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ERC Ingolstadt
29.03.2019

Panther müssen in den Showdown

Gemütliche „Kuschelrunde“: Im Schlussabschnitt flogen zwischen den Ingolstädter Panthern und Kölner Haien die Fäuste. In einer emotionalen Partie unterlag der ERCI am Ende mit 2:5 und muss damit am Sonntag ins siebte Spiel.
Foto: Johannes Traub

ERC Ingolstadt kassiert im sechsten Viertelfinal-Spiel gegen die Kölner Haie aufgrund eines schwachen Anfangsdrittels eine 2:5-Niederlage. Entscheidung fällt somit am Sonntag

Der ERC Ingolstadt hat am Freitagabend auch den zweiten Matchpuck in der Play-off-Viertelfinalserie gegen die Kölner Haie vergeben. Vor 4815 Zuschauern in der ausverkauften Saturn-Arena gewannen die Gäste mit 5:2 (3:0, 0:2, 2:0) und glichen damit in diesem Duell auf 3:3 aus. Die siebte und entscheidende Partie um den Halbfinal-Einzug findet am Sonntag (14 Uhr) wieder in der Kölner Lanxess-Arena statt.

„Wir haben in dieser Woche sehr gut trainiert und uns damit Selbstvertrauen für das wichtige sechste Match geholt“, so Panther-Mittelstürmer Pat Cannone, der im Vorfeld eine klare Parole ausgab: „Unser Ziel muss es sein, von der ersten Sekunde an aggressiv auf dem Eis zu stehen und damit unsere Anhänger ins Boot zu holen. Das würde uns mit Sicherheit zusätzliche Energie verleihen.“ Sein Headcoach Doug Shedden hatte indes noch eine andere Forderung parat: „Unsere Top-Spieler müssen am Freitag auch ihre Top-Leistung abliefern, damit wir diese Serie zu unseren Gunsten entscheiden.“ Um eben jene (erhofften) Leistungsträger (neben Cannone vor allem Jerry D’Amigo und Mike Collins) in Schwung zu bekommen, nahm Shedden zwei kleine, aber feine Umstellungen in den Angriffsreihen vor. Während der bis dato punktlose Collins gemeinsam mit Thomas Greilinger und Brett Olson auf Torjagd ging, bekamen D’Amigo und Cannone mit David Elsner ebenfalls einen neuen Sturmpartner.

Die erhoffte Wirkung dieser Maßnahme blieb allerdings gänzlich aus. Auch wenn Greilinger und Ville Koistinen in der Anfangsphase durchaus den Führungstreffer für die Schanzer auf dem Schläger hatten (3.), erwies sich der weitere Verlauf des ersten Abschnitts aus Sicht der Panther als wahrer Albtraum. Ausgerechnet der bislang mit Abstand beste ERCI-Akteur in dieser Serie, Goalie Jochen Reimer, war am ersten Tor der Haie maßgeblich beteiligt. Bei einem „Bauerntrick“ des Ex-Ingolstädters Alexander Oblinger, der diesen mit der Rückhand ins „lange Eck“ abschloss, ließ sich der „Joker“ überraschen – 0:1 (5.).

Aus dem erhofften Blitz- war nun auf einmal ein Fehlstart geworden. Und dieser sollte sich sogar noch weiter verschlimmern. Nach einer fragwürdigen Hinausstellung gegen Cannone nutzte Felix Schütz diese Überzahl-Situation elf Sekunden vor dem Ablauf zum zweiten KEC-Treffer (11.). Die Panther waren sichtlich geschockt und mussten nur drei Zeigerumdrehungen später sogar das 0:3 hinnehmen. Erneut bekamen die Haie ein Powerplay zugesprochen – und abermals nutzte Schütz ein schönes Zuspiel von Ticar (14.). Hatten die Kölner in der bisherigen Serie noch mit einem unfassbaren Chancenwucher „geglänzt“, erwiesen sie sich diesmal als wahre Meister der Effizienz – speziell mit einem Akteur mehr auf dem Eis!

ERCI-Headcoach Doud Shedden reagierte in der ersten Pause und tat das, was Eishockey-Trainer häufig tun, um ihr Team in scheinbar ausweglosen Situationen nochmals wachzurütteln: Er entschied sich für einen Wechsel auf der Torhüter-Position. Für Reimer, der auf der Bank Platz nahm, übernahm Timo Pielmeier und gab somit sein diesjähriges Play-off-Debüt! Für den zweiten Weckruf aus Sicht der Schanzer sorgte schließlich Benedikt Kohl. Mit seinem Schuss von der blauen Linie, den ein KEC-Akteur noch unhaltbar für Schlussmann Gustaf Wesslau abfälschte (27.), brachte der Verteidiger sein Team wieder zurück in dieses Match.

