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FC Augsburg

01.10.2018

"Der Wahnsinn": Freiburgs Albtraum heißt Finnbogason

Erzielte gegen den SC Freiburg drei Treffer: Alfred Finnbogason.
Bild: Ulrich Wagner

Nach seinem Drei-Tore-Comeback ist Alfred Finnbogason nun Rekord-Bundesliga-Torschütze. Für die Freiburger bleibt der Isländer ein Albtraum. Stimmen zum Spiel.

Als der Interview-Marathon in der Mixed-Zone der WWK-Arena nach einer guten halben Stunde zu Ende war, traf Alfred Finnbogason noch auf Christian Streich. Der Trainer des SC Freiburg nahm den Stürmer des FC Augsburg väterlich in den Arm, gratulierte ihm und sagte zum Abschluss mit einem Lächeln: „Schade, dass du gerade gegen uns wieder fit geworden bist.“

Seit August hatte der isländische Stürmer mit einer Entzündung einer Sehne über der Kniescheibe pausieren müssen, erst in der Woche vor dem Spiel gegen Freiburg hatte  er wieder ins Mannschaftstraining einsteigen können. Und dann meldete er sich mit drei Toren beim 4:1 (2:0)-Sieg gegen den SC Freiburg wieder zurück.

Es war der erste Heimsieg für den FCA in dieser Saison und die Tore Nummer 23, 24 und 25 für Finnbogason in seinem 50. Bundesligaspiel für den FCA. Seit Februar 2016 steht er in Augsburg unter Vertrag. Damit überholte er Tobias Werner (23) als Rekord-Bundesliga-Torschütze.

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Finnbogason ist der Albtraum des SC Freiburg

Erst hatte der in Reykajvik geborene Isländer eine Hereingabe von Jeffrey Gouweleeuw in der 34. Spielminute artistisch mit dem Absatz zum 2:0 ins Tor verlängert. Dann einen an ihm verschuldeten Foulelfmeter in der 68. Minute zum vorentscheidenden 3:1 verwandelt und als Sahnehäubchen  noch das 4:1 (83.) nachgelegt.

Für die Freiburger ein sich wiederholender Albtraum. Denn schon beim letzten Gastspiel am 16. Dezember 2017 beim 3:3 hatte Finnbogason, der einen Vertrag bis 2020 besitzt, alle Augsburger Treffer erzielt. Dennoch hatte Streich seinen trockenen Humor nicht verloren. Als er auf der Pressekonferenz nach den Qualitäten des Freiburg-Schreck gefragt wurde, sagte er: „Hm, er ist ein schlauer Fußballer. Er bewegt sich gut. Sie haben das zweite Tor doch auch gesehen. Damit ist alles gesagt. Ich hoffe, dass er jetzt nicht jedes Mal drei Tore gegen uns schießt, sonst wird es schwer für uns, gegen den FCA zu gewinnen.“

Finnbogason ist wieder zurück beim FC Augsburg

Zuvor hatte Finnbogason seine während der Reha selbst auferlegte Medienabstinenz beendet und ausgiebig Auskunft gegeben über….

… sein beeindruckendes Comeback: Es ist der Wahnsinn. Es ist schwer zu beschreiben. Ich habe ich mich einfach nur gefreut, dass ich wieder auf dem Platz stehe. Erst einmal hatte ich mir selbst keine Riesen-Erwartungen gemacht. Für mich war nur wichtig, dass ich wieder auf dem Platz stehe und fit durch dieses Spiel komme. Alles andere war ein Extra-Bonus. Dann ist es natürlich super, wenn du drei Tore schießt.

… seinen Fitnesszustand: Jeder der sein erstes Spiel in der Saison ohne Vorbereitung spielt, weiß, dass es eine Weile dauert, bis man auf seinem höchstem Niveau ist. Das ist ganz normal, für jeden Spieler. Aber es ist wichtig, dass ich auf meine Spielminuten komme.

… seine Liebe zum SC Freiburg: Ich mag Freiburg. Im Ernst, ich weiß nicht, warum sie mir liegen. Letztes Jahr war es  noch wahnsinniger (Er erzielte die Tore zum 2:3 und 3:3 innerhalb von zwei Minuten in  der Nachspielzeit), heute war es ein anderes Spiel. Die erste Halbzeit haben wir total dominiert, da hätten wir höher führen müssen. In der zweiten Halbzeit haben wir es uns selbst schwer gemacht. Aber am Ende haben verdient gewonnen.

