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ERC Ingolstadt

01.03.2020

ERC Ingolstadt: Schlussspurt bringt einen Punkt in Mannheim

Schwerer Gang: Mirko Höfflin und der ERC Ingolstadt verloren bei den Adler Mannheim mit 3:4 nach Penaltyschießen und haben nun drei Punkte Rückstand auf den Tabellensechsten Bremerhaven.
Bild: Johannes Traub

Mal wieder dominiert Mannheim den ERC Ingolstadt, mal wieder kämpfen sich die Panther zurück und verlieren mit 3:4 nach Penaltyschießen. Doug Shedden ist trotzdem besorgt.

An den Fangnetzen der SAP-Arena ist ein weißer Aufdruck angebracht: „ Mannheim² “, eine Metapher für die Schachbrett-Struktur des Mannheimer Stadtzentrums. Die Heimat des amtierenden Meisters wird auch Quadratestadt genannt. Und wann immer Spieler des ERC Ingolstadt in den vergangenen Jahren – meist komplett ausgelaugt von dauerdrückenden Adlern – ihren Blick durch die Ränge schweifen ließen, dann sahen sie hinter dem „ Mannheim² “ jubelnde Heimfans. Der letzte Sieg in Mannheim datiert auf den 9. Dezember 2016 – Mirko Höfflin war da noch ein Jungspund im Trikot der Kurpfälzer. Dreieinhalb Jahre später, nun aufseiten des Gegners, keucht der Nationalspieler ins Fernsehmikro: „In Mannheim einen Punkt mitzunehmen ist definitiv kein Fehler.“

Mit 3:4 im Penaltyschießen (1:1, 0:1, 2:1, 0:0, 0:1) verlor der ERC am Sonntagnachmittag bei den Adlern. Das klingt nach Augenhöhe – und war doch ein einseitiges Duell mit effizienter Ingolstädter Aufholjagd. Schon mit dem ersten Torschuss gingen die Panther in Führung. Darin Olver sah den hoch lauernden Fabio Wagner. Der erzielte nach nicht einmal zwei Minuten seinen bereits fünften Saisontreffer. Von da an sollten nur noch 17 weitere Gästeschüsse auf den Kasten von Dennis Endras folgen. Und Mannheim ? Sollte 43 Mal auf Jochen Reimer feuern, der bereits zum fünften Mal infolge im Tor stand und wohl auch in den Play-offs für die Panther starten wird.

ERC Ingolstadt bekommt Mannheims Topreihe nicht in den Griff

Vor allem die wuchtige Reihe um David Wolf , Andrew Desjardins und Matthias Plachta (insgesamt 277 Kilo) nestete sich immer wieder im Gästedrittel ein – und traf dreimal. War der erste Streich der schweren Jungs noch glücklich – David Elsner bremste eine Wolf-Hereingabe mit dem Schlittschuh ins eigene Tor (15.) – schnürte Mannheims 89 im zweiten Abschnitt gekonnt den Doppelpack. Wojciech Stachowiak hatte ihn im Konter unbeaufsichtigt gelassen. Ein Fehler, vor dem eigentlich Mannheims Abwehrmann Cody Lampl warnte: „Wir müssen auf den dritten Mann hoch aufpassen“, sagte er vor der Partie angesichts umschaltstarker Ingolstädter.

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Doch die Panther spielten ihre Offensivkraft kaum aus. Weil Mannheim , eigentlich konteranfällig, besser stand als zuletzt. Und weil der ERC teils zu vorsichtig, zu defensiv agierte, um die Adler ernsthaft in Gefahr zu bringen. Oft begann der Forecheck erst an der Mittellinie. Reimer aber glänzte zum wiederholten Mal, seine Vorderleute blockten, wischten und fälschten viel weg – so war die Partie im Schlussabschnitt noch offen. „Wir waren zu passiv“, gestand auch Wagner. Dann traf Mannheim. Wieder ein Konter. Wieder die Paradereihe. Diesmal Desjardins (50.). „Diese Reihe war pure Domination. Wir müssen härter gegen sie spielen, wir müssen sie anpissen“, forderte Doug Shedden im Nachhinein und sparte auch nicht mit Kritik an seinen eigenen Angreifern: „Wir haben spät in der Saison sieben, acht Stürmer, die nicht am Spiel teilgenommen haben.“

ERC Ingolstadt zeigt Comeback-Qualitäten

Ingolstadt war von vornherein Underdog. „Niemand denkt, dass wir die Punkte holen“, sagte Stachowiak vor Spielbeginn. Und mit keinen zehn Minuten mehr auf der Uhr und zwei Toren Rückstand schwand die Chance auf Zählbares aus Mannheim von Sekunde zu Sekunde.

Doch Ingolstadts Comeback-Qualitäten sind ligaweit bekannt, Wayne Simpsons Fähigkeiten auch. Und so glichen die Panther tatsächlich noch aus, wenn auch glücklich. Lampl wanderte zweifelhaft auf die Strafbank, Simpson traf in den Winkel (55.). Shedden zog Reimer. Und wieder: Simpson , die Lebensversicherung, der absolute Top-Mann, in vorletzter Minute, nach abgeblocktem Schuss von Maury Edwards.

In der Verlängerung hatte Ingolstadt fast vier Minuten Unterzahl zu überstehen. Doch die Reihen hielten – allen voran dank Brett Olson , Sean Sullivan , Dustin Friesen und Reimer. Im Penaltyschießen traf Mannheims Shootout-Experte Borna Rendulic als Einziger. Knapp 600 Kilometer nördlich gewann der Sechste Bremerhaven gegen Düsseldorf. Damit ist der Abstand auf die direkten Play-off-Plätze für Ingolstadt auf drei Zähler angewachsen. Ein Punkt bleibt eben doch nur ein Punkt. Auch im Quadrat.

ERC Ingolstadt Reimer – Wagner , Seigo; Jobke, Edwards ; Sullivan , Friesen ; Schütz – Collins, Olson , Simpson ; Mashinter, Findlay , Elsner ; Foucault, Höfflin , Wohlgemuth; Bailey, Olver , Stachowiak – Tore 0:1 Wagner (2.), 1:1 Wolf (15.), 2:1 Wolf (36.), 3:1 Desjardins (50.), 3:2 Simpson (55./PP), 3:3 Simpson (59./6-5), 4:3 Rendulic (Penalty) – Zuschauer 12.637.

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