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ERC Ingolstadt

05.03.2020

Reimer oder Pielmeier: Beim ERC Ingolstadt kann es nur einen geben!

Hat im Kampf um den Platz im Panther-Kasten derzeit die Nase vorne: Jochen Reimer.
2 Bilder
Hat im Kampf um den Platz im Panther-Kasten derzeit die Nase vorne: Jochen Reimer.
Bild: Johannes Traub

Plus Im Kampf um den Platz im Kasten des ERC Ingolstadt hat aktuell Jochen Reimer gegenüber Timo Pielmeier die Nase vorne. Am Freitag „erstes Endspiel“ in Bremerhaven.

Wenn es in Nordamerika – sei es beim Basketball, Eishockey oder auch American Football – in die entscheidende Phase einer einzelnen Partie beziehungsweise einer ganzen Saison geht, werden diese besonderen Momente von den dortigen Spielern, Trainern und Verantwortlichen oftmals mit dem Begriff „Crunch Time“ beschrieben. „Als Sportler“, sagt Panther-Torhüter Jochen Reimer , „trainierst, spielst und lebst du für diese ganz speziellen Augenblicke und Partien. Es ist ganz einfach die schönste Zeit während einer Saison.“ Oder auch anders ausgedrückt: Es steht eine Menge auf dem Spiel! Innerhalb weniger Tage kann man – in diesem konkreten Fall als Mannschaft – viel gewinnen, aber durchaus auch etliches verlieren.

Genau in einer solchen „Crunch Time“ befindet sich derzeit der ERC Ingolstadt in der Deutschen Eishockey-Liga. Zwei Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde stehendie Panther im Klassement auf Rang sieben, was ihnen nach derzeitigem Stand der Dinge die Pre-Play-off-Teilnahme, die man eigentlich unbedingt vermeiden wollte, bescheren würde. Doch in den letzten beiden Partien bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven (Freitag, 19.30 Uhr) sowie am Sonntag (14 Uhr) daheim gegen die Grizzlys Wolfsburg ist für die Schützlinge von Headcoach Doug Shedden noch vieles möglich. Im Idealfall könnten die Schanzer in der Endabrechnung sogar einen Sprung auf Rang fünf machen, während im „Worst Case“ ein Abrutschen auf Rang neun droht.

ERC Ingolstadt würde einen großen Schritt in Richtung Play-offs machen

„Mit irgendwelchen Was-wäre-wenn-Szenarien beschäftige ich mich ehrlich gesagt nicht“, sagt Jochen Reimer und fügt hinzu: „Unser Hauptfokus liegt momentan einzig und alleine auf dem, was wir selbst beeinflussen können. Und das ist zunächst einmal unsere eigene Leistung am Freitag in Bremerhaven.“ In der Tat, mit einem Sieg in diesem „Sechs-Punkte-Match“ (die Hausherren rangieren derzeit mit drei Punkten Vorsprung auf die Panther auf Platz sechs) würde der ERCI einen großen Schritt in Richtung direkte Play-off-Qualifikation machen.

Reimer oder Pielmeier: Beim ERC Ingolstadt kann es nur einen geben!

„ Bremerhaven verfügt über ein läuferisch starkes Team, das zudem sehr ausgeglichen besetzt ist“, weiß Reimer , dem jedoch vor dem schweren Gang am Freitagabend alles andere als bange ist. „Ich freue mich riesig auf diese Aufgabe, da wir zuletzt sehr gute Leistungen abgeliefert und ordentlich gepunktet haben. Das sollte uns auf alle Fälle Selbstvertrauen für den Hauptrunden-Endspurt geben.“

ERC Ingolstadt hat in den vergangenen fünf Partien stets gepunket

Dass die Panther in keiner der vergangenen fünf Begegnungen mit leeren Händen die Eisfläche verließen und dabei elf von möglichen 15 Punkten einfuhren, daran hatte der 34-jährige Goalie selbst zweifelsohne großen Anteil. „Mich freut es natürlich sehr, wenn ich gut spiele und damit meiner Mannschaft die Möglichkeit gebe, Partien zu gewinnen“, so Reimer , der zum richtigen Zeitpunkt der Saison seinen gerade für Torhüter wichtigen Rhythmus gefunden zu haben scheint. „Natürlich ist es für einen Schlussmann wesentlich einfacher, wenn man im Rhythmus ist und Selbstvertrauen aufgebaut hat. Aber letztlich musst du auf dieser Position mit allen möglichen Situationen umgehen können und dich voll und ganz in den Dienst der Mannschaft stellen.“

