ERC Ingolstadt

25.11.2018

Panther in der Herbstkrise

Konnte sich nur selten durchsetzen: Der ERC Ingolstadt, hier Ryan Garbutt, musste sich den Eisbären Berlin mit 2:4 geschlagen geben.

Der ERC Ingolstadt unterliegt den Eisbären Berlin mit 2:4 und muss die vierte Pleite im fünften Spiel schlucken. Trainer Doug Shedden findet deutliche Worte.  

Doug Shedden hat es sich angewöhnt, nach Niederlagen erst einmal zu schweigen. Also zumindest in der Kabine seiner Mannschaft. „Was immer du sagst, wird nicht gut sein. Die Jungs sollten erst einmal eine Nacht drüber schlafen“, sagte ERC Ingolstadts Trainer am gestrigen Abend. Eine 2:4-Heimniederlage (2:1, 0:1, 0:2) seines Teams gegen die Eisbären Berlin war da gerade einmal 20 Minuten alt, die vierte Pleite in den vergangenen fünf Partien.

Shedden hätte „seinen Jungs“ so einiges erzählen können: dass sie zu viele unnötige Strafen nahmen; dass das Powerplay bescheiden war; dass die Spritzigkeit fehlte. Stattdessen blieb der Kanadier seinem Credo treu und hielt sich mit deutlichen Worten zurück, zumindest bis nach der Pressekonferenz. „Wir sind ein Durchschnittsteam, das einen ziemlich guten Start hatte. Wir müssen sein wie Fabrikarbeiter, die Overalls und den Stahlhelm anziehen und jede Nacht hart arbeiten“, platzte es da aus Shedden heraus.

Doug Sheddens Vergleich zum Fabrikarbeiter

In einer beiderseits fehlerhaft geführten Partie mussten die Panther früh einem Rückstand hinterherlaufen: Florian Kettemer überwand mit einem Pass vier orientierungslose Ingolstädter, Abnehmer Brendan Ranford schob zum 1:0 ein (10.) – angesichts eines frühen Pfostentreffers von Louis-Marc Aubry (5.) eine nicht unverdiente Gästeführung, die Tyler Kelleher mit einem trockenen Schuss ins kurze Eck nur zwei Minuten später aber sofort wieder egalisierte.

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Überraschend war dabei, mit wem der Amerikaner den zwischenzeitlichen Ausgleich bejubelte: Kelleher lief neben Tim Wohlgemuth und Laurin Braun in der vierten Linie auf. Trainer Doug Shedden war nach der 2:7-Pleite in Straubing ordentlich mit dem Rotstift durch seine Aufstellung gegangen: Jochen Reimer rückte wieder ins Tor, der zuletzt überzählige Vili Sopanen gar in die erste Angriffsreihe. Benedikt Kohl feierte nach Knieverletzung sein Comeback. Aussetzen mussten dafür Simon Schütz (spielte bei Kooperationspartner Kaufbeuren), Joachim Ramoser und Darin Olver, der sich derzeit noch mit Rückenproblemen plagt.

Shedden sollte mit seinen Wechseln zunächst Recht behalten, denn eine seiner neuen Formationen kombinierte sich noch vor der ersten Pause zur 2:1-Führung durch die Berliner Defensive. Über Jerry D’Amigo und Ryan Garbutt gelangte die Scheibe zu Pat Cannone, der den NHL-erfahrenen Berliner Goalie Kevin Poulin umkurvte und einschob (18.).

Weil sich beide Teams teils unerklärliche Strafen leisteten, stand die Partie von nun an klar im Zeichen der zwei statistisch besten Überzahlreihen der Liga (sowohl Berlin, als auch Ingolstadt treffen im Schnitt in rund jedem fünften Powerplay). Garbutt saß draußen, da hämmerte Eisbären-Stürmer Sean Backmann den Puck zum Ausgleich in die Maschen (22.). Und die Panther? Hatten alleine im zweiten Drittel drei Überzahlgelegenheiten. Zusammenfassung: kollektive Kreativlosigkeit, Fehlpässe, Abseitsstellungen en masse. Zwar streifte ein Schuss von Ville Koistinen die Latte (38.); zwar kratzte Kettemer einen Versuch von Mike Collins von der Linie (26.); und Reimer rettete zwischenzeitlich gegen James Sheppard (27.) – wirklich mitreißend aber war diese Partie selten.

André Rankel besiegelt Panther-Niederlage

Ein volley genommener Abpraller von Frank Hördler kurz nach Ablauf einer Panther-Strafe brachte die Hauptstädter schließlich auf die Siegerstraße (48.), nachdem der ERCI zuvor schon ein doppeltes Unterzahlspiel überstehen musste. Shedden versuchte es noch mit allem, was das Trainerrepertoire so hergibt, wechselte erneut seine Reihen, zog Reimer, musste aber zusehen, wie André Rankel nach Puckverlust Kelleher in der letzten Minute zum 2:4 traf. „Die Suppe haben wir uns selbst eingebrockt. Wir haben Strafen gezogen wie die Schulbuben“, resümierte Kohl. Viel Zeit, wieder die Overalls und Stahlhelme überzustreifen, bleibt seinem Team nicht. Bereits morgen gastieren die Iserlohn Roosters in der Saturn Arena (19.30 Uhr).

ERC Ingolstadt Reimer – Friesen, Wagner; Edwards, Koistinen; Jobke, Sullivan; Kohl – Collins, Olson, Sopanen; D’Amigo, Cannone, Garbutt; Greilinger, Taticek, Elsner; Kelleher, Wohlgemuth, Braun – Tore 0:1 Aubry (10.), 1:1 Kelleher (12.), 2:1 Cannone (18.), 2:2 Backman (22./PP), 2:3 Hördler (48./PP), 2:4 Rankel (60./EN) – Zuschauer 3707.

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