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Eishockey

12.04.2015

ERC Ingolstadt gleicht in der Finalserie gegen Mannheim aus

Und rein damit: Panther-Stürmer Brandon Buck (hinten) lässt in dieser Szene Adler-Goalie Dennis Endras (vorne) keine Chance und trifft zum 2:0. Am Ende stand für den ERCI ein 5:2-Erfolg zu Buche.
Bild: Xaver Habermeier

ERC Ingolstadt feiert am Sonntagnachmittag im zweiten Spiel dieser Serie gegen die Adler Mannheim einen verdienten 5:2-Erfolg. Brandon Buck erzielt dabei einen „Doppelpack“

Der ERC Ingolstadt hat in der DEL-Finalserie 2015 zum 1:1 ausgeglichen. Am Sonntagnachmittag kam der amtierende deutsche Meister nach einer starken Vorstellung gegen die Adler Mannheim zu einem verdienten 5:2 (0:0, 1:0, 4:2)-Erfolg. Spiel Nummer drei findet bereits am Dienstag (19.30 Uhr) in der SAP-Arena statt.

Eine erste gute Nachricht gab es gestern bereits vor dem Eröffnungsbully: Sowohl John Laliberte als auch Christoph Gawlik, die im ersten Aufeinandertreffen am Freitag das Eis vorzeitig mit nicht näher definierten Verletzungen verlassen mussten, waren wieder dabei. Vor allem der Einsatz von Gawlik erwies sich dabei für die Schanzer als eminent wichtig. Der 27-Jährige zeigte sich nicht nur in seiner Sturmreihe mit Jean-Francois Boucher und Martin Davidek als überaus bissig und einsatzfreudig, sondern leistete vor allem auch in den zahlreichen Unterzahl-Situationen, die die Panther zu überstehen hatten, einen unglaublichen Job.

Aber auch seine Teamkollegen versteckten sich freilich nicht. Im Gegenteil, die Oberbayern waren im ersten Durchgang das deutlich bessere Team. Sie arbeiteten in allen drei Zonen auf dem Eis hoch konzentriert, blockten und warfen sich in jeden Schuss und checkten alles, was sich dort in blauen Trikots bewegte. Die verdiente Belohnung in Form des Führungstreffers blieb zunächst allerdings aus – was vor allem daran lag, dass die Mannheimer im ersten Abschnitt gehörig Dusel hatten. Erst hämmerte Verteidiger Dustin Friesen die Scheibe an die Querlatte (6.). Dann kam ihnen auch noch das ohnehin nicht sicher wirkende Schiedsrichter-Gespann Daniel Piechaczek/Marian Rohatsch entscheidend zur Hilfe.

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Vermeintliche Führung wird nicht anerkannt

Als die Schanzer das erste Mal mit einem Akteur weniger auf dem Eis agieren mussten, schlug es plötzlich im Kasten von Adler-Goalie Dennis Endras ein! Die Führung für Ingolstadt? Denkste! Bei einem schnellen Gegenangriff der Huras-Truppe hatte einer der beiden Referees den Arm gehoben (angezeigte Strafe gegen Mannheim). In einer derartigen Situation wird laut Reglement die Partie erst dann unterbrochen, wenn die Mannschaft die Puck-Kontrolle erlangt, gegen die diese Strafe ausgesprochen wurde – was jedoch in dieser Aktion nicht wirklich der Fall war! Somit zählte das vermeintliche Tor von Patrick Hager unter dem gellenden Pfeifkonzert der Panther-Anhänger nicht.

Kurz vor der „Explosion“ stand die Saturn-Arena dann nach nur 25 Sekunden im zweiten Durchgang: Mit dem ersten Powerplay-Treffer in dieser Finalserie gingen die Hausherren in Führung. Ein Zuspiel von Petr Taticek über die Bande landete bei Brandon Buck, der den „Turbo“ zündete und Endras mit einer tollen Bewegung keine Chance ließ (21.).

Ein Tor, das den großen Titelfavoriten aus Mannheim offensichtlich gereizt hatte. Das Team von Headcoach Geoff Ward erspielte sich in der Folge ein deutliches Übergewicht und klares Chancenplus. „Freundliche Unterstützung“ gab es dabei freilich auch vom schwachen Schiedsrichter-Duo, das in schöner Regelmäßigkeit immer wieder Akteure der Hausherren in die „Kühlbox“ verfrachtete. Doch wie schon im ersten Duell war auch diesmal auf die Unterzahl-Formationen des Titelverteidigers Verlass. Selbst bei einem 39-sekündigen „Drei-gegen-Fünf“ trafen die Kurpfälzer nicht ins Schwarze.

Ein weiterer entscheidender Grund, warum der Hauptrunden-Erste erst in der 47. Minute durch Ronny Arendt zu seinem ersten Erfolgserlebnis kam, stand indes zwischen den Pfosten des Panther-Gehäuses: Timo Pielmeier! Ob Sinan Akdag, Martin Buchwieser (beide 25.), Matthias Plachta (29./32.), Ronny Arendt (32.), Markus Kink (35.) oder Jochen Hecht (37.) – sie alle scheiterten am überragenden „Teufelskerl“ des ERC Ingolstadt!