Es war zugleich der Startschuss für eine packende Aufholjagd, in der die Panther schließlich auch eines ihrer Überzahlspiele zu einem weiteren Treffer nutzten. Kölns Mike Zalewski saß ganze 14 Sekunden auf der Strafbank, als Brett Olson nach toller Vorarbeit von Greilinger auf 2:3 verkürzte (34.). Und hätte wenige Sekunden später der frei zum Abschluss kommende Cannone ein großartiges D’Amigo-Zuspiel sogar zum 3:3-Ausgleich genutzt, wäre die Saturn-Arena wohl endgültig Kopf gestanden. Doch Wesslau bewahrte seine Mannschaft vor Schlimmerem (34.).

Von den Haien war zu diesem Zeitpunkt in der Offensive kaum noch etwas zu sehen. Die wenigen Möglichkeiten, die sich den Rheinländern boten, wurden souverän von Pielmeier zunichte gemacht.

Auch im Schlussabschnitt dominierte zunächst nur eine Mannschaft – die Panther! Nachdem Greilinger (41./Wesslau), Cannone (42./ein KEC-Feldspieler stoppte die Scheibe vor der Torlinie) und Elsner (48./zielte freistehend vorbei) weitere Hochkaräter ungenutzt verstreichen ließen, sorgte schließlich Schütz mit seinem dritten Treffer in der 55. Minute für Ernüchterung im Panther-Lager! Danach geriet die Eisfläche mehr zum Schlacht- als zum Spielfeld! Erst vermöbelten Colton Jobke und Sean Sullivan ihre Kontrahenten Simon Depres und Colby Genoway nach Strich und Faden. Dann spielte ausgerechnet auch noch Kölns Moritz Müller gegen Brandon Mashinter, als dieser ihn ebenfalls zum Faustkampf auffordern wollte, den „sterbenden Schwan“, was dem Panther-Stürmer zum Unmut von Trainer Doug Shedden eine Spieldauer-Disziplinarstrafe einbrachte.

Den „spielerischen Schlusspunkt“ in diesem Match setzte schließlich KEC-Angreifer Jason Akeson mit seinem Schuss ins mittlerweile verwaiste Ingolstädter Gehäuse zum 2:5-Endstand (59.). Somit fällt nun am Sonntag in Köln die Entscheidung in dieser Serie.

ERC Ingolstadt: Reimer (21. Pielmeier) – Kohl, Koistinen; Edwards, Sullivan; Wagner, Friesen; Jobke – Ramoser, Garbutt, Mashinter; Greilinger, Olson, Collins; Elsner, Cannone, D’Amigo; Kelleher, Olver, Wohlgemuth. – Tore: 0:1 Oblinger (5.), 0:2 Schütz (11./PP), 0:3 Schütz (14./PP), 1:3 Kohl (27.), 2:3 Olson (34./PP), 2:4 Schütz (55.), 2:5 Akeson (59./6:4). – Zuschauer: 4815 (ausverkauft).

STIMMEN ZUM SPIEL

Doug Shedden (Trainer ERC Ingolstadt): „Nach einem harten ersten Drittel hat meine Mannschaft endlich das gezeigt, was in den Play-offs vonnöten ist, um erfolgreich zu sein: Leidenschaft, Kampf und Emotionen! Auch wenn wir diese Partie am Ende verloren haben, können wir aus den zweiten 40 Minuten viel Positives mitnehmen. Ich habe vor Beginn dieser Serie gesagt, dass sie über sieben Partien geht – leider habe ich recht behalten. Aber genau diese siebten Spiele sind es, die man – wenn man sie erfolgreich bestreitet, für immer in seinem Gedächtnis behält. Ich hoffe, dass wir Jungs in unserem Kader haben, die genau für eine solche Situation leben und bereit sind.“

Dan Lacroix (Trainer Kölner Haie): „Wir standen auch vor diesem Match mit dem Rücken zur Wand und haben gewusst, dass wir unbedingt gewinnen müssen, um diese Serie am Leben zu halten. Nach unserer starken Leistung im ersten Drittel wussten wir, dass Ingolstadt nochmals alles versuchen würde, um zurückzukommen. Genau das haben die Panther auch gemacht. Im letzten Abschnitt hat dann unser Goalie Gustaf Wesslau einige wichtige Paraden gezeigt und uns damit den Weg zum Sieg geebnet.“

Timo Pielmeier (Torhüter ERC Ingolstadt): „Wir haben den Start verschlafen und es Köln zu einfach gemacht. Danach hat sich unser Team zurückgekämpft und hätte sogar den Ausgleich erzielen können. Doch leider mussten wir dann im Schlussabschnitt wieder einen leichten Gegentreffer hinnehmen. Für mich war es sicher nicht ganz einfach, kalt ins zweite Drittel zu starten. Aber ich denke, dass mir meine Erfahrung dabei geholfen hat.“

Tyler Kelleher (Stürmer ERC Ingolstadt): „Ich denke, dass wir nach dem holprigen Start einen guten Charakter gezeigt haben. Leider hat es zum Schluss nicht mehr ganz gereicht. Als Eishockey-Spieler lebst du für eine siebte und entscheidende Partie. Trotz der Niederlage blicken wir sehr zuversichtlich auf das Match am Sonntag in Köln.“

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