetzung nicht. Die Botschaft an Kristo und alle anderen ist klar: mehr kämpfen, mehr laufen, auch nach hinten. Und: Ausländer haben keinen Bonus. Kristo ackerte in Nürnberg, schoss das 3:3. Reicht noch nicht, gegen Straubing beginnt der Außen wieder in Reihe vier.

Stammtorhüter Olivier Roy kehrt gegen Straubing zurück

Der Ersatztorwart Markus Keller ist lediglich als zweiter Mann eingeplant. Nach der Verletzung der Nummer eins Olivier Roy legte der Augsburger die Basis für den Aufschwung. Im Sommer baute er Muskelmasse ab, um beweglicher und schneller zu werden. Hat funktioniert. Keller motzt auch nicht, wenn er wieder auf die Bank muss wie im Heimspiel am Freitag (20.30 Uhr/live in MagentaSport) gegen Straubing. Roy darf weiter am Aufschwung der Panther arbeiten.

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