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ERC Ingolstadt
16.09.2016

Emotionen, Jubel – und drei Punkte

Perfekter Saisonstart: (Von links) Thomas Greilinger, Brandon Buck, Patrick McNeill und Darryl Boyce kamen gestern Abend mit dem ERC Ingolstadt zu einem verdienten 4:0-Erfolg gegen die Schwenninger Wild Wings.
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Perfekter Saisonstart: (Von links) Thomas Greilinger, Brandon Buck, Patrick McNeill und Darryl Boyce kamen gestern Abend mit dem ERC Ingolstadt zu einem verdienten 4:0-Erfolg gegen die Schwenninger Wild Wings.
Foto: Xaver Habermeier

Erst wird das Trikot von Jakub Ficenec feierlich unter das Hallendach gezogen. Anschließend kommen die Panther gegen Schwenningen zu einem 4:0

Der ERC Ingolstadt hat gestern Abend einen Auftakt nach Maß in die DEL-Saison 2016/2017 hingelegt. Das Team des neuen Headcoaches Tommy Samuelsson kam vor 3708 Zuschauern in der heimischen Saturn-Arena gegen die Schwenninger Wild Wings zu einem 4:0 (1:0, 2:0, 1:0)-Erfolg. Am Sonntag (14 Uhr) gastieren die Oberbayern zum Derby in Straubing.

„Emotionen pur“ gab es bereits rund zehn Minuten vor dem Eröffnungsbully. Nach der offiziellen Spielervorstellung bildeten die Panther-Akteure zu Ehren eines Mannes Spalier, der sich zwischen 2003 und 2014 in die Herzen der ERCI-Anhänger gespielt, gekämpft und geschossen hatte: Jakub Ficenec! Gemeinsam mit seiner Ehefrau Jana und Sohn Jakub junior betrat der 39-Jährige unter tosendem Beifall die Eisfläche. Nach einem emotionalen Beitrag auf dem Videowürfel, einer kurzen Ansprache von Panther-Geschäftsführer Claus Gröbner sowie bewegenden Worten von Ficenec selbst an die Fans, folgte der große Moment: Das Trikot mit der Nummer 38, die beim ERCI künftig nicht mehr vergeben wird, wurde unter das Hallendach der Saturn-Arena gezogen - und zwar von Sohnemann Jakub junior!

Dass die anschließende DEL-Auftaktpartie der Schanzer gegen Schwenningen fünf Minuten später als ursprünglich geplant begann, störte da freilich niemand. Zumal die Panther anschließend durchaus einen ersten Vorgeschmack von dem lieferten, wie das künftige Ingolstädter Eishockey in dieser Spielzeit aussehen soll. Statt wie in den vergangenen Jahren die Scheibe im Angriff zumeist tief ins gegnerische Drittel zu spielen, wurde sich stattdessen durch die neutrale Zone kombiniert. Zudem sahen sich die Wild Wings oftmals einem aggressiven Forechecking der Hausherren ausgesetzt. Die logische Konsequenz: Je länger das erste Drittel dauerte, um so mehr Möglichkeiten erspielte sich die Truppe von Headcoach Tommy Samuelsson. Einziges Manko: Lediglich Petr Pohl (8.) konnte Schwenningens Besten, Goalie Dustin Strahmeier, in dieser Phase überwinden. Der Neuzugang aus Berlin profitierte dabei von der genialen Vorarbeit Thomas Greilingers, der aus der eigenen Zone einen unwiderstehlichen Sprint ansetzte und seinen Sturmpartner maßgerecht bediente – ein herrliches Tor!

Weitere erstklassige Einschuss-Gelegenheiten wie die von Pohl (4./14.), Thomas Oppenheimer (15.), Darryl Boyce (15.) oder Jean-Francois Jacques (16.) machte der starke Strahlmeier, der im Übrigen mit Ilpo Kauhanen einen Ex-Panther als Torhüter-Trainer hat, zunichte. Aber auch sein Gegenüber Timo Pielmeier ließ bei den wenigen gefährlichen Situationen vor seinem Kasten (Danner/1. und El-Sayed/6.) nichts anbrennen.

Auch im zweiten Abschnitt machten die Panther zunächst dort weiter, wo sie im ersten Durchgang aufgehört hatten. Einziger Unterschied: Sie nutzten jetzt auch ihre Chancen konsequenter. Erst fälschte Heim-Kapitän John Laliberte im Powerplay einen McNeill-Schuss zum 2:0 ab (21.), ehe der nächste große Greilinger-Auftritt folgte: In der 29. Minute wuchtete der 35-Jährige die Scheibe zum dritten Ingolstädter Treffer ins SWW-Gehäuse. Danach nahmen die Oberbayern sichtlich den Fuß zum Gaspedal und wollten das Ergebnis und Spiel verwalten. Doch nicht mit Tommy Samuelsson. Der Panther-Trainer nahm zum richtigen Zeitpunkt eine Auszeit, um seine Truppe wach zu rütteln. Diese hatte sich zuvor ein, zwei Schnitzer in der eigenen Zone erlaubt. Nach einer kurzen, aber intensiven Ansprache Samuelssons agierten seine Schützlinge prompt wieder konzentrierter.

Letztlich war es der besten ERCI-Sturmreihe am gestrigen Abend, Pohl, Greilinger und Petr Taticek vorbehalten, den 4:0-Endstand zu erzielen. Torschütze war abermals Pohl (45.). Schöner „Nebeneffekt“: Panther-Schlussmann Timo Pielmeier feierte seinen ersten Shut-out seit Dezember 2014.

„Für das Selbstvertrauen ist es natürlich wichtig, wenn man das erste Saisonspiel gewinnt. Wir wissen aber auch, dass es noch viel zu verbessern gibt“, bilanzierte Doppel-Torschütze Petr Pohl nach der Partie. Für ihn und seine Teamkollegen gibt es angesichts dieses „Zu-Null-Sieges“ sogar noch einen weiteren Grund zur Freude. „Wenn ich ohne Gegentreffer bleibe, muss ich ein Kabinenfest in Form eines Weißwurstfrühstücks schmeißen“, erklärt Pielmeier und fügt lachend hinzu: „Doch das nehme ich gerne in Kauf.“

ERC Ingolstadt: Ti. Pielmeier – McNeill, Friesen; Kohl, Schopper; Köppchen, Salcido; Wagner – Buchwieser, Buck, Laliberte; Greilinger, Taticek, Pohl; Oppenheimer, Boyce, Jacques; Irmen, Th. Pielmeier, Elsner. – Tore: 1:0 Pohl (8.), 2:0 Laliberte (21./PP), 3:0 Greilinger (29.), 4:0 Pohl (45.). – Zuschauer: 3708.

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