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16.01.2015

Beim Afrika-Cup kann sich FCA-Verteidiger Baba beweisen

FCA-Verteidiger Abdul Baba spielt beim Afrika-Cup für Ghana.
Bild: Imago

Abdul Rahman Baba könnte einer der großen Stars beim Afrika-Cup werden. Aber nicht alle hoffen, dass der FCA-Verteidiger mit Ghana Erfolg hat.

Abdul Rahman Baba, 20, könnte einer der großen Stars des Afrika-Cups, der am Samstag mit dem Spiel des Gastgebers Äquatorialguinea gegen Kongo gestartet ist. Davon ist Sascha Empacher, der Berater des Linksverteidigers des FC Augsburg, überzeugt. „Baba ist einer der wichtigsten Spieler in der ghanaischen Mannschaft.“ Der deutsche WM-Gegner sortiert sich gerade neu. Der Schalker Kevin-Prince Boateng ist nicht dabei wie Michael Essien (AC Mailand). Trotzdem zählt Ghana neben Top-Favorit Algerien und der Elfenbeinküste zu den Sieganwärtern. „Baba hofft natürlich, dass er mit Ghana den Cup gewinnt“, sagt Empacher.

Auch Mohamed Amsif, 25, hatte sich auf den Afrika-Cup gefreut. Im Frühsommer war der Torhüter nach vier Jahren, die er zumeist auf der Bank verbracht hatte, vom FCA zu Union Berlin gewechselt. Er wollte beim Zweitligisten Stammtorhüter werden. Und er wollte im Januar in seinem Heimatland Marokko beim Afrika-Cup 2015 spielen.

Diktator verteilte 40.000 Eintrittskarten ans Volk

Beide Träume sind geplatzt. Amsif musste nach dem 3:3 beim FC Ingolstadt am 9. November nach vier Einsätzen und sechs Gegentoren seinen Platz im Union-Tor wieder an Daniel Hass abgeben. Wenige Tage später verzichtete Marokko aus Angst vor der in Westafrika grassierenden Ebola-Epidemie auf die Austragung des Turnieres. Daraufhin wurde Marokko vom afrikanischen Kontinentalverband CAF disqualifiziert. Während Amsif am Montag mit Union ins Trainingslager nach Spanien fliegt, absolviert Baba mit Ghana in Mongomo sein erstes Gruppenspiel gegen Senegal.

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Mongomo ist einer der vier Austragungsorte in Äquatorialguinea. Das kleine westafrikanische Land sprang als Ersatz für Marokko ein. Für Staatspräsident Teodoro Obiang, der sich 1979 an die Macht putschte, spielt Ebola keine Rolle. Die meistbetroffenen Länder, Guinea, Liberia und Kamerun, liegen über 2000 Kilometer entfernt. Trotzdem werden alle Delegationen und Besucher bei der Einreise auf Ebola-Symptome untersucht. Für Obiang ist der prestigeträchtige Afrika-Cup hingegen eine gute Gelegenheit sein ramponiertes Image ein bißchen aufzupolieren. Der Despot hat Erfahrung darin, richtete man zusammen mit Gabun bereits 2012 den Afrika-Cup aus.

Gespielt wird in den Arenen in der Metropole Bata (35000 Plätze), in der Hauptstadt Malabo (15000) und in den kleinen Stadien in Ebebiyin (5000) und in Mongomo (10000). Dort wurden kurzerhand die ramponierten Spielflächen mit Rasen aus Europa saniert. Geld ist genug da. Äquatorialguinea besitzt reiche Erdölvorkommen. Doch profitiert davon nur eine Minderheit. Um das arme Volk zu besänftigen, hat der Diktator 40000 Eintrittskarten gekauft und verteilen lassen.

Für Baba ist es ein Schaulaufen

Sascha Empacher spart sich die Reise nach Westafrika. Obwohl sich der ehemalige Spitzenmanager des Sportsenders Eurosport mit seiner Firma Spocs unter anderem darauf spezialisiert hat, Talente besonders in Ghana aufzuspüren. „Die Spieler, die dort spielen, sind eh alle bekannt“, sagt er. Er sucht die verborgenen Stars von morgen. Wie zum Beispiel Benjamin Tetteh, 17. Ein junger, 1,92 Meter großer Stürmer aus dem Heimatklub von Baba. Gladbach und Leverkusen haben Tetteh schon längst auf dem Radar.

Trotzdem wird auch die kontinentale Meisterschaft zum Schaulaufen auf internationaler Bühne. Auch für Baba. Der ist zwar bis 2019 an den FCA gebunden, doch dass er diesen Vertrag erfüllen wird, gilt als unwahrscheinlich. Angeblich soll Real Madrid schon ein Angebot von 15 Millionen Euro vorbereiten. Empacher kann sich dies durchaus vorstellen: „Es ist ganz klar, dass die größten Vereine auf der Welt die besten Talente der Welt beobachten und Baba gehört dazu.“

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Das Jahr beim FCA
Bild: Fred Schöllhorn

Sieben Bundesliga-Profis sind in Äquatorialguinea im Einsatz. Und fehlen damit ihren Vereinen wochenlang. Sollte Baba mit Ghana das Endspiel am 8. Februar erreichen, verpaßt er drei Punktspiele. FCA-Präsident Klaus Hofmann hofft darum ganz eigennützig auf ein Vorrundenaus: „Ich habe mir schon einmal die Flugverbindungen rausgesucht. Wenn er am 27. Januar ausscheidet, dann landet er nach einen Zwischenstopp in Nigeria am 29. nachmittags in Frankfurt. Dann hole ich ihn persönlich ab.“

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