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FC Augsburg

04.07.2019

DFL-Prämien: So viel Geld bekommt der FCA für Richter und Co.

Laufen Marco Richter (li.) und Kevin Danso (re.) für den FCA in der Bundesliga auf, erhält der Klub von der Liga ein Honorar.
Bild: Ulrich Wagner

Plus Der Klub betont stets, wie wichtig ihm Nachwuchsarbeit ist. Laufen Eigengewächse in der Bundesliga auf, kann sich dies mehrfach lohnen.

Als Simon Asta am letzten Spieltag der vergangenen Saison in Wolfsburg auflief, war das für den 18-Jährigen ein erhebender Moment. Der Jungprofi des FC Augsburg bestritt sein erstes Bundesligaspiel von Beginn an, an die Partie in der Wolfsburger Arena wird er sich sein Leben lang erinnern. Von diesem Einsatz profitierte nicht nur der Spieler, der Erfahrungen in Deutschlands höchster Spielklasse sammelte.

Asta ist im Nachwuchsleistungszentrum des Fußball-Bundesligisten ausgebildet worden, gilt als Eigengewächs, als sogenannter "Local Player". Unter diese Kategorie fallen Profis, die das 23. Lebensjahr noch nicht erreicht haben und mindestens drei Jahre zwischen dem 15. und 21. Lebensjahr bei einem Klub im Deutschen Fußball-Bund (DFB) registriert waren. Ausländische Spieler müssen vor Vollendung ihres 18. Lebensjahres im DFB registriert gewesen sein.

Jede Einsatzminute eines Local Players wird mit 136 Euro belohnt

Weil letztlich der gesamte deutsche Fußball davon profitiert, wenn die Vereine leistungsstarke Nachwuchsspieler ausbilden, honoriert die Deutsche Fußball Liga (DFL) den Einsatz der Local Player. Zwei Prozent der nationalen Medienerlöse zahlt der Dachverband prozentual an die Klubs aus, in der vergangenen Saison entsprach dies mehr als 22 Millionen Euro. Abgerechnet wird jede Einsatzminute.

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Über eine Menge Geld darf sich diesmal Bayer Leverkusen freuen. Vor allem der 20-jährige Stammspieler Kai Havertz beschert dem Werksklub reichlich Ausbildungshonorar, gut 1,32 Millionen Euro kassiert der Champions-League-Teilnehmer. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Zweitligist Holstein Kiel (1,28 Millionen) und Drittligist 1. FC Magdeburg (1,13 Millionen).

Der FC Augsburg hat in den vergangenen Jahren verstärkt in die Ausbildung eigener Profis investiert. Im Norden Augsburgs schuf er die Infrastruktur dafür, er baute ein Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) mit Kunst- und Naturrasenplätzen, in naher Zukunft soll ein Internat hinzukommen. Sportgeschäftsführer Stefan Reuter wiederholt sich darin, dass der FCA nicht auf die finanziellen Mittel eines FC Bayern, RB Leipzig oder einer TSG Hoffenheim zurückgreifen kann. Entsprechend wichtig sei die Ausbildung eigener Talente. Reuter betont: "Wir müssen versuchen, aus hoffnungsvollen Nachwuchstalenten Bundesligaspieler zu formen.“

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Das ist der FCA-Kader für die Saison 2019/20
Bild: Witters

Regelmäßige Einsätze von Framberger, Danso und Richter

Entscheidende Impulse hat der ehemalige Nachwuchs-Cheftrainer Manuel Baum gesetzt, dessen Arbeit führt der aktuelle Leiter Alexander Frankenberger fort. Allmählich trägt die Arbeit im NLZ Früchte. Mit Kevin Danso, Marco Richter, Raphael Framberger, Simon Asta und Jozo Stanic setzte der FCA in der vergangenen Runde fünf Local Player in der Bundesliga ein. Für den Klub lohnt sich dies mehrfach: Verstärkt er sein Bundesligateam mit Eigengewächsen, spart er sich teure Transfers und bekommt sogar Geld dafür. Vor allem die regelmäßigen Einsätze von Framberger, Danso und Richter machen sich finanziell bemerkbar.

Richter lief zuletzt mit der deutschen U21-Auswahl bei der Europameisterschaft in Italien und San Marion auf. Zuvor war ihm der Durchbruch in der ersten Liga gelungen. Dass er sich etabliert hat, dokumentieren seine 1429 Einsatzminuten. Da die DFL jede Einsatzminute in der abgelaufenen Saison mit rund 136 Euro honoriert, erhält der FCA allein für diesen Spieler knapp 195.000 Euro. Ebenso phasenweise zum Stammpersonal zählt Innenverteidiger Kevin Danso. Vor vier Jahren war der Österreicher mit afrikanischen Wurzeln aus England in den Augsburger Nachwuchs gewechselt. Mit 18 Jahren debütierte er in der Bundesliga. In der abgelaufenen Saison stand er 1243 Minuten während eines Ligaspiels auf dem Rasen, das entspricht einer Talentausschüttung von rund 169.000 Euro.

Framberger ab der kommenden Saison zu alt

Womöglich hätte Raphael Framberger dem FCA noch mehr Geld beschert als 74.400 Euro. Weil den Rechtsverteidiger in seiner Karriere wiederkehrend langwierige Verletzungen zurückwerfen, kam er in der vergangenen Saison lediglich auf 547 Spielminuten. Für Framberger hat der FCA ein letztes Mal Honorar als Local Player bekommen. Der Profi ist im September 23 Jahre alt geworden, in der kommende Spielzeit ist er folglich zu alt für eine Honorierung seiner Einsatzminuten.

Insgesamt erhält der FCA von der DFL für die abgelaufene Saison rund 450.000 Euro. Zu den selbst ausgebildeten Spielern mit Bundesligaeinsätzen zählten neben Richter, Danso und Framberger noch Asta (90 Minuten/12.240 Euro) und Jozo Stanic (2/272 Euro).

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