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ERC Ingolstadt

22.03.2015

Matchball vergeben: Panther müssen ins siebte Spiel

Kein Durchkommen: Panther-Stürmer Petr Taticek (Mitte) kann sich in dieser Szene gegen Roosters-Schlussmann Mathias Lange (links) nicht entscheidend durchsetzen.
Bild: dpa

Der ERC Ingolstadt zeigt am Sonntag beim sechsten Viertelfinal-Spiel in Iserlohn eine ganz schwache Leistung und unterliegt mit 2:6. Das „Finale“ steigt nun am Dienstag zuhause.

Die Ingolstädter Panther konnten gestern beim Gastspiel gegen die Iserlohn Roosters ihren Matchball zum Einzug ins Playoff-Halbfinale nicht nutzen. Mehr noch, nach der gezeigten Vorstellung im sechsten Duell dieser Viertelfinal-Serie, das die Hausherren hochverdient mit 6:2 (1:0, 4:1, 1:1) für sich entschieden, droht dem amtierenden deutschen Meister beim „Showdown“ (Spiel sieben) am morgigen Dienstag (19.30 Uhr) in der Saturn-Arena das vorzeitige Saison-Aus.

3:6, 0:5, 2:6 – das Eisstadion am Seilersee, das in Eishockey-Kreisen immer wieder als „Hexenkessel“ der DEL bezeichnet wird, erwies sich für die Schanzer in dieser Serie als „Tempel des Grauens“. Das Einzige, was sie in diesen insgesamt 180 Minuten mit nach Hause nehmen konnten, war über weite Strecken eine Lehrstunde des Hauptrunden-Sechsten, der die Fehler und Defizite der Oberbayern immer wieder gnadenlos aufdeckte.

So auch im gestrigen Aufeinandertreffen, in dem beide Coaches im Vergleich zur vorangegangenen Partie personelle Änderungen vornahmen. Während bei den Roosters Stammgoalie Mathias Lange nach überstandener Verletzungspause wieder zurückkehrte, durfte bei den Panthern Thomas Greilinger wieder ran – allerdings „nur“ in der vierten Sturmreihe! Für ihn musste Jean-Francois Boucher auf die Tribüne.

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Es dauerte diesmal lediglich 76 Sekunden, ehe die Sauerländer den ersten Fauxpas der Ingolstädter gnadenlos bestraften. Nach einem Fehlpass aus dem eigenen Drittel, schnappten sich die Roosters in der neutralen Zone die Scheibe, schalteten blitzschnell um und erzielten durch Chad Bassen die frühe Führung. Auch im weiteren Verlauf bekamen die Panther überhaupt keinen Zugriff auf diese Partie – was vor allem daran lag, dass sie sich in den ersten zehn Minuten immer wieder auf der Strafbank fanden. Immerhin funktionierte in dieser Phase zumindest das Unterzahlspiel der Gäste, die sogar eine 78-sekündige 3:5-Situation (Christoph Gawlik und Brandon Buck saßen in der Kühlbox) – auch dank einiger starker Paraden von ERCI-Schlussmann Timo Pielmeier – unbeschadet überstanden. Wie drückend die Überlegenheit der Truppe von Chefcoach Jari Pasanen im Auftaktdrittel war, unterstrich unter anderem auch die Schussbilanz (18:5 für Iserlohn).

30 Sekunden nach Wiederbeginn war der Titelverteidiger jedoch urplötzlich zurück in diesem Match. Mit einem Akteur mehr auf dem Eis gelang Nationalspieler Patrick Hager der zu diesem Zeitpunkt etwas überraschende 1:1-Ausgleich. Die Schanzer waren im Anschluss – zumindest für kurze Zeit – tatsächlich am Drücker und hatten Pech, dass Derek Hahn mit einem Handgelenkschuss nur den Pfosten traf (24.). Doch nur zwei Zeigerumdrehungen später war das „Miniflämmchen“ der Huras-Truppe schon wieder erloschen. Ebenfalls im Powerplay brachte Alexander Foster sein Team erneut in Front.

Wirkungstreffer bringt Schanzer aus dem Konzept

Ein (Wirkungs-)Treffer, der die Gäste nun ganz offensichtlich völlig aus dem (ohnehin nicht wirklich vorhandenen) Konzept brachte. Nachdem man in eigener Überzahl durch Chris Connolly (31./es war bereits der dritte sogenannte „Shorthander“ (Unterzahltor) der Iserlohner in dieser Serie) sowie in der 33. Minute durch Dylan Wruck (Powerplay) noch zwei weitere Gegentore kassierte, ging Goalie Timo Pielmeier vom Eis. Nach Iserlohner Version soll dieser nach dem Verlassen der Eisfläche einem IEC-Betreuer den Schläger in den Rücken geschlagen haben - was wiederum die Panther-Verantwortlichen ausdrücklich dementieren!

