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Bleibt der FCA in der Liga eine graue Maus?

Kommentar Von Johannes Graf
30.11.2020

Plus Gegen Freiburg verpasst der FC Augsburg die Chance, sich im oberen Tabellendrittel der Bundesliga festzusetzen. Das hat Gründe.

Zweifelsohne kann sich die Zwischenbilanz des FC Augsburg in der Fußball-Bundesliga sehen lassen. Zwölf Punkte und Platz acht nach neun Spieltagen sind für die Mannschaft von Trainer Heiko Herrlich eine ansprechende Bilanz. Namhafte Konkurrenten wären glücklich, hätten sie Ähnliches vorzuweisen. Die Umbauten, die die Sportliche Leitung im Sommer vorgenommen hat, machen sich positiv bemerkbar. Neuzugänge wie Gikiewicz oder Caligiuri bringen nicht nur sportliche Qualität mit, sie stehen für Mentalität. Die Mannschaft vermittelt den Eindruck, Negativerlebnisse wie einen Platzverweis oder einen Rückstand verkraften zu können. Gegen Mönchengladbach war das der Fall, ebenso gegen Freiburg.

Dennoch: Gikiewicz erzählte jüngst davon, dass er wenig Lust auf Platz zwölf oder 13 hat; und Kapitän Gouweleeuw ärgerte sich nach dem 1:1 über die verpasste Chance, sich für längere Zeit in der oberen Tabellenhälfte festzusetzen. Gegen kriselnde Gäste hätte der FCA bedeutend mutiger und selbstbewusster auftreten müssen – just so, wie die Freiburger es vormachten.

FC Augsburg: Geordnete Defensive zulasten der Offensive

FCA-Trainer Herrlich hat seiner Mannschaft ein taktisches Konzept an die Hand gegeben, dass wenig Gegentore zulässt. Noch stimmt jedoch die Balance nicht: Geordnete Defensive geht zulasten durchschlagskräftiger Offensive. Im Spielaufbau lassen sich Strukturen erkennen, es mangelt allerdings an Ideen, wenn der Übergang vom Mittelfeld in den Angriff vollzogen werden soll. Bislang verlässt sich der Trainer vorwiegend auf Einzelaktionen seiner Akteure, die Abhängigkeit von gefährlichen Standardsituationen und überraschenden Momenten eines Vargas ist groß.

Weil die Basis stimmt, muss sich der geneigte Fan derzeit keine Sorgen machen. Der FCA dürfte die nötigen Punkte holen, um den Ligaverbleib zu sichern. Will er allerdings im zehnten Jahr Bundesliga das Image einer grauen Maus ablegen, muss er sich spielerisch gewaltig steigern.

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30.11.2020

Ich weiß nicht so recht was ich mir unter einer 'grauen Maus' in der ersten Liga vorzustellen habe. Wolfsburg gilt glaube ich als eine solche. Trotzdem waren sie mal Meister und stehen aktuell auf Platz 5. Sind Mainz und Hoffenheim 'bunter' als der FCA? Schalke ist jedenfalls farbiger, dafür tun sie seit vielen Jahren alles, allerdings weniger auf dem Platz. Freiburg? Eine prickelnde Mannschaft?

Ja, es wäre sehr erfreulich, der FCA würde etwas gefälliger spielen. Eigentlich war es genau das, was Martin Schmidt versprochen hatte. Doch er brachte die Balance auch nicht hin. Hinten verkam der FCA zur Schießbude.

Wenn Giekiewicz wenig Lust auf Platz 12 oder 13 hat, ehrt ihn das. Auch Gouweleuw ist immer ambitioniert, trotzdem sollte man auf dem Teppich bleiben. Von einem FCA-Ikarus hat letztlich keiner was. Und wie schnell es geht von den hohen Ansprüchen in die zweite Liga sieht man an vielen Beispielen der letzten Jahre.

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30.11.2020

Auf diese Steigerung warte ich schon seit 3 Jahren. Immer nur 3 Mannschaften hinter sich zu lassen, kann wohl auf Dauer kein Anspruch sein. Wird jedoch vor jeder neuen Saison als Ziel angegeben. Ob auf Dauer die Fans so mitgenommen werden ist fraglich. Irgendwann bleiben nur die eingefleischten Fans übrig und dann spielt der FCA in einem halbleeren Stadion. Etwas mehr Mut wünsche ich den Spielern und dem Trainer.

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