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ERC Ingolstadt

13.12.2020

5:2 gegen Augsburg: Erfolgreicher ERCI-Abschluss

Gut gemacht: Doppeltorschütze David Elsner (links) freut sich mit seinen Teamkollegen (ab 2. von links) Brandon DeFazio, Ben Marshall, Louis-Marc Aubry und Garret Pruden über den Treffer zum 5:2-Endstand.
Bild: Johannes Traub

Shedden-Truppe feiert am Sonntag beim 5:2-Sieg gegen Augsburg eine gelungene Generalprobe. Vor dem DEL-Auftakt am 20. Dezember steht fest: Hinten wird gut aufgeräumt, vorne herrscht noch etwas Unordnung.

Doug Shedden wird an diesem Sonntag noch lange wach geblieben sein, Videos geschaut und Spielzüge analysiert haben. Ein gelungener Passspielzug hier, ein Loch in der Verteidigung da. Doch die Männer auf dem Bildschirm hatten keine Karbonschläger in der Hand, sondern einen rostbraunen, eierförmigen Lederball. Shedden ist nicht nur Trainer des ERC Ingolstadt, sondern auch großer Fan der Pittsburgh Steelers aus der US-amerikanischen Football-Liga NFL.

Als der Kanadier das Spiel seiner „ersten“ Mannschaft – der mit den Kufen – am Sonntagabend Revue passieren hatte lassen – durchaus positiv, mit viel Lob –, hakte er seinen Arbeitstag ab und freute sich noch während des Gangs zurück in die Kabine auf sein zweites Team, die Steelers, die noch spät in der Nacht spielen sollten.

Keine eishockeybedingten, schlaflosen Nächte also für Shedden nach einer vier Partien kurzen Vorbereitung des ERCI vor dem Saisonstart in die Deutsche Eishockey-Liga (DEL). Ganz im Gegenteil. Gleich zu Beginn knarzte und krachte es noch ein wenig mehr auf dem Eis bei Ingolstadts Generalprobe gegen die Augsburger Panther. Volle Motivation, Zweikampf um des Zweikampfs Willen.

Elsner, Aubry und DeFazio bilden die erste Reihe

Das klappte am Freitag, beim 0.1 in der Fuggerstadt, noch eher mittelmäßig. Beim Wiedersehen der beiden Teams wollte Shedden gleich vom ersten Wechsel an Energie, Härte, ein Zeichen sehen und beorderte dafür drei Spieler in die erste Reihe: David Elsner, Louis-Marc Aubry und Brandon DeFazio. „Drei schwere Burschen. Sie können den Top-Männern des Gegners unter die Haut gehen“, so Shedden.

Und das taten die drei mit ihrem engagierten ersten Auftritt – Stichwort Knarzen und Krachen – und gaben damit die Marschroute für einen engagierten 5:2 (0:0, 2:0, 3:2)-Sieg im Panther-Duell vor. Vom „besten Spiel der Vorbereitung“ wird der letztjährige DEL-Topscorer Wayne Simpson später sprechen. „Wir haben sie dominiert, sind gut gelaufen, haben die Scheibe bewegt“, wird Shedden sagen.

Ben Marshall bringt den ERC Ingolstadt in Führung

„Weg vom Sommer-Eishockey“ wollte der Trainer vor dem finalen Testspiel-Wochenende gegen den schwäbischen Rivalen – und hin zu jener aggressiven, schnellen, auf die Vertikale ausgelegten Taktik, die er in den vergangenen drei Jahren an der Donau etablierte und die sein Team – nach dominantem, aber erfolglosen ersten Drittel – bei der Schanzer Führung am Sonntag zelebrierte: Elsner lauerte in der neutralen Zone auf den Konter, Neuzugang Ben Marshall schaltete sich vorne ein: So will es das Ingolstädter System von den Verteidigern. Letzterer traf aus der Distanz zum 1:0 (25.). Für Elsner selbst sollte es indes ein torreicher Abend werden. In der 32. Minute traf er durch die Beine des AEV-Goalies Markus Keller zum 2:0, am Ende noch per „Empty-Net“ noch zum 5:2 (59.).

