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FC Augsburg

11.01.2021

Daniel Caligiuri ist beim FCA die Allzweckwaffe

Daniel Caligiuri war am Sonntag bedient, die VfB-Spieler im Hintergrund freuen sich über den 4:1-Auswärtssieg.
Bild: Christian Kolbert

Plus Heiko Herrlich setzte Daniel Caligiuri beim 1:4 gegen den VfB Stuttgart auf drei Positionen ein. Der FCA-Trainer schöpfte auch sein Wechselkontingent aus. Es nützte nichts.

Dass Daniel Caligiuri ein vielseitig einsetzbarer Spieler ist, hat der 32-Jährige in mehr als elf Jahren Bundesliga oft genug bewiesen. Am 7. November 2009 setzte ihn der damalige Freiburger Trainer Robin Dutt beim 2:1-Auswärtssieg in Bochum als Linksaußen ein. In der 23. Minute bereitete der damals 21-Jährige das 1:0 durch Heiko Butscher vor, in der Halbzeit wurde er dann durch Du-ri Cha ersetzt.

Doch schon längst hat Caligiuri seine Heimat auf der rechten Außenbahn. Auch beim FC Augsburg. Bei der 1:4-Niederlage gegen den VfB Stuttgart hatte ihn Trainer Heiko Herrlich allerdings gleich auf drei taktischen Positionen innerhalb 90 Minuten agieren lassen. Was man doch als relativ ungewöhnlich einordnen kann.

Der VfB Stuttgart nützte die Räume immer wieder aus

Erst begann Caligiuri als extrem offensiv pressender Außenbahnspieler am Rande der Dreierkette Oxford–Khedira–Uduokhai. Doch dies platzlassende Variante nützten die turboschnellen Stuttgarter immer wieder aus. Denen lief nicht nur, aber vor allem Caligiuri, an diesem gebrauchten Nachmittag öfters hinterher. Wie bei der Vorgeschichte zum 0:1 durch einen fragwürdigen Elfmeter von Gonzalez in der 10. Minute, wie beim 0:2 (29.) durch Wamangituka, als Caligiuri die VfB-Spieleröffnung völlig falsch eingeschätzt hatte. Dass Caligiuri mit seinen Frei- und Eckstößen gerade in der ersten Hälfte immer wieder für Gefahr sorgte und sogar einmal die Latte traf, war an diesem Tag am Ende nur eine Randnotiz.

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Bild: Tim Groothuis, Witters

Schnelles Tor von FCA-Stürmer Marco Richter bringt Hoffnung

Nach der Halbzeit stellte Herrlich dann auf eine Viererkette mit Caligiuri als rechter Verteidiger um. Schon nach nicht einmal einer Minute keimte Hoffnung auf als Marco Richter (46.) zum Anschluss traf, doch nach dem 1:3 (61.) durch Castro war das Spiel entschieden. Am Ende war der FCA mit dem 1:4 (87.) durch Didavi noch gut bedient. Da war Caliguiri schon längst ins defensive Mittelfeld beordert. „In der Anfangsphase haben wir mit Drei hinten gespielt, da hat er die Außenbahn besetzt, später hab ich ihn dann auf Sechs gestellt, um noch mehr Risiko zu gehen. Und Carlos Gruezo hatte schon die Gelbe Karte gesehen, da wollte ich auch kein Risiko mehr eingehen“, erklärte Herrlich und fügte an: „Auf der Außenbahn hat er oft genug bewiesen, was er für eine Leistung er bringen kann und auf der Sechs ist zwar nicht seine Stammposition, aber auch da kann er Bälle gut verteilen. Aber ich sehe ihn schon hauptsächlich auf der Außenbahn.“

Die Platzrochaden mit seinem Routinier kann man gut als Sinnbild für die Versuche des FCA-Coaches sehen ein völlig missratenes Spiel doch noch irgendwie taktisch in den Griff zu bekommen. Genauso wie die fünf Auswechslungen. Es gelang an diesem frostigen Januartag nicht. Wie schon gegen Hertha oder Frankfurt wurde die offensive Herangehensweise, die auch mit Naivität und Schludrigkeit gepaart war, von einem taktisch gut eingestellten Gegner ausgenützt. Die FCA-Spieler mühten sich, gaben alles, doch am Ende waren die Stuttgarter cleverer, kaltschnäuziger vor dem Tor und am Ende verdienter Sieger. Sie demonstrierten eindrucksvoll, warum sie derzeit die beste Auswärtsmannschaft der Liga sind.

Hören Sie sich dazu auch unseren Podcast mit Florian Niederlechner über seine Karriere und sein Privatleben an (von September 2020):

Für Daniel Caligiuri war es kein Elfmeter

Als Daniel Caligiuri abgekämpft und enttäuscht das fünfte sieglose Heimspiel in Folge analysierte, legte er seinen Schwerpunkt auf den aus seiner Sicht unberechtigten Elfmeter. „Für mich unverständlich, dass der Schiri so früh pfeift, man kann es ja in Nachhinein noch checken lassen. Aus meiner Sicht ist es kein klarer Strafstoß.“ Man sei dann in der zweiten Halbzeit sehr gut zurückgekommen. „Wir waren nach unserem frühen Tor nah am 2:2 dran“, verwies er auf die kurze Drangphase. Dann, so Caligiuri weiter, „nehmen wir die Männer im 16er nicht auf und das Spiel ist entschieden.“

Marco Richter holte sich gegen den VfB Stuttgart die gelb-rote Karte ab.
Bild: Lennart Preiss, Witters

Dazu kam noch, dass sich der auffälligste Augsburger Offensivspieler und Torschütze, Marco Richter, in der 73. Minute nach zwei Gelben Karten innerhalb von zwei Minuten in die Kabine verabschieden musste. „Da muss er sich cleverer verhalten. Das wusste Marco schon in dem Moment, als er sich die gelb-rote abgeholt hat. Er hat zu mir nach dem Spiel gesagt, dass er die erste gelbe Karte gar nicht richtig mitbekommen hat. Das war beides völlig unnötig“, erklärte FCA-Geschäftsführer Sport, Stefan Reuter.

Wichtiges Auswärtsspiel bei Werder Bremen

Damit fehlt Richter beim Auswärtsspiel am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim wichtigen Duell gegen Werder Bremen. Dafür wird der gelbgesperrte Abwehrchef Jeffrey Gouweleeuw wieder mit dabei sein. Die Hanseaten sind mit 15 Punkte 13. Mit einem Sieg könnte der FCA weiter Anschluss an die obere Tabellenhälfte halten. Daniel Caligiuri sagt: „Der Stachel sitzt tief, aber ab Dienstag liegt unser voller Fokus auf Bremen.“

Übrigens, die letzten beiden Auswärtsspiele bei Arminia Bielefeld und beim 1. FC Köln gewann der FCA jeweils 1:0 mit einer Dreierkette und Daniel Caligiuri auf der rechten Außenbahn. Allerdings wesentlich defensiver eingestellt.

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11.01.2021

Zitat:
Die Platzrochaden mit seinem Routinier kann man gut als Sinnbild für die Versuche des FCA-Coaches sehen ein völlig missratenes Spiel doch noch irgendwie taktisch in den Griff zu bekommen.

Vor dem Hintergrund des Ergebnisses kann man es auch als Sinnbild für Hilflosigkeit und Erfolglosigkeit sehen!

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