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FC Augsburg

30.09.2014

Das Monster haust jetzt in Augsburg

Das Spielansetzungsmonster Sam thront mitten im FCA-Fanblock. Der Preis der Zuschauervereinigung Profans macht auf die oft unglücklichen DFL-Terminplanungen bei Wochentags- und Sonntagsspielen aufmerksam.
Bild: Klaus Rainer Krieger

Keine anderen Fans müssen in diesen Wochen so viele Strapazen auf sich nehmen, um zu den Auswärtsspielen reisen zu können, wie die des FCA. Immerhin haben sie einen Preis erhalten.

Sonntag 620 Kilometer nach Wolfsburg, Dienstag 600 Kilometer nach Hannover, Sonntag 500 Kilometer nach Mainz, Freitag 600 Kilometer nach Gelsenkirchen, Mittwoch 530 Kilometer nach Leverkusen – die Auswärtsfahrten für die Fans des FC Augsburg in diesen Wochen haben es wirklich in sich. Deshalb thronte das Sam am Sonntag zu Recht mitten im M-Block. Dort stehen die FCA-Anhänger, die sogar wochentags zu den Spielen quer durch die Republik reisen und dafür Urlaubstage opfern. Doch irgendwann reicht es.

Das Sam, das kleine schwarze runde Männchen mit den großen runden Augen, ist eigentlich gar kein lustiges Männchen, sondern das Spielansetzungsmonster (Sam). Ein Preis, den die Zuschauervereinigung Profans jeden Monat an den Verein vergibt, dessen Fans unter den Spielansetzungen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) am meisten leiden. Im September war dies Hertha BSC.

„Da wirst du wahnsinnig“

Also brachten die Berliner am Sonntag das Sam gleich mit und übergaben es an zwei FCA-Fan-Vertreter und den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden des FC Augsburg, Klaus Hofmann. Der versprach, die Anliegen der Fan-Gruppierung zu unterstützen. Die hätte am liebsten den Bundesliga-Samstag mit neun Spielen um 15.30 Uhr zurück (utopisch) oder wenigstens eine 300-Kilometer-Regel bei Spielen unter der Woche, am Freitag oder Sonntag. Hofmann sagte dazu: „Wir halten die 300-Kilometer-Regel für sinnvoll und werden dafür unsere Stimme erheben.“

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Er war selbst Opfer des Sams am frühen Donnerstag auf dem Rückweg vom Leverkusen-Spiel. Um 2.30 Uhr stand er auf der A 8 im Stau hinter einem Schwertransporter: „Da wirst du wahnsinnig.“

Andreas Rettig, einst FCA-Manager und jetzt DFL-Geschäftsführer, zeigt Verständnis für die Anliegen: „Englische Wochen sind aus Fan-Sicht immer undankbar.“ Aussicht auf Besserung gibt er aber nicht. „Die Forderung der Fans nach der 300-Kilometer-Regel ist einfach nicht umsetzbar, bei den vielen Faktoren, die in der Spielplangestaltung berücksichtigt werden müssen, und bei den bekannten Entfernungen zwischen den Bundesliga-Standorten.“ Auf alle möglichen Aspekte des Fußballgeschäfts muss Rücksicht genommen werden. Polizeiwünsche, Fernsehinteressen etc. werden in ein hochkomplexes Computerprogramm eingepflegt. Und immer mehr auch die Europapokal-Einsätze deutscher Klubs.

Internationalen Spiele lassen wenig Freiraum

Rettig, der beteuert, dass keine Methode hinter der Häufung der Problemspiele für den FCA stehe, sagt: „Die Auswirkungen der internationalen Spiele lassen immer weniger Raum bei der Ansetzung. Am nächsten Wochenende zum Beispiel müssen die Euro-League-Teilnehmer Wolfsburg und Mönchengladbach am Sonntag spielen, da sie ja erst am Donnerstag im Einsatz sind. Daher muss der FCA die Kröte einfach schlucken.“

Also gastiert der FCA am Sonntag (15.30 Uhr) in Wolfsburg. Gut möglich, dass dann nicht viel mehr Augsburger Anhänger im Gästefanblock stehen werden wie in Leverkusen. Da waren es nur rund 100. Die Leverkusener Verantwortlichen und einige überregionale Berichterstatter vermuteten dahinter einen bewussten Protest der Fan-Szene. Es gab aber keinen Boykott-Aufruf. Es waren einfach nicht mehr.

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