… die Entscheidung zu spielen: „Das war am Ende der Woche. Wir wollten erst schauen, wie ich durch diese schwierige Trainingswoche gekommen bin. Ich hatte keine Reaktion an der Sehne. Ich war heiß auf dieses Spiel, hatte ein Supergefühl und wollte unbedingt spielen. Es war ja das Ziel in der Reha, dass ich entweder gegen Bremen oder Freiburg spielen sollte. Es war gut, dass ich keinen Zeitdruck vom Verein hatte.“

… seine schwere Beine nach den 90 intensiven Minuten: „Morgen und übermorgen werden sie noch schwerer. Jetzt ist noch genügend Adrenalin im Körper, da spürt man es nicht. Es war aber nicht der Plan. Eigentlich sollte ich nach 65 Minuten oder 70 Minuten raus. Doch dann waren Marco Richter und Daniel Baier angeschlagen. Da muss man es halt klug machen und nicht so viel laufen wie die ersten 80 Minuten und gut stehen.

… seine Leidenszeit: Es war sehr schwer und bitter beim Saisonstart zuzuschauen. Ich wollte schon letzte Saison 30 Spiele plus absolvieren. Es begann in der Hinrunde auch hervorragend, leider habe ich mich dann in der Rückrunde verletzt. Ich bin dann etwas zu früh zurückgekommen, um die letzten Bundesligaspiele und die WM zu spielen. Irgendwann musste ich dann pausieren. Ich denke, es war die richtige Entscheidung von mir und dem Verein, dass wir es Anfang der Saison gemacht haben. Ich bin sehr dankbar, dass der Verein mir diese Zeit gegeben hat. Ich war immer im Zeitplan und ich bin glücklich, dass es genauso abgelaufen ist, wie geplant. Ab jetzt beginnt meine Saison.

… den Beginn seiner Verletzung: Die Schmerzen kamen während der letzten vier Spiele in der vergangenen Saison und ich habe sie dann mit in die WM genommen. Dort konnte ich mit Schmerzen durchspielen. Ich hätte auch auf Krücken die WM gespielt. Aber in der Vorbereitung ging es dann nicht mehr.“

FC Augsburg - SC Freiburg: Stimmen zum Spiel

Manuel Baum: „Ich denke, die erste Hälfte war eine unserer besten in dieser Saison. Unser Spiel mit und gegen den Ball hat mir richtig gut gefallen, wir gehen verdient in Führung. Nach der Pause waren wir rund 15 Minuten völlig orientierungslos, wenn wir Pech haben, kriegen wir da ein zweites Gegentor. Wir konnten uns dann besser anpassen, mit dem 3:1 war das Spiel dann durch. Es freut mich, dass wir uns diesmal belohnt haben und vor allem, dass wir unseren Fans endlich den ersten Heimsieg geschenkt haben.

Philipp Max: „Nach dem Spiel in München, das viele Körner gekostet hat, haben wir eine richtig gute erste Hälfte gespielt. Nach der Pause haben wir relativ schnell dieses Eiertor bekommen. Danach haben wir jedoch Herz gezeigt und am Ende völlig verdient die drei Punkte geholt. Alfred war wieder mal furios. Es ist einfach Wahnsinn, er steht immer da, wo es gefährlich ist. Wir sind froh, dass er wieder da ist.“

Rani Khedira: „Wir wollten nach dem unglücklichen Spiel gegen Bremen heute unbedingt den ersten Heimsieg holen und die englische Woche mit einem Sieg beenden. Ich denke, das hat man von der ersten Sekunde an gesehen. Es ist natürlich beeindruckend, wie Alfred zurückkommt und direkt drei Tore macht.“

Jeffrey Gouweleeuw: „In der ersten Hälfte war es ein super Spiel von uns. Wir hätten eigentlich höher als 2:0 führen müssen. Nach der Pause kassieren wir ein kurioses Gegentor und hatten dann eine schwierige Phase. Aus der haben wir uns aber befreit und das Spiel letztendlich völlig verdient für uns entschieden. Wir fahren jetzt mit breiter Brust nach Dortmund und wollen auch dort etwas mitnehmen.“

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01.10.2018

Immer wieder schön zu sehen, wie schweigsam manche angebliche Fans nach tollen Siegen des FCA werden. Nach Niederlagen einen Kommentar abzugeben, scheint diesen Leuten deutlich mehr Spaß zu machen.
Deswegen: Wir haben auch dieses Jahr wieder eine tolle Mannschaft, einen überaus fähigen und sympathischen Trainer und vor allem ein Management, um das uns die Liga beneidet.

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01.10.2018

Mit dem Besuch bei den Münchnern begann für die der Wiesnkater. Die gute Form konserviert und den Breisgauern den Hintern versohlt. Eine fenomenale 1. Halbzeit wird gekrönt durch das Sahnestück vom Finnbo zum 2:0.
Kurz spannend wurde es als wir uns den Anschlusstreffer selber reinhauten, nach dem kleinen Durchhänger legte unser Wikinger nach und schnürt nen Dreierpack. Zuletzt im Juni gekickt, welch ein Saisoneinstand !!
Eine Top-Mannschaftsleistung, gleichzeitig ein wichtiger Sieg um gegen die nächsten zwei Hochkaräter gewappnet zu sein.

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