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ERC Ingolstadt

10.12.2020

Hans Detsch: Trotz Corona ein unvergessliches Jahr

Stolze Eltern: Hans Detsch und seine Verlobte Elisa mit ihrem am 24. Juli geborenen Sohn Rudi. Trotz der Corona-Pandemie hatte das Jahr 2020 für den Stürmer des ERC Ingolstadt viele schöne und unvergessliche Momente parat.
Bild: privat

Plus Ingolstadts Stürmer Hans Detsch hat aufregende und emotionale Monate hinter sich. Nach dem Abbruch der DEL-Saison 2019/2020 folgten die Geburt seines Sohnes Rudi, die Verlobung und eine wichtige Entscheidung für 2021.

Wenn der „Großvater“ Hans Detsch seinen Enkeln später einmal erzählt, was er im Jahr 2020 alles erlebt hat, dürfte dies nicht nur eine äußerst umfangreiche, sondern vor allem auch abwechslungsreiche, ja sogar emotionale Geschichte werden. Während wohl die meisten seiner Mitmenschen aufgrund der Corona-Pandemie und ihrer Folgen nur mit Grauen an dieses „besondere Jahr“ zurückblicken, verhält es sich Angreifer des ERC Ingolstadt durchaus differenzierter.

Freilich, auch in seinem Leben spielte das Thema Corona gerade im März, als die Liga nach der Hauptrunde plötzlich ihren Spielbetrieb einstellte, eine große Rolle. „Zunächst war auch bei mir eine große Unsicherheit da, wie es nun weitergehen würde“, berichtet Detsch, der sich zu diesem Zeitpunkt „absolut nicht vorstellen konnte, dass wir erst neun Monate später wieder auf das Eis zurückkehren.“

Die ständig mitschwingende Unsicherheit wurde jedoch schnell von einem ganz bestimmten Verantwortungsbewusstsein beziehungsweise freudigem Ereignis in naher Zukunft überlagert: Seine Freundin Elisa war bereits seit einigen Monaten schwanger, das erste gemeinsame Kind sollte Ende Juli zur Welt kommen. „Wenn man so will, dann war diese Corona-Pause für mich so etwas wie Glück im Unglück“, berichtet Detsch. „Zunächst konnte ich zusammen mit meiner Freundin deren Schwangerschaft genießen und anschließend sehr viel Zeit mit unserem Neugeborenen verbringen“, so der gebürtige Landsberger weiter. Bei der Geburt von Sohnemann Rudi, der am 24. Juli in Ingolstadt zur Welt kam, war Detsch „selbstverständlich“ dabei. „Zunächst war ich megaaufgeregt. Aber als der Kleine dann da war, war es sicherlich der bislang schönste und unvergesslichste Moment in meinem Leben.“

Tagesablauf von Hans Detsch hat sich verändert

Seitdem hat sich der Tagesablauf des stolzen Familien-Papas freilich verändert. Neben zahlreichen Spaziergängen mit Freundin Elisa, mit der er zudem seit September auch noch verlobt ist, und Sprössling Rudi sowie dem oftmals stundenlangen „Rumknuddeln“ geht es nun deutlich früher wie zuvor ins Bett. „Es kann ja sein, dass ich nachts mal aufstehen muss, um den Kleinen zu versorgen. Da tut dann die eine oder andere zusätzliche Stunde schlaf schon ganz gut“, sagt Detsch, dessen nächtliche Ausflüge bislang jedoch begrenzt sind: „Zum einen ist der Rudi ein ganz Lieber und lässt uns zumeist schlafen. Zum anderen unterstützt mich aber auch meine Verlobte hervorragend, sodass ich eigentlich immer ausgeruht ins Training gehen kann.“

