Newsticker
RKI: 19.185 Corona-Neuinfektionen und 67 neue Todesfälle
  1. Startseite
  2. Sport
  3. FC Augsburg
  4. André Hahn wurde zum tragischen Hauptdarsteller der FCA-Niederlage

FC Augsburg

27.01.2020

André Hahn wurde zum tragischen Hauptdarsteller der FCA-Niederlage

Erstmals wieder in der Startelf, doch ohne Fortune: FCA-Spieler André Hahn (links) kollidierte im Spiel gegen Union öfters mit dem Ex-Dortmunder Neven Subotic, der schließlich auch das 1:0 für die Berliner schoss.
Foto: Kolbert-press/Michael Hundt

Plus André Hahn hatte sich für die Partie endlich in die Startelf zurückgekämpft. Beim 0:2 gegen Union Berlin gelang ihm trotz seines großen Einsatzes und guter Werte nicht viel.

So ein wenig hatte André Hahn schon während der Trainingswoche das Gefühl, dass es passieren könnte. Dass er wieder einmal in der Startelf des FC Augsburg stehen könnte. Und als Trainer Martin Schmidt am Samstagvormittag die Aufstellung bekannt gab, hatte der 29-jährige Flügelspieler Gewissheit: Er würde gegen Union Berlin beim Anpfiff auf dem Platz stehen. "Ich war super glücklich, dass ich wieder mal ran durfte, und habe alles reingeschmissen." Das tat er, doch er wurde ungewollt zum tragischen Hauptdarsteller bei der 0:2 (0:0)-Niederlage bei Union Berlin (zum Spielbericht).

Mit Anpfiff zur zweiten Halbzeit nahm das Unheil seinen Lauf. Wie ein Footballer aus der Defensive-Line versuchte Hahn seinen Gegenspieler, den Schweden Sebastian Andersson, an der Mittellinie zu stoppen. Grund: Der erste Spielzug der Unioner sollte ein weiter Ball ins Sturmzentrum der Berliner werden, dort, wo der große Schwede sich am liebsten aufhält. Hahn konnte Andersson so lange aufhalten, dass dieser den Ball nicht bekam, trotzdem entstand ein folgenschwerer Eckball.

Hahn rutschte der Ball an der vorderen Begrenzung des Fünfmeter-Raumes über seine Kurzhaar-Frisur und veränderte damit dessen Flugbahn. FCA-Torhüter Tomas Koubek kam zu spät und Neven Subotic bedankte sich mit dem 1:0 (47.), weil Jeffrey Gouweleeuw und seine Kollegen sich nicht einig waren, wer den Ex-Dortmunder beschatten hätte sollen. "Ich bin der freie Mann und versuche ranzukommen. Ich verlängere ihn unglücklich, am zweiten Pfosten steht Subotic dann blank", erzählte Hahn in der Mixed-Zone offen von seinem Missgeschick. Der Gegentreffer pulverisierte alle taktischen Gedankenspiele des FCA und ebnete damit Union den Weg zum 2:0 (61.) durch Marcus Ingvartsen.

André Hahn tut sich beim FCA schwer

Es war ein mehr als unglückliches Comeback von André Hahn. Nachdem er Ende November beim 1:1 in Köln kurz vor der Halbzeit mit Gelb-Rot vom Platz musste, blieb ihm nur die Rolle des Teilzeitarbeiters mit ganzen neun Minuten Einsatzzeit. Die wendigen Außenbahnspieler Ruben Vargas und Marco Richter haben ihm den Rang abgelaufen. Doch jetzt gegen die robusten Unioner war der kantige Spielstil von Hahn wieder einmal gefragt.

Laufend, kämpfend, ackernd war er ab der Rückrunde 2013 die Außenlinie auf und ab gerannt, hatte so auf sich aufmerksam gemacht, als ihn Sport-Geschäftsführer Stefan Reuter vom Drittligisten Kickers Offenbach zum damals eigentlich abgeschlagenen FCA geholt hatte. Hahn half mit, die Klasse zu halten. Durch sein physisch starkes Spiel kam er auch zu einem Teilzeit-Einsatz bei der deutschen Nationalmannschaft im Mai 2014 gegen Polen, ebnete sich den Weg vom FCA nach Gladbach, spielte Champions League und kam im Sommer 2018 über den Hamburger SV wieder zurück zum FCA.

Wir wollten Ihre Meinung wissen: Wer ist Ihr FCA-Spieler des Jahres? Zur Wahl standen alle Spieler, die im Kalenderjahr 2019 für den FC Augsburg aktiv waren.

Wer ist der FCA-Spieler des Jahres? Kapitän Daniel Baier dürfte einer der Favoriten sein.
39 Bilder
Marco Richter ist der FCA-Spieler des Jahres 2019
Foto: Ulrich Wagner

Doch seitdem tut sich der gebürtige Norddeutsche aus Otterndorf an der Elbmündung schwer, die an ihn gestellten Erwartungen zu erfüllen. Auf der Außenbahn setzt FCA-Trainer Martin Schmidt auf seine nicht so ausrechenbaren Konkurrenten. So kam Hahn gegen Union nicht als Flügelspieler zum Einsatz, sondern im Wechsel mit Florian Niederlechner als zentraler Stürmer. "Ich kenne die Position, ich habe sie schon öfters gespielt", sieht Hahn seine Flexibilität durchaus als Vorteil. Besonders in Gladbach hatte ihn sein damaliger Trainer Dieter Hecking öfters in die vorderste Linie beordert.

André Hahn: Berlin mit "reinem Kampfspiel"

Und Hahn gab während der 90 Minuten plus Nachspielzeit alles. Er lief fast 12,5 Kilometer – mit Abstand Bestwert aller 25 eingesetzten Feldspieler beider Vereine – und war bester Augsburger in den Auswertungen der intensiven Läufe und der Sprints. Und was war der Lohn? Es gab keinen. Damit stand Hahn symbolhaft für alle Augsburger Spieler, denen in Berlin das Bemühen nicht abzusprechen war. Am Ende kam aber nichts dabei heraus.

Dass der FCA nur selten in sein gefürchtetes Pressing- und Umschaltspiel kam, hatte nach Hahns Meinung auch mit der mehr als rustikalen und simplen Spielführung der Gastgeber zu tun. "Sie hatten gefühlt keinen Spielaufbau. Jeder Ball aus der Viererkette wird hoch nach vorne geschlagen, es geht nur um die zweiten Bälle. Das ist ein reines Kampfspiel, da ist nicht viel mit Spielen. Da geht es darum, die zweiten Bälle festzumachen und weiter geht es." Als sich die Berliner nach dem 2:0 zurückzogen, versäumte es der FCA, am Ball ruhig zu bleiben. Das gelang erst in den letzten 20 Minuten. Hahn: "Wir hatten dann ja noch einige Großchancen, aber wir haben sie nicht gemacht." Es war durchaus damit zu rechnen, dass der FCA am letzten Spieltag der Vorrunde gegen Leipzig und zum Rückrundenauftakt gegen Dortmund verlieren würde, doch die Niederlage gegen Union ist schmerzhaft. Dass sich daraus eine Negativspirale entwickelt, glaubt er nicht. Hahn geht davon aus, dass zu Hause gegen Werder Bremen (Sa., 15.30 Uhr) das Pendel wieder umschlägt. "Wir haben eine super intakte Truppe, wir wissen, dass wir diesen Trend stoppen müssen. Das schaffen wir auch."

Lesen Sie dazu auch: FCA unterliegt Union Berlin: Auf einmal sind die Punkte weg

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren