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FC Augsburg

04.12.2019

Daniel Baier zu FCA-Karriere: "Nicht geplant, dass es so lange Zeit wird"

Daniel Baier will weiterhin für den FC Augsburg in der Bundesliga spielen.
Bild: Kolbert-press/Christian Kolbert

Plus Beim FCA-Stammtisch unserer Zeitung betont Daniel Baier, weiterspielen zu wollen. Außerdem spricht er über Michael Gregoritsch, Tomas Koubek und den Videobeweis.

Seit 2008 (mit einer kleinen Unterbrechung) spielt Daniel Baier für den FC Augsburg. Der 35-Jährige absolvierte bisher 340 Pflichtspiele, darunter 259 Bundesliga-Partien für den FCA. Und wenn es nach Baier geht, kommt auch ein zwölftes Jahr hinzu. "Ich werde über die Saison hinaus weiterspielen", verriet Baier beim FCA-Stammtisch unserer Zeitung im Vereinsheim des Bezirksligisten VfL Ecknach (Landkreis Aichach-Friedberg). Er sagte unter anderem...

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FCA-Kapitän: Daniel Baier will seine Karriere noch nicht beenden

… zu seiner sportlichen Zukunft: "Ich habe ja im Sommer gesagt, dass ich solange spielen will, solange es Spaß und Sinn macht. Da kommuniziere ich mit dem Verein ganz offen. Diese Frage habe ich für mich in den letzten Wochen beantwortet: Von meiner Seite aus fühle ich mich richtig gut, habe richtig viel Spaß und werde darum auf jeden Fall über die Saison hinaus weiterspielen. Von daher werden wir in der nächsten Zeit Gespräche führen und dann schauen wie es weiter geht."

Daniel Baier zu FCA-Karriere: "Nicht geplant, dass es so lange Zeit wird"

… zu seinen Anfängen in Augsburg: "Ich hatte 2007 in Wolfsburg drei Jahre unterschrieben und im ersten Jahr unter Felix Magath 20 Spiele gemacht. Dann sind wir in die Europa League gekommen, der Kader wurde nachgerüstet und es hat sich im Sommer schon angedeutet, dass ich nicht mehr so zum Zug kommen würde. Ich wollte mich deshalb ausleihen lassen. Zwei Angebote hatte Magath schon abgelehnt, als am 30. August, also am vorletzten Tag der Wechselfrist, der Anruf von Andreas Rettig kam, ob ich es mir vorstellen könnte, zum FCA zu kommen. Ich habe ihm dann gesagt, ich kann mir das nicht vorstellen, dass es klappt. Ich bin dann zu Magath gegangen und dann hat er zugesagt. Er war richtig genervt. Meine Tochter war gerade vier Wochen auf der Welt, wir haben unsere Sachen gepackt und sind nach Augsburg gefahren. Da war kein großer Plan dahinter, dass daraus so eine lange Zeit wird. Aber ich bin glücklich, dass es so gekommen ist.

FCA-Kapitän Daniel Baier will seine Karriere fortsetzen.
Video: Sebastian Richly

… zum Spiel in Köln: "Das war Abstiegskampf. Köln hatte ja schon vor dem Spiel ausgerufen, dass es intensiv wird und das haben wir angenommen. Natürlich war es nicht schön anzuschauen, aber da mussten wir in jeden Zweikampf gehen und dagegenhalten. Natürlich hätten wir es spielerisch gerade in zweiten Halbzeit besser lösen müssen, hätten die wenigen Chancen, die wir dann hatten, besser nützen müssen. Aber solche Spiele gibt es nun mal."