Sein Gegenüber und Nationalmannschaftskollege Dennis Endras musste dagegen im Schlussabschnitt dreimal hinter sich greifen. Erneut Buck (46.), Jared Ross während einer angezeigten Strafe gegen die Adler (49.) und Derek Hahn (50./Powerplay) erhöhten auf 4:1, ehe Mannheims Verteidiger Daniel Richmond in Unterzahl kurzzeitig für Hoffnung im Gäste-Lager sorgte. Doch Taticek machte schließlich 20 Sekunden vor dem Ende mit einem Schuss ins verwaiste MERC-Gehäuse endgültig den ersten Ingolstädter Sieg in der diesjährigen Endspiel-Serie perfekt.

ERC Ingolstadt: Pielmeier – Schopper, Friesen; Picard, Köppchen; Périard, Kohl; Brocklehurst – Taticek, Buck, Greilinger; Laliberte, Hahn, Szwez; Hager, Ross, Brooks; Gawlik, Boucher, Davidek. – Tore: 1:0 Buck (21./PP1), 2:0 Buck (46.), 2:1 Arendt (47.), 3:1 Ross (49./6-5), 4:1 Hahn (50./PP1), 4:2 Raymond (56./SH), 5:2 Taticek (60./SH). – Zuschauer: 4815 (ausverkauft).

Stimmen zum Spiel

Larry Huras (Trainer ERC Ingolstadt): „Zunächst einmal möchte ich mich bei unseren Fans bedanken. Sie haben uns heute wieder unglaublich unterstützt. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft beziehungsweise deren Reaktion, die sie nach der Auftaktniederlage gezeigt hat. In den ersten 40 Minuten war es eine ziemlich ausgeglichene Partie mit vielen Strafen auf beiden Seiten. Gerade in Unterzahl haben wir erneut einen sehr guten Job gemacht. Zu Christoph Gawlik: Er spielt momentan sehr gut und ist der Grundstein in seiner Reihe mit Boucher und Davidek. Überhaupt ist Christoph für mich zusammen mit Patrick Hager der beste deutsche DEL-Spieler in Unterzahl.“

Geoff Ward (Trainer Adler Mannheim): „Ingolstadt hat diese Partie verdient gewonnen. Wir müssen uns jetzt sammeln, regenerieren und auf das dritte Match am Dienstag vorbereiten. Zur Leistung der Schiedsrichter: Ich denke, dass die Spieler und nicht die Referees heute diese Begegnung entschieden haben. Und so sollte es letztlich auch in einem Finale sein.“

Timo Pielmeier (Torhüter ERC Ingolstadt): „Ich denke schon, dass wir dieses Match insgesamt gesehen verdient zu unseren Gunsten entschieden haben. Wir waren sowohl im ersten als auch dritten Drittel das bessere Team. Im Mittelabschnitt haben wir uns zu viele Strafzeiten geleistet und damit die Mannheimer in ihren Rhythmus kommen lassen. Ein großes Kompliment an unsere Unterzahl-Formationen, die erneut jeden Schuss geblockt und vor dem Kasten abgeräumt haben. Jetzt fahren wir mit viel Selbstvertrauen am Dienstag nach Mannheim und wollen es dort besser als am Freitag machen.“

Brandon Buck (Doppel-Torschütze ERC Ingolstadt): „Wir haben die guten Dinge, die wir bereits im ersten Duell gemacht haben, in diese Partie mitgenommen und uns auch in den anderen Bereichen verbessert. Vor allem unser Forechecking war im ersten Drittel sehr stark. Damit haben wir uns etliche Chancen erarbeitet. Zu meinem ersten Treffer: Ich spiele zum Glück schon das ganze Jahr mit Petr Taticek in einer Reihe. Daher wussten wir, was in diesem Moment zu tun ist.“

Benedikt Kohl (Verteidiger ERC Ingolstadt): „Eigentlich haben wir heute gar nicht so viel anders gemacht als am Freitag. Entscheidend war, dass wir diesmal unsere Chance besser genutzt haben. Dass uns die Mannheimer zwischendurch immer mal wieder unter Druck gesetzt haben, damit muss man bei deren Qualität rechnen.“

Christoph Gawlik (Stürmer ERC Ingolstadt): „Das Lob unseres Trainers freut mich natürlich! Letztlich versuche ich immer, alles zu geben und meinem Team damit zu helfen – sei es bei Fünf-gegen-Fünf oder eben in Unterzahl. Heute haben wir uns für den großen Aufwand im Gegensatz zum ersten Match belohnt. In diesem Finale stehen sich zwei gleichstarke Teams gegenüber – und am Ende gewinnt zumeist die Truppe, die weniger Fehler gemacht hat.“

Patrick Köppchen (Kapitän ERC Ingolstadt): „Wir haben auch heute wieder gezeigt, dass wir mit jedem Gegner mitspielen können. Auch wenn unser Unterzahlspiel momentan gut läuft, sollten wir dennoch Strafen vermeiden. Bei der Mannheimer Qualität ist das ein Spiel mit dem Feuer.“

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