Würden bereits an diesem Wochenende die Play-offs in der Deutschen Eishockey-Liga beginnen, stünde Reimer wohl – wie schon in der vergangenen Saison im Viertelfinale gegen die Kölner Haie – von Beginn an im Panther-Kasten. „Wir haben den Luxus, dass wir auf dieser Position eine 1a- und eine 1b-Lösung haben“, meint Doug Shedden. Der ERCI-Coach macht indes auch kein großes Geheimnis daraus, wem er – Stand jetzt – sein Vertrauen in einer möglichen Endrunde schenken würde. Jochen Reimer oder Timo Pielmeier ? „Ich denke, dass die Wahl wohl auf ’Joker’ ( Reimer , Anm. d. Red.) fallen würde“, verrät Shedden und ergänzt: „Wenn man mit Timo darüber spricht, wird er zugeben, dass seine Leistungen zuletzt nicht so überragend waren, wie wir uns das erhofft hatten. Aber im Eishockey kann bekanntlich alles sehr schnell gehen.“

Ingolstadts Goalie Reimer hat bislang deutlich mehr Einsatzminuten

Doch nicht nur die aktuelle Leistungskurve, auch der bisherige Saisonverlauf spricht eher für den gebürtigen Mindelheimer. Auch bedingt durch eine Gehirnerschütterung Pielmeiers, die ihn zu einer rund dreiwöchigen Pause zwang, kam Reimer bislang in 32 Begegnungen (insgesamt 1887.36 Minuten) zum Einsatz. Sein „interner Kontrahent“ dagegen nur in 21 Partien (1141.43 Minuten). „Auch wenn es abgedroschen klingt: Wäre diese Statistik genau andersrum und hätten wir damit den gleichen Erfolg, würde ich das Timo von Herzen gönnen. Mir geht es ausschließlich um den Erfolg des Teams – und da spielen individuelle Statistiken keine Rolle“, betont Reimer.

In Lauerstellung: Panther-Schlussmann Timo Pielmeier.
Bild: Johannes Traub

Unterstützung in dieser Ansicht erhält der Familienvater ausgerechnet von seinem Torhüter-Partner. „Natürlich sind 21 Einsätze in einer Saison definitiv nicht mein Anspruch. Gleichzeitig muss man aber sagen, dass Jochen momentan einen Super-Job macht und das Team mit ihm erfolgreich ist. Das alleine zählt“, sagt Pielmeier. Seinen eigenen bisherigen Saisonverlauf beschreibt der 30-Jährige indes als „echte Achterbahnfahrt“. Nachdem er sich zu Beginn der Spielzeit „sehr gut gefühlt und dementsprechend auch ansprechende Leistungen“ abgeliefert habe, sei die dreiwöchige Verletzungspause Mitte Dezember „genau zum falschen Zeitpunkt gekommen. Die hat mich zunächst komplett aus dem Rhythmus gebracht“. Nachdem sich „Pille“ anschließend wieder herangekämpft hatte, folgte schließlich am 16. Februar der nächste „Tiefschlag“. Oder wie es der Deggendorfer selbst beschreibt: „Das Scheiß-Spiel in Straubing , in dem ich sieben Gegentreffer hinnehmen musste.“ Seitdem hat Reimer den Platz im Panther-Kasten übernommen.

Timo Pielmeier ist "kein fauler Apfel"

„Ich bin jetzt lange genug in diesem Geschäft und weiß, wie ich mit dieser Situation umzugehen habe“, berichtet Pielmeier. Absolut keine Option sei es, den Kopf in den Sand zu stecken und schlechte Laune zu verbreiten. „Ich bin definitiv kein fauler Apfel. Ganz im Gegenteil. So lange Jochen spielt, werde ich ihn einerseits bestmöglich unterstützen und andererseits selbst so hart wie möglich arbeiten, um dann bereit zu sein, wenn meine Chance kommt.“ Auch wenn dies nach einer derart langen „Zwangspause“ ohne Einsatz nicht einfach werden dürfte. „Klar geht in diesem Fall die Spiel-Fitness etwas verloren, da Training und Wettkampf schon zwei unterschiedliche Paar Schuhe sind“, so Pielmeier. Dennoch habe er sich mit dieser schwierigen Situation entsprechend arrangiert. „Unsere Organisation baut auf den Luxus, zwei starke Torhüter in ihren Reihen zu haben. Daher ist es unsere Aufgabe, uns gegenseitig zu Topleistungen zu pushen, um unser Team auf diese Weise so gut wie möglich zu unterstützen.“ Am Freitagabend in Bremerhaven wäre den Panthern damit auf alle Fälle schon mal enorm geholfen.

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