… zur Frage, ob der FCA ein Torwartproblem habe: "Wenn du als Torwart einen Fehler machst, bist du der letzte in der Fehlerkette. Dann schaust du oft blöd aus. Wenn du im Mittelfeld mal einen Ball oder Zweikampf verlierst oder als Stürmer das Tor nicht triffst, ist es nicht so schlimm wie beim Torwart oder einem Abwehrspieler. Klar weiß er (Tomas Koubek, Anmerkung d. Red.) auch, dass er sich in dieser Situation wohl falsch entschieden hat. Aber wir hätten es davor und danach auch besser verteidigen müssen. In den Spielen davor hat er uns auch Punkte gerettet. Dafür wurde er zurecht gelobt. Aber heutzutage ist man schnell ganz oben oder aber auch ganz unten. Daher können wir und in der Mitte treffen. Wir haben einen sehr guten Torhüter, der in dieser Saison schon positive, aber auch negative Leistungen gezeigt hat."

... zur Frage, ob eine Mannschaft gegen den Trainer spielen kann: "Es gibt sicher Phasen, wo eine Mannschaft nicht mehr an den Trainer glaubt oder an das, was der Trainer da vorne erzählt. Gerade beim Misserfolg sucht man die Schuld gerne bei anderen. Von daher glaube ich, dass es durchaus sein kann, dass man die letzten ein, zwei Prozent Einsatz unterbewusst vermissen lässt. Aber so direkt gegen den Trainer spielen, dass sich eine Mannschaft zusammentut und sagt 'lass uns heute verlieren oder weniger laufen oder das Tor nicht treffen', habe ich noch nie erlebt."

Michael Gregoritsch trainiert wieder beim FC Augsburg.
Bild: Ulrich Wagner

… zum Thema Michael Gregoritsch: "Ich hatte auch schon solche Phasen hier beim FCA, damals in der 2. Liga, wo du nicht dein Leistungspotenzial abrufen kannst. Vielleicht schenkt dir der Trainer nicht das Vertrauen, wie du es dir vorstellst. Vielleicht läuft es einfach auch nicht. Solche Phasen haben jetzt bei uns Spieler aktuell, die hat es aber auch in der Vergangenheit gegeben, die wird es aber auch in der Zukunft geben. Das wichtigste ist aber, wie man damit umgeht. Sucht man die Fehler bei anderen und lässt sich hängen. Oder packst du es an, gibst auch mal zu, dass du einen Fehler gemacht hast oder nicht gut drauf bist. Das hat Michael gemacht. Er hat das vor der Mannschaft klar gestellt und ist seit einer Woche wieder dabei und gibt alles im Training. Mehr kann er nicht machen und mehr erwarte ich auch nicht von ihm."

… zur Frage, wie er als Kapitän mit Missständen in und um das Team herum umgeht: "Als Führungsspieler spricht man Dinge, die einem auffallen, natürlich beim Trainer und der sportlichen Leitung an. Da kann man auch mal unterschiedlicher Meinung sein. Aber am Ende muss der Trainer und die sportliche Leitung eine Entscheidung treffen. Und die haben sie, aus meiner Sicht, in der Vergangenheit im Sinne des Vereins gut getroffen. Als Kapitän musst du dann auf dem Platz mit deiner Leistung zeigen, dass du vorne weg marschieren willst. Zu viel zu reden, davon halte ich nichts"

Daniel Baier war beim FCA-Stammtisch beim VfL Ecknach zu Gast. Der Profifußballer kam bei den kleinen und großen Fußball-Fans sehr gut an.
26 Bilder
Bildergalerie: Daniel Baier geht in Ecknach auf Tuchfühlung mit Fans
Bild: Philipp Schulte

FC Augsburg: Daniel Baier erwartet gegen Mainz ein schweres Spiel

… zur Frage, mit wie vielen Punkten er in die Weihnachtspause gehen will: "Wir haben jetzt gegen Paderborn, Hertha und Köln gespielt. Wenn mir da einer gesagt hätte, wir holen sieben Punkte, hätte ich unterschrieben. Jetzt haben wir am Samstag mit Mainz den nächsten Konkurrenten, der nach dem Trainerwechsel sehr gut drauf ist. Es wird ein verdammt schweres Spiel. Ich will am Samstag gewinnen, was danach kommt müssen wir schauen. Von daher gebe ich keine Prognose ab.

