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Der Fall Hinteregger: Im Profifußball gibt es keine Moral

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Kommentar Von Anton Schwankhart
02.02.2019

Profi-Kicker bedienen Emotionen: Sie küssen demonstrativ das Vereinswappen und gaukeln den Rängen die ewige Liebe vor. Dabei gilt die Hingabe oft nur dem Geld.

Martin Hinteregger stand bislang im Ruf eines aufrechten Kerls. Ein knorriger Österreicher im Trikot des FC Augsburg. Einer, von dem man ungesehen einen Gebrauchtwagen kaufen würde. Inzwischen gibt es Hinweise, dass es sich auch bei ihm empfiehlt, genauer hinzuschauen. Sein Abgang aus Augsburg könnte weniger spontan erfolgt sein, als vielmehr von langer Hand geplant.

Ausgerechnet Hinteregger. Ein Spieler, auf den der traditionell romantisch veranlagte Fußball-Anhänger seine Träume und Sehnsüchte projiziert, nach Aufrichtigkeit, Hingabe, Vereinstreue. Die Klubs, die schon lange Wirtschaftsunternehmen sind, hantieren gerne mit diesen Tugenden. Sie fördern die Kundenbindung. Die Spieler nehmen diesen Ball auf, küssen demonstrativ das Vereinswappen und gaukeln den Rängen die ewige Liebe vor. Der in Leidenschaft für seinen Verein entflammte Fan ist diesem Treuebekenntnis hoffnungslos ausgeliefert.

Wer in Kategorien wie Solidarität oder Dankbarkeit denkt, ist im falschen Spiel

Dabei ist es in Wahrheit das Stück Stoff nicht wert, das der Spieler öffentlichkeitswirksam abbusselt. Denn schon nächste Woche küsst er andernorts – vorausgesetzt, die Tarife passen. Im Profifußball gibt es keine Moral. Wer in Kategorien wie Solidarität oder Dankbarkeit denkt, ist im falschen Spiel.

Nach der Suspendierung von Caiuby, dem Weggang von Martin Hinteregger und der Verpflichtung von Jens Lehmann als Co-Trainer hofft der FCA, daß endlich wieder Ruhe einkehrt. Am Sonntag gibt es ein entscheidendes Heimspiel gegen Mainz.
Video: rt1.tv

Der Profifußball ist knallhartes Geschäft, in dem Gewinnerwartungen das Zusammensein regeln. Leidenschaft und Hingabe lässt man sich bezahlen. Gibt es nichts mehr zu gewinnen, verlassen auch Kapitäne das sinkende Schiff. Was einem Spieler heute Herzenssache ist, ist ihm morgen egal. Eintracht Frankfurt zahlt auch gut.

Der FCA-Talk nach den Chaos-Tagen: Lehmann, Hinteregger, Oxford - und was nun?
Video: Florian Eisele
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08.02.2019

zu Ihrer Randbemerkung "Im Profifußball gibt es keine Moral" vom 2.2.19

Sehr geehrter Hr. Schwankhart, das sind doch Binsenweisheiten, die Sie hier verbreiten. Wohl kaum ein Fußballfreund glaubt noch an 11-Freunde-Romantik oder ewige Vereinstreue etc. Gleichwohl muss einem Spieler neben viel Geld ein passendes Umfeld angeboten werden. Er muss schon überzeugt sein, dass „sein“ Verein zielorientiert und vor allem vernünftigt (!!) agiert. Bei Hinteregger hat sich im Verlauf eines Jahres anscheinend der Eindruck durchgesetzt, dass das Pferd, das er reitet, tot ist. Um beim Vergleich Reuters mit Redakteuren zu bleiben: Wenn Sie überzeugt sind, dass die Velagsleitung den Betrieb gegen die Wand fährt, würden Sie wohl auch schnellst möglich sagen wir mal zur „SZ“ wechseln. Ihr Pech als Journalist und unser Pech als Anhänger ist, dass uns der Wechsel nicht so leicht von der Hand geht. Und damit sind wir bei einem Versagen der lokalen Presse: Hätten Sie die Fehler nicht ständig gedeckt, sondern auch mal konstruktive Kritik geübt oder wenigstens zugelassen, dann bräuchten Sie uns heute vielleicht gar nicht über die materielle Ausrichtung des Fußballs aufzuklären, weil Hinteregger noch da wäre. Ich verstehe schon, dass die Presse in Augsburg nicht unnötig Unruhe verbreiten will, andererseits sollte man auf deutlich sichtbare Fehlentwicklungen rechtzeitig hinweisen. Gerade , im Interesse Augsburgs – und damit natürlich auch in Ihrem eigenen!!

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03.02.2019

wenn ein Mündiger Spieler nicht mehr Kritik ausüben darf !! dann gute Nacht !! was will ein verein mit lauter ja Sager ??? Absteigen ??
Bei so einer Verliererstraße sollten sich mal zu erst die verantwortlichen fragen wer schuld ist !!! ein altes Sprichwort sagt der Fisch Fängt zuerst am Kopf zu stinken an

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02.02.2019

Jetzt übertreibt Herr Schwankhart aber. Hinteregger hat sich zwar nicht als der Ehrenmann herausgestellt, den viele in ihm sehen wollten, aber es gibt gerade beim FCA genug Gegenbeispiele von Spielern, die sich immer tadellos und dem Verein loyal gegenüber gezeigt haben. Nur wenige Beispiele, die mir gerade einfallen: Baier, Hitz, Verhaegh, Werner...

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