Ganz so flüssig lief es noch nicht überall im Sturm. Kein Wunder: Ingolstadts Offensive, sonst der große Trumpf des Teams, muss sieben neue Spieler integrieren. Shedden hatte die Reihen nach der Sperre gegen Daniel Pietta und nur einem Treffer in den vergangenen zwei Partien nochmals getauscht. Simpson lief neben Mirko Höfflin und Tim Wohlgemuth auf und erzielte in dieser Formation auch einen Powerplay-Treffer zum zwischenzeitlichen 4:1 (57./Shedden: „Timmy kann davon profitieren, dass Pietta draußen ist.“). Justin Feser rückte dafür zwischen Petrus Palmu und Frederik Storm.

Ingolstadts Trainer Shedden lobt seine beiden Torhüter

Kombinationssicher war da noch nicht alles, die Chancenauswertung dafür im Vergleich zu den Vortagen umso besser. Der bisher unauffällige Aubry traf nach Vorlage von DeFazio zum 3:0 (50.). Augsburg war über zwei Tore von Scott Valentine (55./58.) jeweils nochmals rangekommen, was den positiven Eindruck des ruhigen und scheibenstarken Nico Daws im ERCI-Kasten nicht schmälern sollte. „Beide Goalies haben dieses Wochenende sehr gut gehalten“, resümierte Shedden. Und auch der 19-jährige Daws war glücklich: „Ich habe mich echt gut gefühlt. Nach neun Monaten Pause seine ersten Profi-Spiele zu bekommen, ist definitiv hart, aber ich bin recht zufrieden.“

Überhaupt, die Verteidigung, eine überraschend stabile Angelegenheit bei den Panthern bisher. Nur neun Gegentore kassierte der ERC in seinen vier Testpartien aus dem Spiel heraus. Meist waren es schwer zu verteidigende, verdeckte Schüsse. „Wir waren die ganze Vorbereitung über defensiv stark“, befand Stürmer Simpson. Shedden gab sich gar überrascht, wie aufgeräumt und strukturiert sein Team vor dem eigenen Tor agierte: „Wir haben in keiner Partie mehr als 14 Chancen des Gegners zugelassen.“

Jetzt muss er also nur noch vorne die richtigen Kombinationen finden. Der Sonntag war dafür schon ein erster Fingerzeig. Und auch wenn der Trainer immer wieder betonte, für wie irrelevant er Testspiel-Ergebnisse hält: Nach den drei anfänglichen Niederlagen gegen Straubing (zwei) und Augsburg überwog dann doch die Erleichterung über den Erfolg vor dem Ligastart: „Alle Testspiele wollte ich sicher nicht verlieren.“

Bei Sheddens zweitem Team ist es übrigens genau umgekehrt. Lange marschierten die Pittsburgh Steelers von Woche zu Woche und Erfolg zu Erfolg. Am vergangenen Montag musste der Titelfavorit seine erste Niederlage gegen Washington hinnehmen. „Ich dachte, sie bleiben ungeschlagen“, scherzt Shedden noch. Dann geht es in die lange Sonntagnacht.

ERC Ingolstadt: Daws – Ellis, Schütz; Marshall, Wagner; Jobke, Quaas; Pruden – Elsner, Aubry, DeFazio; Simpson, Wohlgemuth, Höfflin; Palmu, Feser, Storm; Detsch, Stachowiak, Soramies. – Tore: 1:0 Marshall (25.), 2:0 Elsner (32.), 3:0 Aubry (50.), 3:1 Valentine (55.), 4:1 Simpson (57./PP), 4:2 Valentine (58.), 5:2 Elsner (59./EN).

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