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Augsburger Panther

27.01.2021

So arbeitete sich AEV-Torwart Markus Keller aus dem Formtief

Hat die Scheibe sicher im Griff: AEV-Torwart Markus Keller zeigt sich gegenüber der Vorsaison verbessert.
Foto: Siegfried Kerpf

Plus Die lange Sommerpause nutzte der Panther-Torwart. Mit weniger Gewicht und anderen Bewegungen zeigt die Formkurve des 31-Jährigen nach oben.

Es lief miserabel für Markus Keller zu Spielbeginn in Nürnberg. Die Augsburger erspielten sich zwar einige Chancen, doch dann schlug es fast im Minutentakt hinter dem Schlussmann ein. „Das 0:3 war schon bitter. Die Nürnberger schießen zwei Überzahltore und das 0:2 schmeiße ich mir selbst ins Tor“, blickt der gebürtige Augsburger erfrischend ehrlich zurück. Nach 13 Minuten lag der AEV schier aussichtslos mit 0:3 zurück. In solchen Momenten reagieren die Trainer gerne nach dem Motto: Ich muss ein Zeichen setzen. Und wechseln ihren Torwart aus.

Olivier Roy stand hinter der Bande parat. „Der Gedanke ist mir kurz durch den Kopf geschossen. Aber ich durfte drin bleiben und am Ende ist es gut gegangen, weil wir genügend Tore geschossen haben. Bei einem 6:5 nach Verlängerung willst du nicht unbedingt der Torwart sein“, sagt Keller. Tray Tuomie vertraute weiter seiner eigentlichen Nummer zwei, auch weil Keller in den vergangenen Partien der Sieggarant gewesen ist. Seit der Oberschenkelverletzung des Kanadiers Roy im vierten Saisonmatch gegen Nürnberg (1:4) stand der 31-Jährige im Tor.

Ein eingespieltes Duo, das sich auch privat bestens versteht: Die Panther-Torhüter Olivier Roy (links) und Markus Keller.
Foto: Siegfried Kerpf

Die Bilanz ist positiv: Bei sechs Starteinsätzen holte Keller vier Siege und einen Punkt gegen Mannheim. Auch in der Fangquote rangiert der Deutsche (89,6 Prozent aller auf ihn abgegebenen Schüsse gehalten) knapp vor dem Kanadier (88,9). Der Aufschwung der Augsburger ist eng verknüpft mit den guten Torwartleistungen. Auf die Statistik schaut er jedoch nicht mehr so intensiv wie in früheren Jahren, vertraut mehr seinem Gefühl. Keller war in der vergangenen Saison unzufrieden mit sich: „Immer wenn ich gespielt habe, lief es nicht: bei der Mannschaft nicht, bei mir nicht, gefühlt jede Videoentscheidung war gegen mich und so weiter. Mein Selbstvertrauen war weg.“

AEV-Goalie Keller: Muskelberge am Oberkörper sind eher hinderlich

Der Keeper musste etwas ändern und nutzte die ungewöhnlich lange Sommerpause. Zunächst einmal reduzierte er sein Gewicht von 96 auf 91 Kilo. Muskelberge am Oberkörper machen sich zwar unter hautengen T-Shirts gut, sind aber nicht immer hilfreich für Puckfänger. „Für einen Torwart war ich relativ schwer. Deshalb habe ich mehr auf Beweglichkeit und Hüftstabilität trainiert“, erzählt der Keeper von der Sommerarbeit mit Athletiktrainer Gregor Grutschnig.

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Foto: Www.imago-images.de

Auch die Fangmethoden hat er angepasst. Kommt der Stürmer von der Seite auf ihn zu, deckt Keller nun die kurze Ecke anders, noch enger ab. Da er häufig den Schützen und die Scheibe nicht sieht, geht es darum, sich so breit wie möglich zu machen und die Flugbahn des Pucks zu versperren. Ansonsten muss sich Keller einprägen, wie und wohin seine Gegenspieler schießen. Denn wenn die Gegner aus kurzer Distanz abziehen, bleibt nur eine automatisierte Reaktion. „Das geht so schnell, auf den Schuss selbst kann ich unmöglich reagieren. Deshalb geht der Puck gerne auch dann rein, wenn der Spieler die Scheibe nicht optimal trifft. Dann kannst du als Torwart nicht viel machen und siehst unglücklich aus.“

Panther-Keeper Keller: Eine Beule, so groß wie ein Tennisball

Fanghand, Stock und die Beinschoner fährt der Keeper aktiv aus. Der Körper des 1,88 Meter großen Keepers dient als Trefferfläche, wie er in letzten Drittel gegen Nürnberg schmerzhaft erfahren musste. Der Brustschutz verrutsche und der Puck traf Keller ungebremst an den Rippen. „Mir ist kurz die Luft weggeblieben. Aber dann ging es schon wieder.“ Eine Beule, fast so groß wie ein Tennisball, erinnert den Mann mit der Nummer 35 an den erfolgreichen Einsatz.

Ob Keller auch im nächsten Spiel am Freitag (20.30 Uhr/live in Magentasport) gegen Straubing wieder die Nummer eins ist, verkündet Tray Tuomie erst am Morgen des Spieltags. Eigentlich ist Roy sein größter Konkurrent. Doch beide AEV-Torhüter sind mehr als nur Kollegen an einem gefährlichen Arbeitsplatz, haben vor den Corona-Einschränkungen viel Freizeit miteinander verbracht. Keller sagt: „Olivier ist wieder vollständig fit und benötigt auch wieder Spielpraxis. Deshalb würde ich es verstehen, wenn er mal wieder startet. Aber das entscheiden alleine die Trainer.“

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