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FC Augsburg

08.03.2021

Die Freude von László Bénes beim FCA hält sich in Grenzen

László Bénes (Mitte) als umjubelter Torschütze des FC Augsburg. Nach dem Spiel in Berlin hielt sich seine Freude in Grenzen.
Foto: Soeren Stache, dpa

Plus Gegen Berlin gelingt dem Winterneuzugang sein erster Treffer für den FC Augsburg. Nun trifft er auf seinen Stammverein, bei dem er sich bislang nicht durchsetzte.

Die Reaktion in den sozialen Netzwerken ließ nicht lange auf sich warten, die Freude hielt sich indes in Grenzen. Gegen Hertha BSC hatte László Bénes seinen ersten Treffer für den FC Augsburg erzielt, sein Tor in der zweiten Spielminute gereichte dem Fußball-Bundesligisten aber nicht zum ersehnten Erfolg. Mit seinem Instagram-Profil kommentierte der 23-Jährige sein Augsburger Premierentor. Das Ergebnis des Spiels, so schrieb er, sei schwer zu akzeptieren. "Es wäre besser gewesen, mein erstes Tor für den FCA mit einem Sieg zu feiern."

Wobei der slowakische Nationalspieler ebenso wie seine Mitspieler einsehen musste, dass der FCA selbst für dieses 1:2 verantwortlich gewesen war. Vor den Gegentoren zeigten Spieler Fehlverhalten, vor allem aber verhielten sie sich nach der frühen Führung wie ein Kaninchen vor der Schlange. Derweil hätte es Anlass gegeben, weitaus mutiger aufzutreten. Sehenswert hatte Bénes den Ball per Direktabnahme aus der Luft ins Berliner Tor geschossen und seiner Mannschaft Selbstvertrauen eingeflößt. Solch einen Start ins Spiel wünscht sich jede Auswärtsmannschaft.

FCA-Trainer Heiko Herrlich über László Bénes: "Er tut unserem Spiel gut"

In der Augsburger Scorer-Statistik war Bénes bis dato nicht in Erscheinung getreten. Für Augsburgs Trainer Heiko Herrlich kein Grund zu Kritik. Grundsätzlich täte Bénes dem eigenen Spiel gut, meinte Herrlich. "Bei Offensivspielern legt man oft den Maßstab an, sie nach Toren zu bewerten. Aber es gibt auch den vorletzten Pass oder den, der das Spiel schnell macht. Da ist er oft beteiligt."

Vor dem Spiel hatte der FCA-Trainer eine bevorstehende Torbeteiligung des Winterneuzugangs vorausgesagt. "Ich bin davon überzeugt, dass er bald die messbaren Zahlen liefert." Und Bénes lieferte tatsächlich. Kurioserweise erzielte er seinen zweiten Bundesligatreffer erneut gegen Hertha BSC. Und hätten die Berliner nicht noch die Partie gedreht, es wäre eine Duplizität der Ereignisse gewesen. Im April 2017 hatte ein Bénes-Tor zum 1:0-Erfolg von Borussia Mönchengladbach geführt.

Im Februar war der offensive Mittelfeldspieler zum FCA gewechselt, nachdem Medien zuvor noch über einen Verbleib des Profis am Niederrhein spekuliert hatten. Als sich kurzfristig die Chance zum Transfer bot, einigten sich Spieler und Vereine auf eine Leihe bis Saisonende. Bénes’ Vorhaben: endlich mehr Spielzeit erhalten.

Hier noch im Trikot von Borussia Mönchengladbach: László Bénes.
Foto: Tom Weller, dpa

Im Sommer 2016 war er als 19-Jähriger in die Bundesliga gewechselt, in der Rückrunde kam er in Gladbach zu Einsätzen. Dann jedoch brach er sich den Mittelfuß und verpasste beinahe die komplette Saison. Nach einem halben Jahr ohne Einsätze ließ sich der Spieler zum Zweitligisten Holstein Kiel verleihen, dort erhielt er jenen Stellenwert, den er in Gladbach einnehmen wollte. Gestärkt durch Spielpraxis kehrte er zum ambitionierten Bundesligisten zurück. Nach einer Saison mit etlichen Einsätzen bremste ihn zu Beginn der laufenden Runde die nächste Verletzung aus. Sein erstes Ligaspiel im Gladbacher Trikot bestritt er Anfang November.

Weil das Gedränge im Mönchengladbacher Mittelfeldzentrum mit Florian Neuhaus, Christoph Kramer oder Denis Zakaria groß ist und die Aussichten auf Startelfeinsätze bescheiden blieben, suchte er in der Winterwechselphase einen alternativen Klub. Der FCA zeigte sich empfänglich, weil er in Bénes eine Lösung seiner spielerischen Armut sah. FCA-Sportgeschäftsführer Stefan Reuter zeigt sich mit den Darbietungen des Spielers bislang zufrieden. "Er ist immer anspielbar, versucht, gute Bälle zu spielen. Ein absolut guter Fußballer, dem ich eine sehr gute Karriere voraussage."

László Bénes will sich beim FC Augsburg für die EM 2021 empfehlen

Dass Bénes dauerhaft in Augsburg einem Beruf nachgehen wird, scheint äußerst fraglich. Sein Vertrag in Mönchengladbach läuft bis Sommer 2024, der FCA ist Mittel zum Zweck. Im Sommer steht eine Europameisterschaft an, Bénes will dabei dem Kader der slowakischen Nationalmannschaft angehören. Dafür benötigt er Einsatzzeit in der Bundesliga – und zwar vom Anpfiff weg.

Bislang geht sein Plan auf, seit seinem Wechsel stand der 23-Jährige in allen FCA-Begegnungen in der Anfangsformation. Daran wird sich am Freitag wohl nichts ändern. Im Aufeinandertreffen mit seinem Stammverein Borussia Mönchengladbach (20.30 Uhr/DAZN) kann Bénes zeigen, dass er auch in dessen Mittelfeld eine Bereicherung wäre.

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