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FC Augsburg

13.03.2020

Das Coronavirus beeinflusst den Alltag des FC Augsburg dramatisch

Alles ganz normal? Auf dem Trainingsplatz schon. Da schwört der neue FCA-Trainer Heiko Herrlich sein Team auf das Spiel gegen Wolfsburg ein.
Bild: Christian Kolbert

Plus Der FC Augsburg muss am Sonntag gegen den VfL Wolfsburg vor leeren Rängen spielen. Doch das ist längst nicht das einzige Problem des Klubs durch das Coronavirus.

Es war gestern kurz vor zwölf Uhr, als die FCA-Spieler nach der ersten Trainingseinheit an diesem Tag zurück zur WWK-Arena radelten. Sie trainierten unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Das kommt in normalen Zeiten auch mal vor, gerade wenn ein neuer Trainer eine Mannschaft wieder auf Kurs bringen soll. Wie eben Heiko Herrlich, der am Dienstag beim Tabellen-14. die Nachfolge des am Montag freigestellten Martin Schmidt antrat.

Aber die Zeiten sind im März 2020 im Zeichen des Coronavirus nicht mehr normal. Darum sind bis auf Weiteres alle Trainingseinheiten des Fußball-Bundesligisten nicht öffentlich. Das ist nur eine Vorsichtsmaßnahme, die der Klub ergriffen hat, um zu verhindern, dass ein Spieler mit dem Virus angesteckt wird.

FC Augsburg muss sich auf dem Platz ohne Fans motivieren

Welch gravierenden Einfluss das Coronavirus noch auf den Geschäftsbetrieb der Bundesliga hat, wurde bei der parallel stattfindenden Pressekonferenz im Bauch der WWK-Arena deutlich. Dort berichtete Michael Ströll, der Geschäftsführer Finanzen des Bundesligisten, über die Auswirkungen der Corona-Epidemie. Einschneidendste Maßnahme: Die nächsten drei Heimspiele des FCA (Wolfsburg, Paderborn und Köln) werden ohne Publikum stattfinden. Doch aus Angst vor einer Ansteckung will keiner der Spieler nicht antreten, wie Ströll versicherte: „Wir sind im ständigen Austausch mit der Mannschaft, aber es gab keinerlei Anzeichen, dass die Mannschaft nicht spielen wollte.“

Das Coronavirus beeinflusst den Alltag des FC Augsburg dramatisch

Was sie allerdings am Sonntag (18 Uhr/Sky) in der leeren WWK-Arena gegen den VfL Wolfsburg erwarten wird, das wissen die Spieler nicht. „Sie stellen sich auch die Frage, wie wird es sein, ohne Anfeuerungsrufe auf dem Platz zu stehen? Oder wie sieht ein Torjubel ohne Zuschauer aus?“, erzählte Ströll.

Spieler selbst zu fragen ist derzeit kaum möglich. Medienrunden mit den Profis gibt es nicht. Auch Sponsoren-Termine, Mitglieder-Events oder Fanclub-Veranstaltungen, bei denen Spielerbesuche geplant waren, wurden ausgesetzt. Zudem sollen die FCA-Profis derzeit keine Autogramme mehr geben, keine Selfies mehr mit Fans machen und in ihrer Freizeit größere Menschenansammlungen meiden.

Kein Handshake mehr in der FCA-Kabine

Aber auch in der Kabine hat der Virus die Routinen verändert. Das Heiligste der Spieler wird öfters gereinigt und zusätzlich desinfiziert. Auch die Spieler wurden von den Verantwortlichen noch mal in die Pflicht genommen: „Wir haben mit der Mannschaft noch einmal die Hygienemaßnahmen durchgesprochen“, erklärte Michael Ströll. So dürfen sich die Profis nicht mehr per Handshake begrüßen. Zudem wird bei ihnen regelmäßig Fieber gemessen. Einen routinemäßigen Corona-Test gibt es aber nicht. „Wir testen in dem Moment, in dem es Symptome oder Anzeichen gibt, aber vorher nicht“, sagte Ströll. Dies sei in Absprache mit den Vereinsärzten so entschieden worden.

Sportlich will sich Trainer Heiko Herrlich so normal wie möglich auf das wichtige Spiel gegen Wolfsburg vorbereiten. Allerdings wird der neue Coach wieder am Tag vor dem Spiel ins Mannschaftshotel gehen: „Dann werden wir uns am Sonntagmorgen noch einmal auflockern und dann am Abend spielen.“ Sein Vorgänger Martin Schmidt hatte den Spielern in der Vorrunde freigestellt im Hotel zu übernachten, nachdem man als „Heimschläfer“ dem FC Bayern München Ende Oktober ein 2:2 abgetrotzt hatte

Dass sein erstes Spiel als FCA-Trainer ohne Fans stattfinden wird, bedauert Herrlich. Denn der 48-Jährige setzt viel auf Wille, Teamgeist und Emotionen. Die sollten am Sonntag eigentlich von der Mannschaft auf das Publikum überspringen. Herrlich sagte am Dienstag: „Natürlich würde ich gerne vor einem vollen Stadion debütieren, weil die Atmosphäre hier, die ich schon als Trainer einer gegnerischen Mannschaft erlebt habe, ganz besonders ist. Sie ist unglaublich.“ Er sprach bei seiner Vorstellung von einem „kleinen Anfield“ in Anspielung an das Stadion in Liverpool. Aber schon da ahnte er, dass sein Wunsch nicht in Erfüllung gehen wird. „Aber natürlich muss man sich darauf vorbereiten, dass wir unter Ausschluss der Öffentlichkeit spielen werden.“

FCA-Fans sollen nicht zum Stadion kommen

Dass sich FCA-Fans wie in Gladbach vor dem Stadion versammeln, um ihr Team zu unterstützen, hoffen die FCA-Verantwortlichen nicht. „Die Fankneipe am Stadion ist geschlossen - und wir appellieren an die Fans, dass hier nicht die große Masse am Stadion aufschlägt“, bittet Michael Ströll um Einsicht.

Denn darum geht es bei den Geisterspielen: Menschenansammlungen verhindern, um die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Die Bundesliga muss eine Corona-Pause einlegen

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