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FC Augsburg

05.10.2020

Aus Schwachstelle wird Stärke: Die Defensive ist das Prunkstück des FCA

Kein Durchkommen: Felix Uduokhai vom FC Augsburg klärt hier gegen Xaver Schlager.
Bild: Tim Groothuis, Witters

Plus Der FC Augsburg hat in drei Ligaspielen in dieser Saison erst ein Gegentor kassiert. Die stabile Defensive liegt vor allem auch an einem Neuzugang.

Rafal Gikiewicz hatte gute Laune. Als sich sein Teamkollege Jeffrey Gouweleeuw nach dem 0:0 in Wolfsburg für die TV-Interviews positionierte, trieb der Augsburger Torwart so seine Späßchen hinter der durchsichtigen Wand, ehe er doch in die Kabine marschierte. Natürlich, ein 0:0 gibt Zufriedenheit und ein gutes Gefühl, vor allem als Defensivkraft.

Wenngleich Gikiewicz nicht ganz zufrieden war. "Ich hatte vor dem Spiel einen Traum, dass wir danach neun Punkte haben", sagte er. Aus neun Zählern wurde zwar nichts, immerhin sieben aber haben die Augsburger. Ein mehr als gelungener Start – auch dank der stabilen Defensive. "Die Defensivarbeit war gut, in der Offensive hatten wir noch etwas Luft nach oben. Aber es ist auch schwierig, die Effizienz der letzten Spiele aufrechtzuerhalten", meinte Iraklis Metaxas nach der Partie. Er hatte den kranken Cheftrainer Heiko Herrlich vertreten.

Mit Rafal Gikiewicz scheint die Torwartdiskussion beim FC Augsburg beendet

Rafal Gikiewicz zeigt im Tor des FC Augsburg bislang starke Leistungen.
Bild: Tim Groothuis, Witters
 

In der vergangenen Saison hatten die Augsburger nach drei Spieltagen bereits neun Gegentore kassiert. Nun ist es gerade mal eines. Ein wichtiger Faktor für die defensive Stabilität ist zweifelsohne Rafal Gikiewicz. Der neue Torwart, der von Union Berlin gekommen war, hat bislang eindrucksvoll gezeigt, weshalb ihm die Augsburger Verantwortlichen zutrauten, das Gerede von der Problemposition zwischen den Pfosten zu beenden. Nach dem Weggang von Marwin Hitz vor zwei Jahren hatten sich mehrere Torhüter versucht, so richtig Ruhe kehrte nicht ein. Jetzt scheint mit dem Polen die ideale Lösung gefunden zu sein. "Er sagt es ja selbst, seine Aufgabe ist es, Bälle zu halten. Das macht er sehr gut. Er ist sehr ruhig und auch bei Flanken hellwach", lobte Stefan Reuter nach dem 0:0 in Wolfsburg.

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Bild: Ulrich Wagner

Dabei dürfte der Geschäftsführer Sport auch zwei besondere Aktionen noch im Gedächtnis gehabt haben. Zunächst die starke Reaktion gegen Weghorst (6.), später die feine Flugparade gegen Mehmedi (53.). "Rafal hat uns ein paar Mal sehr gut im Spiel gehalten", lobte Kapitän Gouweleeuw, der selbst großen Anteil am zweiten Zu-Null-Spiel in Folge hatten. Ruhig, routiniert, immer mit Überblick - zusammen mit Nebenmann Felix Uduokhai bot er den Wolfsburgern nur wenige Räume. "Wolfsburg hat etwas besser Fußball gespielt, wir haben aber gut verteidigt und selbst gute Chancen gehabt", sagte der Kapitän. Diese aber nicht genutzt.

Alfred Finnbogason hatte die Siegchance für den FC Augsburg

Das war auch der Grund, weshalb Gikiewicz auch nur zu "75 Prozent zufrieden" war. "Hin und wieder kam der letzte Pass nicht richtig", sagte der Torwart. Oder die Offensivspieler vergaben ihre guten Möglichkeiten. So wie Florian Niederlechner in der ersten Halbzeit, als er nach einem feinen Zuspiel von Raphael Framberger alleine auf VfL-Torwart Koen Casteels zulief, sich von dem aber abdrängen ließ. Oder Alfred Finnbogason, als er nach seiner Einwechslung einmal den Ball nicht richtig traf und später an Casteels scheiterte. Es wäre wohl auch etwas zu viel gewesen, wenn die Gäste die drei Punkte mitgenommen hätten.

Unbestritten aber ist der Aufwärtstrend, den die Augsburger im Vergleich zu vergangenen Saison zeigen. Vor allem in der Defensive. "Da arbeitet die ganze Mannschaft gut mit. Auch die offensiven Außenspieler machen viele Läufe zurück", lobte Stefan Reuter. "Das Fundament ist die defensive Stabilität", sagte Felix Uduokhai, der sich über den Punkt bei seinem ehemaligen Klub freute. "Den Punkt nehmen wir natürlich gerne mit", sagte der Innenverteidiger. Vor allem aber auch das nächste Spiel ohne Gegentor. "Wir haben noch 31 Spiele. Die Saison ist kein Sprint, sondern ein Marathon", warnte Gikiewicz vor vorschneller Zufriedenheit. Sein Ziel: Zehn Punkte nach sechs Spielen. Das scheint mehr als möglich. Er sagte auch: "Unser Beruf ist zu gewinnen." Weil das nicht gelang, war zwar seine Laune gut. Sie hätte aber noch besser sein können.

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