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Der FC Augsburg verlässt sich zu sehr aufs Glück

Kommentar Von Johannes Graf
08.03.2021

Plus Gegen Berlin rächt sich einmal mehr die Passivität des FC Augsburg. Auf Dauer geht Trainer Herrlich ein hohes Risiko ein.

In den vergangenen Wochen konnte sich der FC Augsburg wahrlich nicht beschweren. Vom Glück begünstigt schenkten ihm die Torhüter aus Leverkusen und Mainz Treffer. Einmal reichte dies zum Punktgewinn, einmal gar zum Sieg. Trainer verweisen floskelhaft darauf, Glück müsse man sich erarbeiten. Vielleicht haben sie damit sogar recht. Doch der Weg vom Glück zum Zufall ist nicht weit. FCA-Trainer Heiko Herrlich vertraut auf das sogenannte „Spielglück“. Darauf, dass der Ball seinen Wünschen folgt. Durch eigenes Zutun die Wahrscheinlichkeit eines eigenen Torerfolgs zu erhöhen, klammert er aus. Überspitzt formuliert lässt er sich darauf ein, dass der Ball mindestens einmal pro Spiel irgendwie den Weg ins gegnerische Tor findet.

Haben die Augsburger den Ball, verlieren sie ihn sofort wieder

Eine Balance aus Defensive und Offensive gibt es nicht, dem Verteidigen wird alles untergeordnet. Erfolge auf Abwehrarbeit, Effektivität und Glück aufzubauen, das kann gut gehen. Auf diese Weise hat der FCA schließlich knappe Siege gegen Bielefeld, Köln, Union Berlin oder Mainz erzwungen, es kann aber ebenso in die andere Richtung laufen, wie die späten Gegentore gegen Leverkusen oder Hertha BSC zeigten.

Augsburgs Spieler verweigern sich inzwischen geradezu dem eigenen Spielaufbau. Haben sie den Ball, geben sie ihn postwendend wieder her. Schnelles Umschaltspiel ist kaum möglich, weil Herrlich das dafür passende Personal auf der Bank lässt.

Allem Anschein nach wird das primäre Saisonziel erreicht werden: der Klassenerhalt. Spätestens im Sommer sollten sich die Verantwortlichen aber Gedanken machen, ob sie diese Art Fußball von ihrer Mannschaft sehen wollen. Wer auf Glück setzt, kann Pech haben.

Lesen Sie die Einzelkritik zum Spiel: FCA-Einzelkritik: Gikiewicz ragt einmal mehr heraus

Lesen Sie den Spielbericht: FCA verspielt in Berlin frühe Führung und verliert 1:2

Lesen Sie die Nachanalyse des Spiels: Niederlage gegen Hertha: FCA leistet einmal mehr Aufbauhilfe

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08.03.2021

Bingo - Herr Graf trifft den Nagel auf den Kopf bzw. legt den Finger in die alten Wunden, die uns wie ein roter Faden durch die Saison hindurch begleiten....warum geht Heiko Herrlich und der FCA dieses Risiko ein...mir ein absolutes Rätsel, sehr oft wäre ein anderer Weg der erfolgreichere gewesen. Aber Flexibilität und Innovation sind bei Herrn Herrlich und dem FCA, wie er sich fast komplett in der Saison 20/21 bisher präsentiert hat, endgültig zu einem unerwünschten Begriff geworden.

Das Sprichwort....der Krug geht solange zum Brunnen bis er.....ist hier wohl angemessen!

Nobby - Die Stimme der Rosenau

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