Pielmeiers Stellvertreter Marco Eisenhut legte dann auch noch einen wahren „Kaltstart“ hin, als er nach vier (!) Sekunden einen Teubert-Schuss von der Mittellinie durch die Schoner rutschen ließ – 5:1 (33.). Die Partie war damit freilich entschieden, woran auch die beiden Treffer von Ryan MacMurchy (48.) und Brodie Dupont (56./Powerplay) im Schlussdrittel nichts mehr änderten.

ERC Ingolstadt: Pielmeier (ab 33. Eisenhut) – Schopper, Friesen; Picard, Köppchen; Brocklehurst, Kohl; Kronthaler – Taticek, Buck, MacMurchy; Laliberte, Hahn, Szwez; Hager, Ross, Brooks; Gawlik, Barta, Greilinger. – Tore: 1:0 Bassen (2.), 1:1 Hager (21./PP1), 2:1 Foster (26./PP1), 3:1 Connolly (31./SH), 4:1 Wruck (33./PP1), 5:1 Teubert (33.), 5:2 MacMurchy (48.), 6:2 Dupont (56./PP1). – Zusch.: 4967 (ausverkauft).

„Bierdusche“ auch in der Saturn-Arena: Beim ersten Match dieser Serie in Iserlohn wurden die Spieler und Verantwortlichen des ERCI auf der Spielerbank mit Bier beschüttet (wir berichteten). Nun hat es wohl auch in der Saturn-Arena einen „Bier-Skandal“ gegeben. Als das Roosters-Trainerduo Jari Pasanen/Jamie Bartman nach Ende der regulären Spielzeit vom Eis aus in Richtung Teamkabine marschierte, soll es von einem vereinzelten Anhänger mit Bier begossen worden sein. Die IEC-Verantwortlichen fertigten daher einen Sonderbericht an und leiteten diesen an die Deutsche Eishockey-Liga weiter.

Die Stimmen zum Spiel

Larry Huras (Trainer ERC Ingolstadt) : „Iserlohn war von Anfang an die bessere Mannschaft. Im ersten Drittel waren unser Unterzahlspiel und Torhüter Timo Pielmeier sehr gut. Nach dem 1:1-Ausgleich haben wir den Roosters wieder einmal die Treffer und letztlich auch das gesamte Spiel geschenkt. Als Trainer bin ich selbstverständlich verantwortlich für die Vorbereitung meines Teams – und ich weiß, dass ich für das siebte Match am Dienstag etwas verändern muss. Jetzt kommt es in dieser Serie auf ein einziges Spiel an. Wir haben während der gesamten Saison für das Heimrecht gekämpft und wollen es jetzt auch entsprechend nutzen.“

Jari Pasanen (Trainer Iserlohn Roosters) : „Vor allem das frühe erste Tor hat uns sehr viel Energie gegeben. Ein großes Lob geht natürlich auch an unsere Fans, die uns sowohl daheim als auch auswärts phänomenal unterstützt haben. In der entscheidenden siebten Begegnung wird es vor allem darauf ankommen, eine starke defensive Leistung abzurufen und dem Gegner keinen Raum zu lassen.“

Thomas Greilinger (Stürmer ERC Ingolstadt) : „Einen frühen Rückstand wollten wir auf alle Fälle vermeiden. Nach dem 0:1 haben wir zu viele unnötige Strafen genommen und sind dadurch überhaupt nicht mehr in unseren Rhythmus gekommen. Nach dem 1:1-Ausgleich war das Momentum zwar kurz auf unserer Seite. Aber mit weiteren Fehlern haben wir die Roosters zum Toreschießen eingeladen. Dass wir bereits den dritten Shorthander in dieser Serie kassiert haben, ist freilich nicht im Sinne des Erfinders. Ein Powerplay sollte normalerweise dafür da sein, selbst Tore zu schießen anstatt zu kassieren.“

Christoph Gawlik (Stürmer ERC Ingolstadt) : „Vor allem im zweiten Drittel haben wir uns richtig dumm angestellt und brutale Fehler gemacht, die die Iserlohner dankend angenommen haben. Fakt ist, dass wir am Dienstag daheim spielen uns es selbst in der Hand haben, eine Runde weiterzukommen. Entscheidend wird sein, dass wir den Roosters wieder unser Spiel aufdrücken. Wenn das der Fall ist, haben sie keine Chance.“

Stephan Kronthaler (Verteidiger ERC Ingolstadt) : „Natürlich haben wir uns das anders vorgestellt. Aber es bringt jetzt nichts, nach hinten zu schauen. Vielmehr müssen wir unsere Blicke nach vorne richten. Das entscheidende siebte Spiel findet in Ingolstadt statt. Und in der Saturn-Arena wollen wir unser Heimrecht zum Einzug ins Halbfinale unbedingt nutzen.“

Benedikt Kohl (Verteidiger ERC Ingolstadt) : „Warum wir uns auswärts so schwertun, kann ich nicht sagen. Aber unsere Fehlerquote ist definitiv viel zu hoch. Am Dienstag brauchen wir eine brutale Leistungssteigerung.“

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