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Augsburger Panther

29.10.2019

Ullmann nach 900. DEL-Spiel: "Habe alle Höhen und Tiefen durchgemacht"

900 Spiele später: Christoph Ullmann, mittlerweile 36 Jahre alt, steht jetzt in Diensten der Augsburger Panther.
Bild: Siegfried Kerpf

Plus Christoph Ullmann hat sein 900. DEL-Spiel bestritten, aber nach der 3:7-Niederlage in Straubing ist ihm nicht nach Feiern zumute. Dennoch ist er dankbar für seine Karriere.

Der Volksmund behauptet, man müsse die Feste feiern, wie sie fallen. Dumm nur, wenn eine geplante Festivität mit einem zweiten, ganz und gar unerfreulichen Ereignis zusammentrifft. So war es am vergangenen Sonntag. Christoph Ullmann, Eishockey-Profi in Diensten der Augsburger Panther, bestritt sein 900. Spiel in der DEL. Dieses allerdings verloren die Panther in Straubing mit 3:7.

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Im Vorfeld hatte Ullmann in den sozialen Netzwerken angekündigt, nach der Partie im Kreise der Mannschaft mit einem Kaltgetränk anstoßen zu wollen. Es ist davon auszugehen, dass auf der kurzen Heimfahrt nach Augsburg tatsächlich ein Bierkasten im Gang stand. Dessen Inhalt allerdings dürfte in erster Linie dazu gedient haben, den Frust des gerade Erlebten hinunterzuspülen. Ullmann machte denn auch keinen Hehl daraus, dass er sich in seinem Jubiläumsspiel einen anderen Spielverlauf gewünscht hätte. „Aber das kannst du dir leider nicht aussuchen.“

Augsburger Panther: Als nächstes warten Ingolstadt und Wolfsburg

Von Anfang an habe man in Straubing keinen Zugriff auf das Spiel gehabt. „Nach dem ersten Drittel waren wir 0:3 hinten, nach dem zweiten 1:6 – da sagen die Zahlen alles aus, wie es für uns gelaufen ist. Dass wir das letzte Drittel noch gewonnen haben, war nur Ergebniskosmetik.“ Es gelte nun, die Fehler zu analysieren. „Aber dann müssen wir uns schnell auf die letzten beiden Aufgaben vor der Pause konzentrieren.“ Die heißen Ingolstadt und Wolfsburg, beide Klubs sind direkte Tabellennachbarn.

An dieser Stelle könnte man nun zum Tagesgeschäft übergehen und sich der Analyse zuwenden. Die würde, siehe den Anfang des Artikels, eher unerfreulich ausfallen. Denn es holpert gewaltig bei den Panthern. Oder aber man könnte die Gunst der Stunde nutzen und Ullmann noch einmal zu Wort kommen lassen. Der 36-Jährige könnte beispielsweise erzählen, dass er es als großes Privileg empfinde, immer noch dem Beruf des Eishockey-Profis nachgehen zu dürfen. Dass ihm 900 Spiele in der höchsten deutschen Spielklasse einen riesigen Erfahrungsschatz beschert haben. „Ich habe viel erlebt, viel gesehen. Ich habe drei Titel gewonnen, aber auch im Tabellenkeller gespielt. Ich war von schweren Verletzungen gebeutelt. Ich habe so ziemlich alle Höhen und Tiefen durchgemacht.“

AEV-Profi Ullmann: "Arbeit" ist das falsche Wort

Karrierestart: Im Jahr 2001 absolvierte Christoph Ullmann für die Kölner Haie seine erste DEL-Vorbereitung.
Bild: imago

Noch immer verlasse er das Haus mit einem Lächeln, wenn er wisse, dass er zur Arbeit gehen dürfe, „auch wenn Arbeit da eigentlich das falsche Wort ist“. Er habe viele spannende Menschen kennengelernt. „Aber auch solche, bei denen du froh bist, dass das Arbeitsverhältnis meistens nur auf neun Monate begrenzt ist.“

Man könnte Ullmann dabei zuhören, wie er von all dem erzählt, was er schon erlebt hat im Eishockey, „immerhin habe ich schon einiges auf dem Tacho“. Wie aus dem Hobby eines Eishockey-verrückten Jugendlichen der Beruf wird. „Jetzt, 900 Spiele später, ist das definitiv eine ziemlich coole Sache, die ich da machen darf.“

Noch aber ist längst nicht Schluss. Nur eines hat sich Ullmann fest vorgenommen: „Wenn irgendwann mal der Tag kommt, dass es vorbei ist, will ich gesund vom Eis gehen. Das ist mir extrem wichtig.“ Zu oft habe er gesehen, wenn Spieler wegen schwerer Verletzungen ihre Karriere beenden mussten oder es nicht mehr zurück schafften. Ein Boxer habe mal gesagt, dass er nach seinem letzten Kampf den Ring auf beiden Beinen verlassen habe. „Das hat mich sehr beeindruckt. Ich bin ja kein Boxer, aber ich mag nicht von einem Arzt vom Eis geführt werden. Ich will das selbst bestimmen.“

Christoph Ullmann: Augsburger Panther wollen vor Deutschland Cup noch sechs Punkte holen

Konkrete Ziele auf dem Weg dorthin hat sich Ullmann nicht vorgenommen. Zum Beispiel fehlen ihm nur noch 16 Punkte, um die 500 vollzumachen. „Das sind keine Ziele, die ich mir stecke. Wenn es passiert, freut es mich. Aber das ist nichts, was ich jetzt noch unbedingt haben muss.“

All das könnte man Ullmann sagen lassen, denn der ist einem immer ein willkommener Gesprächspartner, weil er Eishockey perfekt analysieren und erklären kann. Dabei ist Eishockey manchmal auch ganz einfach. Zum Beispiel dann, wenn eine Mannschaft sehr viele Spiele in den Knochen hat und eine Pause herbeisehnt. Die wartet auf die Panther, die in dieser Saison die Doppelbelastung mit DEL und Champions Hockey League haben, auf der anderen Seite des kommenden Wochenendes.

Dann pausiert die DEL für den Deutschland Cup. Ullmann wäre aber nicht Ullmann, würde er nicht sagen: „Vorher liegen noch sechs Punkte auf dem Tisch, die wir holen wollen.“ Denn dann würde es für ihn und die Panther doch noch was zu feiern geben.

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