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ERC Ingolstadt
10.04.2014

Travis Turnbull mit Feuer und Leidenschaft

Travis Turnbull (in Blau) weiß sich nicht nur zu wehren, wenn es ruppig zugeht (hier gegen Hamburgs Duvie Westcott). Der Stürmer des ERC Ingolstadt liebt es richtiggehend, wenn es zur Sache geht.
Foto: Xaver Habermeier

Der Stürmer des ERC Ingolstadt läuft in der ruppigen Serie gegen die Hamburg Freezers zur Höchstform auf

Travis Turnbull strahlt immer, wenn man ihn auf die manchmal raue Gangart im Eishockey anspricht. „Ja, das liegt mir, wenn es zur Sache geht. Es entfacht ein Feuer in mir und treibt mich an“, sagt der Stürmer des ERC Ingolstadt. Kein Wunder, dass Turnbull im Verlauf der sehr ruppigen Halbfinal-Serie gegen die Hamburg Freezers zur Höchstform gefunden hat. Vier Tore und drei Vorlagen sind ihm in den ersten vier Spielen gelungen. Falls er die Panther am Freitagabend (19.30 Uhr) in Hamburg wieder zum Sieg schießen kann, ist der erste Final-Einzug der ERC-Geschichte perfekt.

Schon in den Spielen 2 und 4 war Turnbull an den spielentscheidenden Treffern beteiligt. Die waren allerdings jeweils in der heimischen Saturn-Arena. In Hamburg hat es bisher nur für einen Treffer ins leere Tor gereicht, der den 3:1-Endstand in Spiel 1 herbeiführte. Auf diese Zahlen schaue der 27-jährige Amerikaner aber sowieso nicht: „Das Einzige, was mich in den Play-offs interessiert, sind Siege.“ In dieser Hinsicht ist Turnbull deshalb sehr zufrieden. Vor Spiel 5 gegen Hamburg sagt er: „Wir haben definitiv sehr gute Chancen, ins Finale einzuziehen.“

Die Gründe für den bis dato fast perfekten Eishockey-Frühling sieht Turnbull vielfältig. „Zuerst zählt in den Play-offs nur, zur richtigen Zeit heiß zu laufen“, sagt er. Bisher spiele der ERC „als Team sehr gut“. Und: „In jedem Spiel, in jeder Serie ist es jemand anderes, der vorangeht und sich ein wenig steigern kann.“ In der 1. Runde gegen Berlin waren es die Verteidiger Tim Hambly und Benedikt Schopper mit ihren seltenen, aber entscheidenden Toren, im Viertelfinale gegen Krefeld war Thomas Greilinger überragend.

Jetzt gegen Hamburg ist es die Reihe um Ziga Jeglic, Robert Sabolic und eben Turnbull, der das Lob aber gleich an seine Sturmpartner weitergibt: „Das sind zwei junge Kerle, die schnell auf den Füßen unterwegs sind. Das gefällt mir und macht es natürlich einfach.“ Eine Rolle spiele aber auch, dass Turnbull von Trainer Niklas Sundblad erstmals als Mittelstürmer aufgestellt wird. „Das ist eigentlich meine angestammte Position“, erklärt er die Leistungssteigerung.

Doch letztlich kommt Turnbull, dessen Vater Perry schon ein gefürchteter Boxer in der NHL war, wieder auf die Intensität, das höhere Tempo und die Härte der Play-offs zurück – durch die die Dinge dann auch eskalieren können. Zunächst prügelte sich in Spiel 4 Alexander Oblinger mit Hamburgs Mathieu Roy. Turnbull: „Das passiert zwangsläufig in so einem Spiel – und war letztlich gut für uns.“ Doch die Gewaltorgie von Freezers-Stürmer David Wolf gegen Schopper war dann selbst Turnbull zu viel. „Jeder wird dir sagen, dass es nicht richtig war. Diese Dinge machen Eishockey wirklich gefährlich“, sagt Turnbull, der sich selbst schon mit Wolf in einem Spiel zur Weihnachtszeit geprügelt hatte.

Dass Wolf für sieben Spiele gesperrt wurde und Turnbull dem Hamburger Kraftpaket nun nicht mehr gegenübertreten muss, „interessiert mich eigentlich gar nicht“, sagt der 27-Jährige. Turnbull glaubt auch nicht, dass die Freezers nun groß etwas an ihrer Herangehensweise ändern werden: „Ich glaube, Wolf ist nicht größer als seine Mannschaft. Er ist ein guter Spieler, aber eben auch nur Teil eines Teams.“ Hamburg werde auch am Freitag in Spiel 5 „ohne ihn stark sein“. Zumal die Freezers zu Hause spielen dürfen: sie waren das beste Heimteam der Hauptrunde und lieferten sich vor eigenem Publikum zwei enge Duelle mit dem ERC. Turnbull erklärt: „Da geht es auch ein bisschen um Stolz, wenn du vor vollem Haus spielst. Nichts ist schwieriger, als in den Play-offs auswärts zu gewinnen." Turnbull strahlt wieder, als er das sagt. Denn einmal hat das der ERC Ingolstadt im Halbfinale schon geschafft. In Spiel 1. Torschütze auch: Travis Turnbull.

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