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FC Augsburg

24.10.2017

Das nicht immer perfekte "System Baum"

Manuel Baums Handschrift wird im Spiel des FC Augsburg immer erkennbarer.
Bild: Ulrich Wagner

Bei der Niederlage gegen Hannover 96 geht der Trainer des FC Augsburg ein hohes Risiko ein. Dennoch tut die Spielweise dem Verein und den Fans gut.

Die Enttäuschung war riesig. Als Schiedsrichter Sascha Stegemann am Samstag die Partie des FC Augsburg gegen Hannover 96 abpfiff, war selbst das Herzstück der Fans, der M-Block, konsterniert. Nie und nimmer hätte man geglaubt, dass sich der FCA in diesem Spiel noch die Butter vom Brot nehmen lässt.

Am Ende ging dem FCA gegen Hannover der Saft aus

Im Nachhinein war dieses 1:2 aber vielleicht doch nicht so sensationell. Schließlich ging der FCA auch ein großes Risiko. Von Beginn an ließ Trainer Manuel Baum ein hohes Tempo spielen. Das furiose Pressing und das ständige Attackieren des Gegners von der ersten Minute an brachte eine Woche zuvor schon die TSG Hoffenheim und deren Trainer Julian Nagelsmann schier zur Verzweiflung (hier gibt's die Spielernoten). Auch Hannover 96 litt lange Zeit unter diesem hartnäckigen System der Heimelf. Eigentlich wäre wohl alles perfekt für Augsburg gelaufen, wenn der FCA aus der Vielzahl seiner Möglichkeiten irgendwann ein zweites Tor gemacht hätte. Doch dann ist passiert, was nicht auszuschließen war. Dem FCA ging etwas der Saft aus. Nach einer Stunde merkte man dem Team den Kräfteverschleiß an. "Das ist klar. So ein hohes Tempo kannst du nicht über 90 Minuten gehen. Das kostet Kraft", meinte hinterher FCA-Manager Stefan Reuter. Man könnte jetzt auch zu der Analyse kommen, dass ein Fehler im "System Baum" zugrunde liegt.

Tatsächlich zahlte der FCA am Ende mit der Niederlage einen hohen Preis, aber Augsburg bot seinen Fans fast über 60 Minuten spektakulären Fußball. Schnörkellos und ohne langweiliges Ballgeschiebe. Es war ja auch der Anspruch der Vereinsführung, den FCA nach der Zeit unter Baums Vorgänger Dirk Schuster wieder attraktiver zu machen. Jetzt kristallisiert sich immer mehr eine Handschrift heraus. Allerdings besteht natürlich das Problem, dass ein "System Baum", siehe Hannover 96, auch Leiden verursachen kann. Damit muss der FCA in dieser Saison immer mal rechnen. Die Formel attraktiv = siegreich, kann nicht immer aufgehen.

FCA-Knipser Finnbogason steckt in einer Torkrise

Momentan hat der FCA aber auch das Problem, dass sein "Knipser" Alfred Finnbogason in einer Torkrise steckt. Seit fünf Spieltagen wartet der Isländer nun auf sein fünftes Saisontor. Zuletzt hatte Finnbogason beim 3:0-Erfolg über den 1. FC Köln mit einem "Dreierpack" geglänzt. Chancen waren auch zuletzt vorhanden. In Hoffenheim scheiterte der Stürmer aus kurzer Distanz am Pfosten, und auch gegen Hannover hatte der 28-Jährige bereits nach sechs Minuten eine dicke Möglichkeit. Doch nachdem Finnbogason mit seinem Heimatland Island die Qualifikation zur WM in Russland "rockte", wirkte er zuletzt in der Bundesliga etwas platt. Das entging am Samstag auch Stefan Reuter nicht: "Alfred muss, wie auch unsere anderen Nationalspieler, wieder in seinen Rhythmus kommen. Er muss konzentriert weiter trainieren und sich wieder in die Verfassung bringen. Dann wird die Leichtigkeit im Abschluss auch wieder zurückkommen."

FC Augsburg gegen Hannover: Das Spiel in Bildern

Der FC Augsburg zeigte ein starkes Spiel in der WWK-Arena. Dennoch gelang Hannover 96 in den letzten Minuten zwei Tore, womit Augsburg eine 1:2 Niederlage kassierte.
11 Bilder
Die Partie FCA gegen Hannover 96 in Bildern
Bild: Stefan Puchner
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24.10.2017

k.brenner

Keine Mannschaft schafft es, über 90 Minuten den Gegner mit vier oder fünf Spielern in seiner eigenen Hälfte anzupressen und so das Spiel aufzuziehen wie der FCA in der ersten Hälfte. Da gehen eben am Ende die Körner aus. Ich finde, in der 2. HZ wäre Rhythmuswechsel notwendig gewesen, wie es der FCA super gegen Leipzig gemacht hat. Mal versuchen dem Gegner im Aufbau den Ball zu stehlen, mal mit 5er Kette zurückziehen, wenn der Gegner mit mehreren Spielern am Strafraum auftaucht - jedenfalls immer in Überzahl sein. So hätte man auch das 1:0 über die Zeit gebracht, wenn man schon alle Chancen liegen lässt. Mir schien es, als hätte der FCA in der 2. Hälfte ganz einfach nicht mehr die volle Kraft, um bei den wenigen Angriffen Hannovers rechtzeitig defensiv in Stellung zu kommen. Trotzdem - aufstehen und wieder positiv nach vorne schauen!

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