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ERC Ingolstadt
20.09.2019

Willkommen in Ingolstadt!

Jubelnde Pinguine: Vincent Saponari (links) und seine Krefelder Teamkollegen schenkten den Ingolstädter Panthern (hinten Timo Pielmeier, rechts Kris Foucault) am Freitagabend gleich fünf Gegentreffer ein.
Foto: Johannes Traub

Bei der 4:5-Niederlage gegen die Krefeld Pinguine präsentieren sich die Panther in der Offensive spielfreudig, aber in der Defensive von allen guten Geistern verlassen

Der Puck sauste keine fünf Minuten über das Eis, da wurde es Krefelds Trainer Brandon Reid bereits zu bunt. Panther-Stürmer Matt Bailey hatte soeben einen Direktschuss in die Maschen genagelt, Hans Detsch kurz zuvor eingeschlenzt. 2:0, Auszeit Krefeld, die Saturn-Arena tobte. „Willkommen in Ingolstadt!“, um David Elsner zu zitieren. Der ERCI-Stürmer hatte dies nach dem 10:4-Auftaktsieg der Schanzer in Schwenningen gesagt.

Dass er mit dem flapsigen Spruch nicht nur die offensive Durchschlagskraft seines Teams, sondern auch das nachlässige Abwehrverhalten meinte, wurde am gestrigen Abend gegen die Krefelder Pinguine nur ein paar Wechsel später offensichtlich. Noch vor dem Powerbreak hatten die Gäste mit einem Doppelschlag ihrerseits ausgeglichen: Laurin Braun seine beiden Ex-Kollegen Sean Sullivan und Timo Pielmeier düpiert (8.), Daniel Pietta eine autobahnbreite Lücke zwischen Fabio Wagner und Dustin Friesen für ein erfolgreiches Solo genutzt (9.) – 2:2, 8:37 Minuten gespielt! Reids Anpfiff hatte gefruchtet! Willkommen in Ingolstadt! Eine Kopie des Schwenningen-Spektakels sollte in der Folge ausbleiben. Und dennoch wurde es eine torreiche Partie, die die Panther letztlich mit 4:5 (2:2, 0:0, 2:3) verloren.

Der ERCI, bei dem aufgrund der beiden verletzten Ville Koistinen (Knie) und Mirko Höfflin (Daumen) weiter einzig Petr Taticek draußen blieb und dafür Garret Pruden als siebter Verteidiger etwas DEL-Eiszeit sammeln durfte, dominierte das Geschehen. Krefeld konterte, der ERCI wirbelte – und das teils minutenlang durch das Gästedrittel. Ein abgefälschter Bailey-Schuss tropfte auf die Latte (13.). Brandon Mashinter hatte Pech, als sein Versuch dem starken Gäste-Goalie Jussi Rynnäs durch die Achselhöhle rutschte und am Pfosten vorbei kullerte (18.). Auf KEV-Seite traf Phillip Bruggisser in Überzahl das Gestänge (37.). „Wir hatten sie eigentlich die ersten beiden Drittel im Griff“, sagte Detsch.

Eigentlich. Denn unter den Augen von Bundestrainer Toni Söderholm und dem vertragslosen Meisterpanther Patrick Köppchen erhöhte sich die Treffer-Schlagzahl erst wieder im Schlussdrittel: Mit Ablauf einer Heimstrafe leitet Brett Olson einen Konter ein. Rynäss reagierte stark mit dem linken Schoner, war aber machtlos gegen den Nachschuss von Jerry D’Amigo (41.). Nächster Wechsel: Vincent Saponari fälscht einen Schuss von Phillip Riefers ins Tor (43.). Gegenzug: Wieder ist D’Amigo zur Stelle. Diesmal überwindet er den verdutzten Rynäss nach einem scharfen, abgeblockten Pass von Reihenkollege David Elsner (45.).

Doch erneut brachten sich die Ingolstädter selbst in Schwierigkeiten. Maury Edwards fällte Jacob Lagacé, nachdem der ihn in Pielmeier geschubst hatte. Die Hausherren reklamierten wegen einer Schwalbe – vergeblich! Edwards musste raus - und Krefeld kam zum Ausgleich. Nach einem „Hammer“ von Pietta fehlte vor dem Kasten die Zuordnung. Saponari spitzelte zum freien Chad Costello – 4:4 (51.). „Wir haben uns den Druck aufzwingen lassen, als wir oben auf waren“, analysierte D’Amigo nach der Partie. Den Todesstoß verpasste dann erneut Pietta – wieder dank eines Passes durch die mittlere Schnittstelle der Verteidigung – durch die Beine von Pielmeier. Pfiffe in der Saturn-Arena, Willkommen in Ingolstadt!

Panther-Trainer Doug Shedden war entsprechend angesäuert: „Es ist sehr frustrierend. Wir hatten wieder mehr Chancen, wie gegen Nürnberg. Olsons Reihe hat zweimal nicht gegen Pietta gespielt, zweimal trifft er. Wie passiert so etwas?“. Bereits am Samstag reisen die Panther zum Auswärtsspiel nach Wolfsburg (Sonntag, 16.30 Uhr). Am Donnerstag geht es dann zu Hause gegen München – dann vielleicht wieder mit Koistinen. Wie sehr er sich auf die mögliche Rückkehr seines Elite-Verteidigers freue, angesichts von 13 Gegentreffern in drei Partien? „So sehr, wie jetzt auf ein Glas Wein“, antwortete Shedden und ging Richtung Trainerkabine.

ERC Ingolstadt: Pielmeier – Friesen, Wagner; Edwards, Sullivan; Schütz, Jobke; Pruden – Simpson, Olson, Bailey; Foucault, Smith, Collins; Elsner, Olver, D’Amigo; Detsch, Wohlgemuth, Mashinter – Tore: 1:0 Detsch (4.), 2:0 Bailey (5.), 2:1 Braun (8.), 2:2 Pietta (9.), 3:2 D’Amigo (41.), 3:3 Saponari (43.), 4:3 D’Amigo (45.), 4:4 Costello (51./PP), 4:5 Pietta (58.). – Zuschauer: 3674.

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