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Augsburger Panther
02.06.2022

Prokurist und Marketing-Chef Leo Conti verlässt die Augsburger Panther

Leonardo Conti verlässt die Augsburger Panther.
Foto: Ulrich Wagner

In der Geschäftsleitung der Augsburger Panther gibt es einen prominenten Abgang: Prokurist Leo Conti verlässt den Verein. Zuletzt hatte es Ärger um ihn gegeben.

Die Augsburger Panther müssen einen prominenten Abgang in der Geschäftsleitung verkraften. Prokurist und Marketing-Manager Leo Conti hat sich entschieden, dem Eishockey nach vielen Jahren als Torwart und Funktionär vorerst den Rücken zu kehren und einen neuen Lebensweg einzuschlagen.

Nach dem Ende seiner langen Profilaufbahn im Jahr 2013 wechselte der ehemalige Nationaltorhüter in die Geschäftsstelle der Panther und fungierte als Marketing-Manager. Aufgrund seiner erfolgreichen Tätigkeiten entschieden sich die Gesellschafter des DEL-Klubs dann im März 2019, Contis Kompetenzen zu erweitern und ihm Prokura auszusprechen.

Seit über 30 Jahren leitet Lothar Sigl die Geschicke der Augsburger Panther.
Foto: Ulrich Wagner

Panther-Boss Lothar Sigl bedankt sich bei Conti

Hauptgesellschafter Lothar Sigl sagte bezüglich Conti: "Auch wenn sein Abgang schmerzt, so respektieren wir Leos Wunsch nach Neuorientierung selbstverständlich. Zweifelsohne hat er einen großen Anteil an der Weiterentwicklung unseres Clubs im vergangenen Jahrzehnt. Nicht umsonst genießt er bei unseren Partnern und innerhalb der Liga großes Ansehen. Er hat sich mit großer Hingabe seinem umfangreichen Aufgabengebiet gewidmet und wertvolle und nachhaltige Arbeit für das Augsburger Eishockey geleistet, dafür sind wir ihm sehr dankbar. Für seinen neuen Lebensweg wünschen wir ihm nur das Beste."

Leo Conti sagte über einen Abschied, der ihm laut Aussagen der Panther keinesfalls leichtfalle: "Nach insgesamt 38 aufregenden, lehrreichen, mal mehr und mal weniger erfolgreichen Jahren im Eishockeysport habe ich mich dazu entschieden, meinen Fokus zu verändern und mich auf neue Herausforderungen einzulassen."

Dennis Endras kehrt aus Mannheim zu den Augsburger Panthern zurück.
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Das ist der Kader der Augsburger Panther für die Saison 2022/23
Foto: Uwe Anspach, dpa

Er blicke auf erfolgreiche Jahre als Funktionär zurück, in denen sich der Klub von einem der kleinsten der Liga zum ernsthaften Play-off-Aspiranten entwickeln konnte. "Die kommende Saison 2022/23 habe ich in meiner Funktion als Prokurist noch weitestgehend vorbereitet und so wünsche ich den Augsburger Panthern für die Zukunft viele sportliche Erfolge, sowie glückliche und zukunftsweisende Entscheidungen. Wenngleich mein Weggang von etwas Wehmut begleitet wird, überwiegt die Vorfreude auf meinen neuen Lebensweg und daher sage ich bewusst auf Wiedersehen."

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Die Äußerungen Contis über Corona hatten für Aufsehen gesorgt

Im vergangenen November hatte es Ärger um Conti gegeben: Grund waren dessen Äußerungen zu Corona-Themen. In einem Tweet fragte er, an Ministerpräsident Söder gerichtet: "Tragen Sie, @Markus–Soeder, die Verantwortung bei möglichen Impfschäden?". Oder an Hendrik Wüst, Ministerpräsident von NRW, adressiert: "Junge, gesunde Menschen – auch Sportler – zur Impfung zwingen und sie andernfalls vom gemeinschaftlichen Leben auszugrenzen oder ihnen die Möglichkeit ihren Beruf auszuüben zu nehmen, ist verfassungswidrig. Immer." Innerhalb des Vereins sollen Contis Äußerungen stellenweise auf Unverständnis gestoßen sein. (eisl, AZ)

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02.06.2022

Ein weiteres Beben im Curt Frenzel Stadion. Sehr schade. Die Augsburger Panther verlieren damit einen wichtigen Mann, der die Zukunft des Clubs hätte entscheidend mitgestalten können. Das Duo Conti und Maximilian Horber hätte mittelfristig gute Qualitäten mitbringen können, um Lothar Sigl zu entlasten und Zug um Zug die Führung zu übernehmen. Jetzt hat der altehrwürdige Einzelkämpfer aus Rederzhausen die Reißleine gezogen. So ganz freiwillig, wie in dem Artikel der Eindruck erweckt wird, war der Abgang Contis nicht. Kritische und konstruktive Worte waren in den letzten Jahren immer weniger gewünscht. Wertschätzung ist ohnehin ein Fremdwort bei den Panthern. Die anfängliche Euphorie mit dem neuen Stadion samt Gastro, VIP-Boxen und VIP-Raum hat den Panthern großartige Vermarktungsmöglichkeiten beschert. Conti hat wesentlich dazu beigetragen, dass man diesen Quantensprung in wenigen Jahren professionell vollzogen hat. Contis Postings zu Corona sind nun wirklich kein Grund, sich von einem verdienten Mitarbeiter derart zu distanzieren. Was er damals geschrieben hat ist weit weg von all dem anderen Geschwurble im Netz. Conti hatte eine Vision für die Zukunft der Augsburger Panther. Letztendlich fehlte ihm der ernsthafte Rückhalt von Sigl, ganz zu schweigen von den Knüppeln, die man ihm in der eigenen Geschäftsstelle immer wieder zwischen die Beine warf. Bei den Panthern hält nun wieder die Vergangenheit Einzug. Mit Stefan Esch steht jetzt ein Mann aus den eigenen Reihen in den Startlöchern. Er kann jetzt beweisen, dass er es versteht, Eishockey in Augsburg zu vermarkten.

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