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ERC Ingolstadt

07.04.2019

„Dich kann man nicht ersetzen, du bist einzigartig“

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Wurde von den Fanbeauftragten Oliver Höherl (links) und Petra Vogl (rechts) zum "Panther des Jahres 2019" ausgezeichnet: Thomas Greilinger (Mitte).
Bild: Jürgen Meyer

Über 1500 Zuschauer verabschieden sich bei der emotionalen Saisonabschlussfeier in der Saturn-Arena von „ihrem“ Thomas Greilinger. Warum Ex-Bundestrainer Hans Zach seinen ehemaligen Schützling mit Gerd Müller vergleicht

Ein letztes Mal zusammen feiern, ein letztes Mal „Thomas Greilinger“-Sprechchöre, ein letztes „Jawoi“: Die Saisonabschlussfeier des ERC Ingolstadt stand am Sonntagnachmittag ganz im Zeichen des Abschieds seiner „lebenden Legende“. Über 1500 Panther-Fans – so viele wie seit der Vizemeisterfeier im Jahr 2015 nicht mehr – waren trotz strahlendem Sonnenschein in die Saturn-Arena gekommen, um ihrem Liebling einen unvergesslichen Abschied zu bereiten.

Dass es eine besondere Abschlussfeier werden sollte, wurde schon vor Hallenöffnung klar. Schnell hatte sich eine über 50 Meter lange Schlange vor dem Stadion gebildet. Weil der Platz auf der bereits abgetauten Eisfläche nicht reichte, wurden sogar noch zwei Sitzplatz-Blöcke geöffnet. Die Enttäuschung über das knappe Viertelfinal-Aus gegen die Kölner Haie war bereits verflogen. Sowohl Fans als auch die Verantwortlichen der Panther wollten Thomas Greilinger den ihm gebührenden Abschied bereiten.

Vor dem emotionalen Teil zogen die ERCI-Verantwortlichen dennoch ein kurzes, positives Saison-Fazit. „Wenn man in der Serie gegen Köln mit 3:1 führt und es nicht schafft, den Sack zuzumachen, kann man das nicht schönreden. Aber als ich vor einem Jahr hier saß, habe ich gesagt, dass wir einen Schritt nach vorne machen wollen. Und wenn man sich die Zahlen anschaut, sind wir in fast allen Kategorien besser als im Vorjahr“, analysierte Sportdirektor Larry Mitchell. „Wir hatten mehr Punkte, mehr Siege und mehr Tore als vergangene Saison. Außerdem waren unser Unterzahlspiel und vor allem das Powerplay deutlich besser. Aber jetzt freue ich mich, heute ein Teil dieser ’Thomas Greilinger Show’ zu sein“, so Mitchell weiter.

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Vor Goalie Jochen Reimer (Platz drei) und Verteidiger Maury Edwards (Zweiter) wurde Greilinger in einer Wahl von Journalisten und Fans zum „Panther des Jahres“ gekürt. Oder wie es die Fanbeauftragte Petra Vogl treffend beschrieb: „Für mich bist du der Panther des Jahrzehnts. Viele Fans sind heute nur wegen dir da. Dich kann man nicht ersetzen, du bist einzigartig.“ Doch diese Ehrung sollte nur den Auftakt zur großen Zeremonie bilden. Nach der Verabschiedung von Tyler Kelleher, Ryan Garbutt, Patrick Cannone, Joachim Ramoser, Laurin Braun und Benedikt Kohl, der fünf Jahre lang das Panther-Trikot trug, stand Greilinger da, wo er gar nicht so gerne ist: im Mittelpunkt! Der Mann für große Emotionen und Sentimentalität war der 37-Jährige während seiner Laufbahn beim ERC Ingolstadt nie. Gewohnt bescheiden stand er also auf der Bühne. Das Rampenlicht nur auf ihn gerichtet.

„Ich hätte 2008, als ich nach Ingolstadt kam, niemals gedacht, dass ich elf Jahre hier spiele und so viele Erfolge feiern kann“, blickte er auf seine Zeit bei den Panthern zurück und fügte hinzu: „Mir war schon klar, dass heute etwas Größeres passiert. Aber das ist schon phänomenal. Es freut mich sehr, dass so viele Fans gekommen sind.“ Mit Highlight-Videos wurde an die größten Greilinger-Momente im ERC-Trikot erinnert und Weggefährten wie Michael Wolf, Stefan Ustorf, Stephan Retzer und Hans Zach würdigten „Greile“ per Videobotschaft. Ex-Bundestrainer Zach adelte seinen ehemaligen Schützling sogar als „Gerd Müller des Eishockeys. Du bist ein begnadeter Torjäger, das kann man nicht lernen.“

Mindestens einmal wird Greilinger allerdings noch in die Saturn-Arena zurückkehren. Wenn der Niederbayer seine Karriere bei seinem Heimatverein Deggendorfer SC endgültig beendet hat, wird sein Trikot unter das Dach des „Panther-Käfigs“ gezogen werden. Das kündigte Panther-Geschäftsführer Claus Gröbner bereits an und stellte zudem ein Abschiedsspiel „mit deinen alten Weggefährten“ in Aussicht.

„Nach dem letzten Spiel in Köln habe ich so viele Nachrichten bekommen. Ich will mich nochmals bei allen bedanken. Wenn man geht und die Fans mit einem zufrieden sind, ist das doch das A und O. Diese Anerkennung ist eigentlich auch mehr wert, als die ganzen Rekorde“, meinte Greilinger und verschwand in der riesigen Menschentraube, die auf Fotos und Autogramme wartete. Für die Panther steht nun die schwierige und nahezu unmögliche Aufgabe bevor, die Lücke, die Greilinger sowohl sportlich als auch als Identifikationsfigur hinterlässt, zu schließen.

Ein ausführliches Video-Interview mit Verteidiger Benedikt Kohl gibt es in unserem ERCI-Special im Internet unter www.neuburger-rundschau.de/erci.

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