Der ganze Stolz des Papas: Hans Detsch mit seinem Söhnchen Rudi.
Bild: privat

Dass er nun seit einigen Wochen wieder gemeinsam mit seinen Teamkollegen vom ERC Ingolstadt sowohl bei Trainingseinheiten als auch Vorbereitungspartien auf dem Eis steht und mit ihnen in der Kabine „anhängen“ und herumflachsen kann, habe der ehemalige AEV-Angreifer in den vorangegangenen Monaten „definitiv vermisst. Schließlich arbeitest du ja in den Sommermonaten darauf hin, dass du pünktlich zum Saisonbeginn im September topfit bist“. Doch nicht nur in seinem Privatleben war in diesem Zeitraum alles anders – auch der Sport zeigte eine bislang noch nie da gewesene Facette. „Als im Frühjahr die Erlaubnis kam, habe ich ziemlich schnell damit begonnen, gemeinsam mit anderen Panther-Jungs das Sommertraining aufzunehmen“, berichtet Detsch – ohne freilich zu wissen, ob und wann es tatsächlich weitergehen würde.

Ingolstadts Trainer Shedden bezeichnet Detsch als "Energizer im Team"

„Natürlich haben wir uns sehr viel darüber unterhalten. Aber irgendwann habe ich damit begonnen, quasi meinen Kopf auszuschalten, nicht mehr groß über diese Situation nachzudenken und einfach weiter zu trainieren, da ich der Überzeugung war, dass wir auf alle Fälle in dieser Saison spielen werden.“ Womit er recht behielt – und nicht nur das! „Durch das lange und intensive Training bin ich derzeit so fit wie noch nie. Das gibt mir ein sehr gutes Gefühl“, schwärmt Detsch, den sein Cheftrainer Doug Shedden als „unseren Energizer im Team, der seine Checks immer zu Ende fährt und dadurch viel Energie und Emotionen auf die Mannschaft überträgt“, bezeichnet. Eine durchaus lobenswerte Formulierung, mit der der 26-Jährige „sehr gut“ leben kann: „Ich denke, das trifft es ganz gut, da es schlichtweg meine Art und Weise ist, wie ich Eishockey spiele. Selbst wenn ich 1000 Tore in einer Saison erzielen würde, würde ich meine Checks trotzdem immer zu Ende fahren (lacht).“

Genau das möchte der ERCI-Stürmer auch am Freitag (19.30 Uhr) tun, wenn es quasi zurück zu seinen DEL-Wurzeln ins Augsburger Curt-Frenzel-Stadion geht. Bei den Fuggerstädtern feierte Detsch einst in der Saison 2014/2015 sein Debüt in der höchsten Deutschen Eishockey-Liga. Ob das Aufeinandertreffen mit den Ex-Klub für ihn daher immer noch etwas Besonderes ist? „In der vergangenen Spielzeit war es das zweifelsohne“, erklärt Detsch und verrät: „Hin und wieder habe ich da meine Checks nicht mit der allerletzten Konsequenz zu Ende gefahren. Das wird mir jetzt aber nicht mehr passieren, da es im zweiten Jahr für mich nichts mehr Außergewöhnliches ist, gegen die ehemaligen Kollegen zu spielen. Da wird zu 100 Prozent gecheckt, was mir in den Weg kommt (lacht).“

Detsch plant im Jahr 2021 den Beginn eines Fernstudiums

Die intensiv erlebte Schwangerschaft seiner Verlobten Elisa, die Geburt seines Kindes Rudi, der bislang beste Fitnesszustand in seiner Karriere – das zu Ende gehende „Corona-Jahr 2020“ war und ist für Hans Detsch zweifelsohne ein außergewöhnliches. Und wenn er in einigen Jahrzehnten seinen Enkeln tatsächlich davon erzählt, kann er dann aus seinen Erinnerungen noch eine weitere positive Anekdote anfügen. Nämlich die, dass er sich in den Sommermonaten dazu entschloss, im Jahr 2021 ein Fernstudium zu beginnen.

„Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie schnell alles vorbei sein kann – im übertragenen Sinne auch eine Profi-Eishockey-Karriere“, so Detsch, der diese Ausnahmesituation zum Anlass nahm, um „über die eigene Zukunft intensiv nachzudenken, auch wenn ich hoffentlich noch lange Eishockey spielen kann“. Auch wenn das genaue Thema noch nicht endgültig feststeht, weiß der Wahl-Ingolstädter zumindest schon, dass es „wohl in Richtung Sport gehen wird“. Dementsprechend scheint auch das Jahr 2021 für Detsch und seine Familie ein spannendes zu werden.

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