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02.02.2012

Andreas Rettig: "Kann die Erwartungshaltung nicht verstehen"

Andreas Rettig wundert sich über die Erwartungshaltung in Augsburg.
Bild: Fred Schöllhorn

Manager Andreas Rettig hatte zuletzt anstrengende Tage. Beim Training sah er das Produkt seiner Arbeit und wundert sich über die Erwartungshaltung in Augsburg.

Gestern Nachmittag konnte Andreas Rettig (48) wieder einmal durchatmen. Vorbei die stressige und nervenaufreibende Endphase der Winter-Transferperiode. Quasi in letzter Minute hatte der Manager des FC Augsburg am Dienstag noch den Südkoreaner Ja-Cheol Koo (22), nur Koo genannt, vom VfL Wolfsburg losgeeist. Der dritte und letzte Neuzugang nach Jan Moravek (Schalke 04) und Matthias Ostrzolek (VfL Bochum), der mithelfen soll, den FCA in der Bundesliga zu halten. Und wo erholt sich ein Andreas Rettig am liebsten? Am Spielfeldrand bei seiner Mannschaft.

Erst begrüßte er kurz vor dem Nachmittagstraining im Rosenaustadion Koo, dann Ostrzolek und Afrika-Cup-Rückkehrer Mohamed Amsif. Den Torhüter, der mit Marokko die Vorrunde nicht überstanden hatte, herzte er so ab, dass man schon ein wenig um die Gesundheit des Spielers bangen musste. Der zweite Augsburger Afrika-Cup-Teilnehmer, Nando Rafael, wird nach dem Ausscheiden von Angola heute wieder in den Trainingsbetrieb einsteigen.

FCA schlägt bei Koo-Transfer Mitbewerber aus dem Feld

„Es war schon ein wenig hektisch“, beschrieb Rettig die letzten Tage. Ein wenig? Den Koo-Transfer tätigte er nur wenige Stunden vor dem Ende der Frist. Dabei hatte Rettig die Verpflichtung von Koo schon ad acta gelegt: „Es war kurz vor knapp. Als ich erfahren habe, dass noch ein anderer Verein mit uns im Rennen war, standen die Ampeln für mich auf Rot.“

Andreas Rettig: "Kann die Erwartungshaltung nicht verstehen"

Den Namen wollte Rettig nicht nennen, doch sah VfL-Manager-Trainer Felix Magath den FCA nicht so sehr als Konkurrent als den Mitbewerber. Die Entscheidung pro FCA rechnet Rettig seinem Kollegen hoch an. „Wenn es nach den wirtschaftlichen Kriterien gegangen wäre, hätten wir den Zuschlag nicht erhalten dürfen.“

Finanziell kann der FCA im Konzert der Großen bei Weitem nicht mithalten. „Da kann ich die Erwartungshaltung im Umfeld auch nicht verstehen“, wunderte sich Rettig über die Namen, die im Laufe der Transferperiode gehandelt wurden.

Mit dem Ergebnis seiner Bemühungen ist Rettig sehr zufrieden. Sportlich und finanziell. Rettig sagt: „Wir haben für alle drei Transfers zusammen weniger als 500 000 Euro ausgegeben.“

Bei den Ausleihgeschäften von Moravek (von Schalke) und Koo habe nicht das Geld, sondern der gute Ruf des FCA als Ausbildungsverein geholfen: „Es ist eine Wertschätzung unseres Trainers. Die Vereine wissen, dass ihre Spieler bei uns gut aufgehoben sind. Wir behandeln sie so, als wären sie unser eigenes Kapital“, sagt Rettig.

Eine größere Summe gab Rettig für den Kauf von U-21-Nationalspieler Matthias Ostrzolek (21) aus. Diese Chance wollte er sich nicht entgehen lassen: „Im Sommer wäre er für uns nicht mehr am Markt gewesen.“

Während Linksverteidiger Ostrzolek aber erst einmal hinter Marcel de Jong zurückstehen muss, könnten der wieder genesene Jan Moravek und Koo vielleicht schon am Samstag (15.30 Uhr) beim Auswärtsspiel bei der TSG 1899 Hoffenheim eine gewichtige Rolle spielen. Trainer Jos Luhukay wartet aber noch die nächsten Trainingstage ab. „Jan ist nach seiner Oberschenkelverletzung wieder voll belastbar, aber wir haben noch einige Einheiten.“

Koo reiste noch am Dienstagabend nach Augsburg an. Vom südkoreanischen Nationalspieler will er sich erst einmal selbst ein Bild machen: „Ich will mir in aller Ruhe das Training anschauen, und am Ende der Woche, am Freitag haben wir ja dann die Pressekonferenz, kann ich dann schon mehr sagen.“

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