ERC Ingolstadt

04.08.2015

Aus Drei mach Vier

Auf gute Zusammenarbeit: Kaufbeurens Geschäftsführer Michael Kreitl (links) und Panther-Sportdirektor Jiri Ehrenberger (rechts) besiegelten gestern auch schriftlich die Zusammenarbeit.
Bild: Dirk Sing

Schanzer kooperieren künftig mit dem ESV Kaufbeuren, EV Regensburg und EHC Bayreuth

Der ERC Ingolstadt ist bei der Suche nach einem neuen Kooperationspartner in der DEL2 fündig geworden. Wie der amtierende deutsche Vizemeister gestern auf einer Pressekonferenz offiziell bekanntgab, wird man künftig mit dem ESV Kaufbeuren zusammenarbeiten. Die Panther mussten sich in der Sommerpause bekanntlich nach einem neuen Partner umsehen, da der bisherige, EV Landshut, aus finanziellen Gründen keine Lizenz für die DEL2 erhielt. Darüber hinaus arbeitet der ERCI auch weiterhin mit dem Oberligisten EV Regensburg sowie ab sofort auch mit dessen Liga-Konkurrenten EHC Bayreuth zusammen.

„Ich denke, dass wir mit dem ESV Kaufbeuren in mehrerlei Hinsicht einen sehr guten Partner gefunden haben“, meinte Panther-Sportdirektor Jiri Ehrenberger. Zum einen genieße der aktuelle Zweitligist aus dem Allgäu in „Eishockey-Deutschland“ aufgrund seiner „hervorragenden Arbeit in den vergangenen Jahrzehnten“ (Ehrenberger) einen erstklassigen Ruf. Zum anderen verfolge man beim ESV eine ähnliche Strategie wie in Ingolstadt: Das junge deutsche Element solle künftig (wieder) wesentlich gestärkt werden. „Wir haben in der kommenden Saison viele junge deutsche Akteure in unserem Kader, die wir weiterentwickeln wollen. Von dem her gleichen sich unsere Philosophien“, erklärte der Geschäftsführer der ESVK-Spielbetriebs GmbH, Michael Kreitl.

Lange diskutieren oder verhandeln mussten Ehrenberger und Kreitl dabei nicht, nachdem der ERCI-Sportchef die ersten Kontakte zu seinem Kaufbeurer Kollegen geknüpft hatte – zumal auch die Allgäuer nach der Absage des bisherigen DEL-Partners Straubing Tigers (arbeiten künftig mit Rosenheim zusammen) auf der Suche nach einem „großen Bruder“ waren. „Bevor es mit dem ERC Ingolstadt konkret wurde, habe ich auch das eine oder andere Gespräch mit den Kölner Haien geführt. Als sich dann aber Jiri bei mir gemeldet hat und wir erstmals miteinander gesprochen haben, war es eigentlich schnell klar, dass wir diese Kooperation gerne mit Ingolstadt eingehen würden“, so Kreitl, der freilich noch einen weiteren ausschlaggebenden Punkt in Sachen ERCI nennt: „Allein schon geografisch macht eine Zusammenarbeit mit Ingolstadt wesentlich mehr Sinn als mit Köln. Da haben die Jungs einen deutlich kürzeren Anfahrtsweg und sind damit wesentlich schneller bei einem der beiden Vereine. Sprich: Man kann auch einmal kurzfristig reagieren.“

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Nachwuchs soll „möglichst viel Spielpraxis“ erhalten

Auch Ehrenberger ist diesbezüglich „sehr optimistisch“, dass die Partnerschaft speziell mit dem ESV Kaufbeuren deutlich besser verläuft, als dies in der vergangenen Spielzeit mit dem EV Landshut der Fall war. „Dass unsere U20-Nationalspieler Fabio Wagner und Marc Schmidpeter nach Weihnachten aus verschiedenen Gründen kaum noch zum Einsatz gekommen sind, war für mich persönlich schon sehr bitter. So etwas soll und darf in Zukunft nicht mehr passieren.“ Schließlich gelte es – in diesem Punkt waren sich die bei der Pressekonferenz anwesenden Mike Muller (Trainer ESV Kaufbeuren), Michael Kreitl, Jiri Ehrenberger, Ivo Stellmann-Zidek (Geschäftsführer der EVR Eishockey GmbH) und Sergej Wasmiller (Trainer EHC Bayreuth) einig – dem deutschen Nachwuchs „möglichst viel Spielpraxis“ zu geben, damit sich dieser entsprechend weiterentwickeln könne.

Eine genaue Absprache, wann welcher Spieler bei welchem Verein letztlich zum Einsatz kommt, gebe es laut Ehrenberger allerdings (logischerweise) nicht. „Das Wichtigste bei einer Kooperation ist die Kommunikation. Wir werden im ständigen Austausch sein und desöfteren auch kurzfristig entscheiden, was für den jeweiligen Akteur das Beste ist“, so der Panther-Verantwortliche. Eine deutliche Verbesserung erhofft sich Ehrenberger durch die neue „Vierer-Partnerschaft“ auch für „seine“ Torhüter: „Für Marco Eisenhut war die Situation im letzten Jahr nicht einfach. Auch er muss Spielpraxis bekommen. Daher werden wir wohl noch zwei oder drei weitere Goalies mit einer Förderlizenz ausstatten, die beispielsweise abwechselnd die Back-up-Position bei uns übernehmen könnten.“

Ein erstes „Ergebnis“ der Kooperation ist in dieser Woche bereits auf der Eisfläche in der Saturn-Arena zu sehen. So nehmen bis einschließlich Donnerstag insgesamt 13 junge Cracks aus Kaufbeuren, Regensburg und Bayreuth an der ersten Übungsseinheiten der DEL-Mannschaft unter dem Trainergespann Manny Viveiros/Peppi Heiß teil – zwei davon werden sogar in der kommenden Woche quasi als „Belohnung“ mit ins Trainingslager nach Südtirol fahren.

Im Zuge der Kooperation bestreitet der ERC Ingolstadt am Mittwoch, 19. August (19.30 Uhr), ein Testspiel beim ESV Kaufbeuren.

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