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ERC Ingolstadt
12.03.2019

Ingolstädter Panther besiegen Kölner Haie im ersten Play-off-Spiel

Und rein damit: Panther-Stürmer David Elsner (links) lässt Haie-Torhüter Gustaf Wesslau bei seinem Treffer zur zwischenzeitlichen 2:0-Führung schlecht aussehen.
Foto: ISPFD

Der ERC Ingolstadt siegt bei den Kölner Haien im ersten Spiel des Play-off-Viertelfinales mit 6:2. Von einer kurzen Schwächephase lässt sich Team nicht beirren.

Was für ein Auftakt für den ERC Ingolstadt in die Play-off-Viertelfinalserie gegen die Kölner Haie! Das Team von Headcoach Doug Shedden kam am Dienstagabend in der Lanxess-Arena zu einem verdienten 6:2 (2:0, 1:2, 3:0)-Erfolg und hat sich damit bereits das Heimrecht zurückgekämpft. Das zweite Duell findet am Freitag (19.30 Uhr) in der Saturn-Arena statt.

„Die Haie verfügen über eine starke Mannschaft mit viel Potenzial. Wir müssen vor allem die kleinen Dinge richtig machen und auf die Disziplin achten. Dass wir diesen Gegner besiegen können, haben wir in der Hauptrunde ja schon dreimal bewiesen“, so Panther-Stürmer Jerry D’Amigo. Ein weitere „extrem wichtige Rolle in dieser ausgeglichenen Serie“ spielen laut Headcoach Doug Shedden „neben den Special Teams definitiv die Torhüter-Leistungen“. Während die Haie mit Gustaf Wesslau einen der besten Goalies der DEL erwartungsgemäß in Spiel eins aufboten, machte Shedden um die Besetzung dieser Position im Vorfeld ein Geheimnis. Erst eine Stunde vor dem gestrigen Eröffnungsbully löste der Kanadier das Rätsel auf: Jochen Reimer, der bereits bei allen drei Erfolgen in der Punktrunde gegen Köln den ERCI-Kasten hütete, erhielt den Vorzug gegenüber Timo Pielmeier.

ERC Ingolstadt spielen gegen Kölner Haie vor spärlicher Kulisse

Wer weiß, welchen Verlauf diese Partie genommen hätte, wäre zum einen Kölns Colby Genoway bei seinem Alleingang nach 20 (!) Sekunden und zum anderen die Hausherren bei einem frühen Powerplay (Ryan Garbutt musste bereits nach zwei Zeigerumdrehungen auf die Strafbank) erfolgreich gewesen. Doch eben jener Reimer hielt in dieser Phase seinen Kasten gegen Frederik Tiffels (3.) und Jason Akeson (4.) sauber. Genoways Versuch war hingegen knapp neben den Pfosten gesaust. Die Panther überstanden diese heikle Phase nicht nur unbeschadet, sondern kamen im weiteren Verlauf immer besser und besser in dieses Match. Während die Haie im ersten Abschnitt nur dann für etwas Gefahr sorgten, wenn ihre Paradereihe mit Genoway, Akeson und Tiffels auf dem Eis stand, erwiesen sich bei den Gästen alle vier Angriffsreihen aggressiv, bissig und torgefährlich. Nachdem sich Garbutt (7.), Patrick Cannone (7.) und David Elsner (11.) schon einmal angenähert hatten, durften sich die Schanzer in der zwölften Minute erstmals mit einem Akteur mehr auf dem Eis versuchen – und das gleich mit Erfolg! Einem Schlagschuss von Ville Koistinen gab Brandon Mashinter die entscheidende Richtungsänderung – 0:1 (13.)!

Ein Treffer, der die Kölner regelrecht schockte. Mit Ausnahme eines Versuchs von Akeson, den Reimer jedoch unschädlich machte (16.), fanden die Einheimischen offensiv kaum noch statt. Ganz anders dagegen das Shedden-Team, das vor allem im Umschaltspiel immer gefährlicher wurde. Nach einem Scheibenverlust von Rok Ticar an der gegnerischen blauen Linie, als er Elsner die Scheibe aus kurzer Distanz an den Schlittschuh schoss, konnte dieser zu einem „Zwei-gegen-Eins“-Konter starten. Bei seinem Schuss ins „kurze“ Eck sah Wesslau alles andere als gut aus - 0:2 (17.). Die Haie waren nun völlig von der Rolle und hatten Glück, dass erneut Cannone (17.) und Garbutt (19.) weitere Hochkaräter zunächst ungenutzt ließen. Als dann ERCI-Youngster Tim Wohlgemuth in der 24. Minute doch auf 3:0 erhöhte, quittierten die Haie-Fans die bis dahin biedere Leistung ihrs Teams mit lautstarken „Wir wollen euch kämpfen sehen“-Rufe!

