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Augsburger Panther

14.10.2016

Was David Stieler noch mit den Panthern vorhat

Panther-Stürmer David Stieler mit seiner Verlobten Tereza und der Hündin Maria auf seiner Terrasse vor der Herz-Jesu-Kirche in Pfersee.
Bild: Ulrich Wagner

David Stieler, Tscheche mit deutschem Pass, wollte schon immer in die DEL. Seit Sommer diesen Jahres spielt er bei den Augsburger Panthern und hat noch einiges vor.

Im Schatten der Herz-Jesu-Kirche inmitten von Pfersee zu wohnen ist schön, aber auch gewöhnungsbedürftig. „Das Schlagen der Turmuhr hat anfangs genervt, doch mittlerweile hören wir es kaum noch“, sagt David Stieler, der solche Worte nicht als Kritik verstanden haben will. Denn es gefällt ihm und seiner Verlobten Tereza im Süden Deutschlands ausgezeichnet. „Hier in Augsburg ist es ähnlich wie bei bei uns zu Hause in Kladno in der Nähe von Prag.“ In der Stadt vor den Toren der tschechischen Metropole ist der 28-jährige Profi aufgewachsen. Der berühmteste Sohn der Stadt ist die lebende Eishockey-Legende Jaromir Jagr, dem der Klub HC Kladno gehört. Jagr stürmt auch mit 44 Jahren noch in der besten Liga der Welt, in der NHL, für die Florida Panthers.

Mit dem Wechsel zu den Augsburger Panthern hat David Stieler sein Wunschziel erreicht: „Ich mag Deutschland und wollte immer in der besten deutschen Liga spielen – jetzt habe ich es geschafft und will meine Chance nutzen.“

Stielers Weg nach Augsburg: Umweg über Kanada

Vergleichsweise spät, erst mit 28 Jahren, debütiert er in der Deutschen Eishockey-Liga. David Stieler hat einen langen Umweg genommen. Nach seiner Jugendzeit in Kladno ging er nach Kanada zu den Swift Current Broncos in die Western Hockey League, eine kanadische Junioren-Liga. Das 15000 Einwohner zählende Nest liegt irgendwo im Niemandsland der Provinz Saskatchewan zwischen Calgary und Winnipeg am Trans-Canada- Highway. Die Abgeschiedenheit hat den 17 Jahre jungen David nicht gestört: „Ich war zum Hockeyspielen dort. Wir hatten vier bis fünf Spiele pro Woche.“ Als technisch versierter Stürmer habe er sich erst an das rustikale kanadische Körperspiel gewöhnen müssen: „Jedes Match war richtig hart.“ Der Lebensstil hat ihm jedoch zugesagt und die Sprache brachte ihm Lucille bei. Bei der 63-jährigen Frau wohnte der Juniorenspieler in den beiden Kanada-Jahren.

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Sportlich konnte sich der 1,80 Meter große Spielmacher in Nordamerika nicht durchsetzen und kehrte nach Tschechien zurück. Nach einigen Jahren in der heimischen Extra-Liga in Kladno oder auch in der benachbarten Slowakei bei HK Skalica entdeckte sein Agent Martin Ancicka seine deutschen Wurzeln. Stielers Großvater kommt aus Deutschland, und mit einem deutschen Pass lässt sich leichter ein Arbeitsplatz in den höheren Ligen finden. Bis der Tscheche allerdings seinen neuen Pass in Händen hielt, wurde er in der Oberliga geparkt. Und schlug beim EV Regensburg großartig ein. In der Saison 2014/15 verbuchte der Angreifer sensationelle 59 Tore in 58 Spielen. Und dazu noch 80 Pass-Vorlagen.

„Das war außergewöhnlich und ein Rekord in 25 Jahren Oberliga“, erzählt der Torjäger. Er war zu gut für die dritte Liga und wechselte zum damaligen Zweitligisten Bremerhaven. Wieder zählte der Angreifer mit 27 Treffern und 30 Vorlagen in 56 Partien zu den torgefährlichsten Profis. Schließlich folgte im Sommer dieses Jahres der Wechsel nach Augsburg , wo er in acht DEL-Spielen ein Tor und drei Vorlagen verbuchte. Zudem weist er bei den Panthern mit +4 den mit Abstand besten Plusminus-Wert auf. Für jeden Treffer, bei dem ein Spieler auf dem Eis steht, gibt es ein Plus, bei einem Gegentor ein Minus, jedoch nur bei numerischer Gleichheit.

Stielers Rolle bei den Panthern: Trainer ist bisher zufrieden

Unter Mike Stewart muss sich der ehemalige Zweitliga-Spieler erst nach oben dienen. „Ich habe jetzt eine neue, ungewohnte Rolle. Ich bin Defensiv-Stürmer und muss als Erster mit den beiden Verteidigern die blaue Linie absichern.“ Bisher ist sein Trainer zufrieden und bietet ihn in der dritten Sturmreihe auf. Zusammen mit Trevor Parkes und Jaroslav Hafenrichter, der gleich nebenan in Pfersee wohnt, stürmt Stieler heute mit den AEV-Profis in Köln. Am Sonntag kommt Straubing mit Ex-Panthercoach Larry Mitchell ins Curt-Frenzel-Stadion.

Stielers Traum wäre es, auch in der DEL als Torjäger zu glänzen. Aber zunächst stellt er sich ganz in den Dienst der Mannschaft und will mit Augsburg nach drei Jahren erstmals wieder die Play-offs erreichen. Einen Plan für den nächsten Sommer hat der Profi ebenfalls. Dann will David Stieler seine Jugendliebe Tereza – sie sind bereits seit 13 Jahren zusammen – heiraten.

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