… zur Frage, ob er für oder gegen den Videobeweis ist: "Ich bin eigentlich für den Videobeweis, weil er das Spiel ehrlicher macht. Geht es um Abseits gibt es nur die Entscheidung Ja oder Nein. Dadurch werden Spiele entschieden. Aber ich bin kein Fan der Ausführung. Was mich aber wirklich stört, ist, dass man nach einem Tor nicht mehr jubelt. Das nimmt die Emotionen. Du schießt ein Tor und jubelst nicht. Das tut mir leid, auch für die Zuschauer.

... zur Frage, welchen verpassten Spielen er am meisten nachtrauert? "Es gibt wirklich zwei Spiele, die mir sehr sehr weh tun: Das waren die beiden Spiele gegen Liverpool. Ich hatte damals eine Verletzung und bin nicht rechtzeitig fit geworden. Da muss ich heute noch schlucken, weil es einfach etwas besonderes war. Da ist bei mir damals schon die eine oder andere Träne geflossen, als ich beim Heim- und Auswärtsspiel oben auf der Tribüne gesessen bin und die Jungs unten gespielt haben. Ich war stolz auf die Mannschaft, aber ich hätte gerne gespielt."

Bildeten beim FCA ein erfolgreiches Gespann: Trainer Markus Weinzierl (r) und Daniel Baier.
Bild: Stefan Puchner (dpa)

… zur Frage, welchem Trainer er am meisten zu verdanken hat: "Bei mir ist es Markus Weinzierl. Er hat meine Karriere auf ein anderes Niveau gebracht. Er hat diese Position, die ich jetzt seit acht, neun Jahren spiele, neu interpretiert und mir das Vertrauen gegeben. Mit ihm hatte ich sportlich meine erfolgreichsten Jahre. Im Nachhinein ist auch Felix Magath wichtig gewesen, weil er mir gezeigt hat, was es heißt, an seine Grenzen zu gehen. Die Zeit war hart, aber sehr wertvoll für mich."

… zum wachsenden Einfluss der Berater: "Heutzutage hat in der Bundesliga ab der A-Jugend jeder Spieler einen Berater. Das ist das Geschäft. Ich bin von 1860 zu Wolfsburg und von Wolfsburg zum FCA gewechselt. Beide Male hat mich persönlich der Trainer oder Manager angerufen. Bei Wolfsburg hat mich Felix Magath angerufen, bei Augsburg Manager Andreas Rettig. So war der erste Kontakt. Dann kommt der Berater ins Spiel. Dann hauen sich die handelnden Personen die Zahlen um die Ohren. Der Berater handelt den Vertrag aus, den der Spieler am Ende absegnet. Der Berater sollte eigentlich nur der Vermittler sein. Aber sie haben heutzutage einen großen Einfluss, weil sie viele Jungs verrückt machen und sagen, ich bringe dich da und da hin und da verdienst du das und das. Damit ködern sie die Jungs, ob es im Endeffekt so kommt, da habe ich meine Zweifel."

… zu seinem Umgang mit den Medien: "Ich respektiere die Journalisten, auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind. Ich versuche mich immer zu stellen, wenn eine Anfrage da ist. Es gibt aber auch Situationen, wo es besser ist, wenn ich nichts sage, weil ich noch zu emotional bin. Ich versuche schon in meinem Sinne oder im Sinne des Vereins zu sprechen und trotzdem ehrlich zu sein. Ich druckse nicht rum, auch wenn man schon aufpassen muss. Ich habe keine Kontakte zu Journalisten, wo ich in Versuchung kommen könnte, etwas auszuplaudern. Es passiert trotzdem, nicht nur bei uns, dass Sachen an die Öffentlichkeit kommen. Manchmal auch unbeabsichtigt, über einen Freund oder so. Aber für mich ist es ein No-Go, wenn bewusst etwas ausgeplaudert wird, um sich einen Vorteil zu verschaffen, oder um jemanden zu schaden. Wenn das rauskommt, dann hat derjenige innerhalb der Mannschaft keinen guten Stand."

Vor einigen Wochen haben wir mit Daniel Baier für unseren Podcast "Augsburg, meine Stadt" gesprochen. Hören Sie rein!

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