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Augsburger Panther
21.01.2022

Pantherspiel in letzter Minute abgesagt – so geht der AEV damit um

In der Verlängerung konnte sich Adam Payerl (rotes Trikot) entscheidend durchsetzen und erzielte den 1:0-Siegtreffer für die Augsburger Panther gegen die Düsseldorfer EG.
Foto: Siegfried Kerpf

Die beiden nächsten Panther-Partien jeweils gegen Iserlohn und Bietigheim entfallen coronabedingt. Payerl ist der entscheidende Mann gegen die DEG. Gute Nachricht von Haase.

Es hatte sich angedeutet, die Nachricht von der Deutschen Eishockey-Liga kam am Freitag um 16.01 Uhr per Mail: Die kommenden beiden Spiele von Iserlohn und Bietigheim fallen coronabedingt aus. Davon sind die Augsburger Panther stark betroffen. Der AEV hätte am Sonntag im Eisstadion am Seilersee sowie am Dienstag im Curt-Frenzel-Stadion jeweils gegen Iserlohn antreten sollen. Die Spielabsage kam fast in letzter Minute – am Samstagvormittag hätte Mark Pederson noch zum Training gebeten, danach wäre das Team in den Bus gestiegen und ins Sauerland aufgebrochen. Die Streichung der Roosters-Partien bedeutet nun nicht zwingend, dass die Augsburger spielfrei sind. Umgehend bemühte sich der Klub, andere Partien vorzuziehen oder zu tauschen. Der Spielplan der deutschen Eliteliga gerät zu einem Puzzle, dessen Einzelteile bald nicht mehr passen. Ob angesichts der angespannten Corona-Lage die DEL die Hauptrunde mit 56 Einsätzen für jeden Klub noch durchbringen kann, scheint angesichts der rasant steigenden Fallzahlen und der aggressiven Omikron-Variante äußerst fraglich.

Spätfolgen nach Corona-Infektion befürchtet

Das Problem ist nicht nur die schiere Zahl an Corona-Fällen. Die Profis müssen sich nach einer überstandenen Infektion erst medizinischen Tests unterziehen und ein sogenanntes Return-to-play-Protokoll durchlaufen, um Spätfolgen zu vermeiden. Einige Sportler, auch Eishockey-Profis, litten in Folge von Corona-Infektionen unter Herzmuskelentzündungen. Ein Einsatz muss auch aus medizinischer Sicht vertretbar sein. Das Coronavirus wütete in den vergangenen drei Wochen in der Iserlohner Mannschaft. Zwischenzeitlich meldeten die Roosters 28 mit dem Coronavirus infizierte Spieler. Die am Sonntag abgesetzte Partie wäre das erste Match für den Klub aus dem Sauerland seit dem 30. Dezember gewesen. Die Mannschaft trainierte zwar zuletzt, doch einige Profis klagten offenbar über Herzrasen trotz geringer Belastung.

Iserlohn kämpft mit vielen Problemen

Das Virus ist zwar das größte, aber nicht das einzige Problem, mit dem der Klub zu kämpfen hat. Mitten in den Stillstand platzte Anfang Januar die Nachricht von der Entlassung des Cheftrainers Brad Tapper. Obwohl die Mannschaft ihre beiden letzten Partien in Düsseldorf (4:2 am 26. Dezember) und zwei Tage später in München (4:3 n. P.) gewonnen hatte, musste Tapper gehen. Zuvor hatte man das Trainerteam mit dem ehemaligen Augsburger Assistenten Jamie Bartman sowie dem Schweden Johan Åkerman verstärkt. Neuer Chefcoach ist Kurt Kleinendorst. Der 61-jährige US-Amerikaner kennt die Liga aus seinen Engagements in Ingolstadt und Nürnberg.

Die Panther sind bisher glimpflich und fast ohne Corona-Fälle durch die Saison gekommen. „Das ist bestimmt zum Teil Glück, aber Sportmanager Duanne Moeser hat auch seinen Anteil daran. Er ist immer hinterher, dass wir alle Tests und Schutzmaßnahmen befolgen“, sagte AEV-Stürmer Adam Payerl nach dem 1:0 nach Verlängerung gegen die Düsseldorfer EG.

Payerl entscheidet Spiel für den AEV

Der Kanadier mit den österreichischen Wurzeln sorgte nach 60 torlosen Minuten in der Verlängerung für die Entscheidung. „Düsseldorf hatte gerade gewechselt. Ich habe die Chance auf eine Eins-gegen-eins-Situation gesehen und habe nur versucht, am Verteidiger vorbeizuschießen und dann auf den Abpraller zu gehen“, schildert der 30-Jährige die entscheidende Szene, die den Panthern den Zusatzpunkt bescherte. Abpraller gab es keinen, weil der Puck auch durch die Beinschoner von DEG-Torwart Mirko Pantkowski schlüpfte. Zwei Tage nach dem 1:2 nach Verlängerung in München hatten dieses Mal die Panther das bessere Ende für sich. Payerl hat eine Erklärung für die torarmen Partien: „Die Spiele werden enger, weil jedes Team noch verbissener um jeden Punkt für die Play-offs kämpft.“ Als Elfter rangieren die Augsburger noch außerhalb der umkämpften Plätze für die K.-o.-Runde.

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Doch noch sei eine Menge Hockey zu spielen, merkt Payerl an, der im vierten Augsburg-Jahr an seine guten Leistungen in den beiden ersten Spielzeiten beim AEV anknüpft. „Das letzte Jahr war ein Ausreißer, es ist einfach nicht gut gelaufen bei mir, vielleicht hat ein wenig das Glück gefehlt“, sagt der Kanadier mit Blick auf lediglich sieben Treffer und fünf Vorlagen in 32 Partien der verkürzten Corona-Saison. Nach nun 33 Einsätzen hat der Außen seine Scorerzahl mit 23 Punkten fast verdoppelt.

AEV-Verteidiger Graham so elegant wie Katharina Witt

In der AEV-Scorerliste (siehe Infokasten) reicht das trotzdem nicht zu Platz eins. Rekordverdächtig, und das gab es wohl noch nie seit DEL-Gründung: Nach mehr als der Hälfte der Saison führt ein Spieler die Scorerliste an, der selbst noch keinen einzigen Treffer erzielt hat. Verteidiger Jesse Graham, die Augsburger Antwort auf Katharina Witt, nur mit dem Puck stets eng am Schläger, hat 28 Tore aufgelegt, aber selbst noch nicht getroffen.

Haase wohl nicht schwer verletzt

Eine gute Nachricht kam gestern Nachmittag von Grahams Abwehrkollegen Henry Haase, der nach knapp 19 Minuten der Düsseldorf-Partie verletzt in die Umkleide humpelte. Laut ersten Untersuchungen ist der rechte Knöchel offenbar nicht gebrochen. Wann Haase wieder spielen kann, ist offen. Da geht es dem Verteidiger aber nicht viel anders als seinen gesunden Mannschaftskollegen.

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