Und die Rheinländer kämpften sich vor der spärlichen Kulisse von 9645 Zuschauern tatsächlich in dieses Match zurück - wenn auch unter gütiger Mithilfe der Oberbayern! Vor dem 1:3-Anschlusstreffer von Jason Akeson (30.) brachten sie erst den Puck eine gefühlte Ewigkeit nicht aus ihrem Drittel, ehe nur wenige Sekunden später ERCI-Rauhbein Garbutt seinem Team erneut einen Bärendienst erwies und eine weitere Strafzeit zog. Abermals Akeson brachte die Haie mit seinem Powerplay-Tor endgültig zurück in diese Begegnung (31.).

Ingolstadt wankte in den folgenden Minuten bedenklich, überstand jedoch diese kritische Phase – auch dank starker Paraden von Reimer – unbeschadet. Als sich Kölns Verteidiger Simon Despres dann in der 40. Minute auf Höhe der Mittellinie einen „Hohen Stock“ gegen Cannone leistete, dafür vier Minuten in die „Kühlbox“ verfrachtet wurde und Thomas Greilinger exakt fünf Sekunden vor Ablauf der Strafe zum 4:2 traf (43.), war das Momentum endgültig wieder aufseiten der Panther. Die Haie waren an- und acht Minuten später komplett ausgeknockt! Garbutt nach einem feinen Zuspiel Kellehers (48.) sowie Jerry D’Amigo in Unterzahl (51./für den US-Boy war es bereits der vierte „Shorthander“ in dieser Saison, was zugleich einen neuen Vereinsrekord bedeutete) brachten den deutlichen Auftaktsieg in dieser Serie endgültig unter Dach und Fach.

ERC Ingolstadt: Reimer - Edwards, Sullivan; Kohl, Koistinen; Friesen, Wagner, Jobke – Collins, Cannone, D’Amigo; Kelleher, Garbutt, Mashinter; Greilinger, Olson, Elsner; Ramoser, Olver, Wohlgemuth. – Tore: 0:1 Mashinter (13./PP), 0:2 Elsner (17.), 0:3 Wohlgemuth (24.), 1:3 Akeson (30.), 2:3 Akeson (31./PP), 2:4 Greilinger (43./PP), 2:5 Garbutt (48.), 2:6 D’Amigo (51./SH). – Zuschauer: 9645.

Kölner Haie - ERC Ingolstadt: Stimmen zum Spiel

Doug Shedden (Trainer ERC Ingolstadt): „Wir sind natürlich sehr glücklich, dass wir gleich die erste Partie in dieser Serie zu unseren Gunsten entscheiden konnten. Mit der Anfangsphase war ich nicht so glücklich. Danach haben wir aber eine sehr gute Leistung abgeliefert. Speziell Tyler Kelleher hatte einige erstklassige Aktionen. Auch Jochen Reimer war da, als wir ihn gebraucht haben. Wir werden das Resultat sicher nicht überbewerten. Bereits am Freitag wartet das nächste schwere Spiel.“

Dan Lacroix (Trainer Kölner Haie): „Ich denke, dass wir sehr gut in diese Partie hineingekommen sind. Allerdings haben wir in dieser Phase keinen Treffer erzielt. Einer der Knackpunkte war sicherlich Ingolstadts vierter Treffer zu Beginn des letzten Drittels, als wir die vierminütige Unterzahl nahezu überstanden hatten. Jetzt gilt es, den Mund abzuwischen und sich auf das nächste Spiel zu konzentrieren.“

Jochen Reimer (Torhüter ERC Ingolstadt): „In den Play-offs ist es egal, ob du mit 1:0 oder 6:2 gewinnst. Nichtsdestotrotz haben wir eine sehr gute Auswärtspartie abgeliefert, auch wenn das Resultat wohl um ein oder zwei Tore zu hoch ausgefallen ist. Wir werden uns daher von diesem Ergebnis auch nicht täuschen lassen, sondern sind uns bewusst, dass noch ein langer Weg vor uns liegt.“

Thomas Greilinger (Stürmer ERC Ingolstadt): „Einer der Schlüssel zu unserem Sieg war sicherlich, dass wir sehr diszipliniert aufgetreten sind und kaum Strafzeiten gezogen haben. In meinen Augen war es ein nahezu perfektes Auswärtsspiel, das wir am Ende auch hochverdient gewonnen haben.“

Tim Wohlgemuth (Stürmer ERC Ingolstadt): „Natürlich freue ich mich riesig, dass ich heute meinen ersten Play-off-Treffer erzielt habe und somit dem Team helfen konnte. Jetzt müssen wir am Freitag daheim nachlegen.“

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