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FC Augsburg

22.07.2020

Die Zeichen stehen auf Trennung: Verlässt Kapitän Baier den FCA?

Wird Daniel Baier auch in der kommenden Saison das Wappen des FCA auf der Brust tragen? Es scheint nicht so.
Bild: Wagner

Plus Der FCA und sein langjähriger Kapitän Daniel Baier scheinen sich auseinandergelebt zu haben. Beide Parteien haben wohl unterschiedliche Vorstellungen über die Zukunft.

Als Daniel Baier im Januar seinen Vertrag beim FC Augsburg vorzeitig bis 2021 verlängerte, da schien das nur ein weiterer Liebesbeweis in einer langjährigen Beziehung zu sein, die im Profifußball nur noch selten zu finden ist. Seit 2008 (mit einem halben Jahr Unterbrechung) trägt der 36-jährige Mittelfeldspieler das Trikot des FCA, nach dem Aufstieg in die Bundesliga war er jahrelang der zuverlässig laufende Motor im Mittelfeld des FCA.

Baier und der FC Augsburg: Trennung soll mit Abfindung versüßt werden

Sechs Monate später ist von der großen Liebe nicht mehr viel übrig. Die Zeichen stehen auf Scheidung. Nach Informationen unserer Redaktion sollen beide Parteien über eine Auflösung des Vertrages verhandeln. Die Sport Bild spekuliert, dass Baier die Trennung mit einer Abfindung versüßt werden soll.

Dabei turtelten die beiden Parteien im Januar noch wie zwei frisch Verliebte. „Dass ein Spieler so lange bei einem Verein spielt, ist in der heutigen Zeit bemerkenswert. Daniel Baier identifiziert sich zu 100 Prozent mit dem FCA und hat das Spiel in den letzten Jahren geprägt. Daher freuen wir uns, dass wir den Weg gemeinsam fortsetzen“, lobte Stefan Reuter, FCA-Geschäftsführer Sport, seinen dienstältesten Mitarbeiter und warf ihn gleich noch ein Riesenkompliment hinterher. „Mit seiner Erfahrung, seiner körperlichen Verfassung und seiner fußballerischen Klasse, tut Daniel Baier unserer Mannschaft mit vielen jungen Spielern sehr gut.“ Daniel Baier selbst erklärte, dass er die „grandiose Geschichte mit dem FCA einfach noch weiter schreiben“ wolle.

Seit über zehn Jahren gehört Daniel Baier zum Kader des FC Augsburg. Das könnte nun vorbei sein.
Bild: Tom Weller, dpa

Unter dem neuen FCA-Trainer Herrlich saß Baier zuletzt häufig auf der Bank

Dass die Liebe so plötzlich erkaltete, hat wohl hauptsächlich damit zu tun, dass die Vorstellungen über Baiers zukünftige Rolle weit auseinander gehen. Danach soll Trainer Heiko Herrlich dem langjährigen Kapitän in einem Gespräch mitgeteilt haben, dass Baier mithelfen sollte, seinen Nachfolger im defensiven Mittelfeld, Carlos Gruezo, aufzubauen.

Wie das aussehen könnte, erlebte Baier nach der Corona-Pause hautnah mit. Bis zum Spiel bei Hertha BSC (0:2) stand Baier, wenn er auflief, immer in der Startelf. Insgesamt 272 Mal. In Berlin wurde er „nur“ eingewechselt. Zuvor war er gegen Schalke schon 90 Minuten auf der Bank gesessen. Schon in dieser Phase schien Baier mit der ungewohnten Rolle zu hadern. „Man ist enttäuscht und verspürt auch eine gewisse Wut in sich. Alles andere wäre als Profisportler auch komisch“, erklärt der 36-Jährige Mitte Juni in der Sport Bild.

FCA-Coach Heiko Herrlich setzte im Saison-Endspurt nur selten auf Daniel Baier..
Bild: Stefan Puchner, dpa

Seinen Frust soll Baier dann das eine oder andere Mal auch nicht mehr haben verbergen können. Wohl auch deswegen saß er beim Saisonendspurt gegen Düsseldorf (1:1) und zum Saisonabschluss gegen Leipzig (1:2) nur auf der Bank. Als dann der FCA auch noch den Gladbacher Tobias Strobl, 30, für das defensive Mittelfeld ablösefrei aus Gladbach holte, war klar: Baier würde in der zehnten Bundesliga-Saison nicht mehr die dominierende Rolle spielen.

FCA-Verantwortliche wollen sich nicht zu Daniel Baier äußern

Zudem soll das Verhältnis zwischen Baier und den FCA-Verantwortlichen auch abseits der sportlichen Belange während der Corona-Krisenzeit deutlich abgekühlt sein.

Wie immer werden beide Seiten eine unterschiedliche Sichtweise auf die Situation haben. Es könnte sein, dass sich die Wege ausgerechnet vor der Jubiläumssaison, der zehnten in Folge nach dem Aufstieg, trennen werden. Robert Schneider, der langjährige Berater von Daniel Baier, wollte sich nicht äußern: „Natürlich könnte ich etwas sagen, aber das soll der Verein tun.“ Doch auch beim FCA gab es keine Stellungnahme.

Fakt ist aber, dass der FCA in der kommenden Saison die Mannschaft neu ausrichten will. FCA-Chef Klaus Hofmann hatte dies in einem Interview mit unserer Redaktion schon angedeutet. „Wir haben gerade in der Corona-Pause einiges über die Wichtigkeit von Teamfähigkeit und Loyalität dem FC Augsburg gegenüber gelernt. Von daher gehe ich von Veränderungen bis zum Start der neuen Saison aus.“

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23.07.2020

Gott sei Dank gibt es immer zwei Meinungen und Gott sei Dank kann man über jede Meinung/ Ansicht diskutieren. Eine Meinung aber, wenn diese sich nicht mit seiner deckt, als hanebüchen und primitiv abzutun, nun, das ist wirklich primitiv.
Sicherlich ist Baier nicht mehr der Spieler, der er einmal war. Aber das weiß er selbst am besten. Auch wird er bei seiner Vertragsverlängerung gewusst haben, dass er nicht jedes Spiel mehr bestreiten kann.
Also, wieso wurde der Vertrag überhaupt noch verlängert? Hätte man ihn nicht schon im Januar irgendwie in einer anderen Position an den Verein binden können?
Nun weiß man wirklich nicht was während der Pandemiepause hinter den Kulissen alles passiert ist. Vielleicht kann uns Herr Hofmann da mal aufklären.
Wie auch immer, meine Meinung zum Trainer hat sich nicht geändert.....

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22.07.2020

Ganz ehrlich, Daniel Baier war in der letzten Saison nicht mehr Bundesliga-tauglich und muss einsehen, dass er in Bezug auf Geschwindigkeit sowohl läuferisch als auch in Spielidee und Pass-Spiel nicht mehr mithalten kann. Das hat er übrigens in einem Interview im Winter selber so angedeutet, als er gesagt hat, dass er erwartet, perspektivisch nicht mehr jedes Spiel zu bestreiten.
Dass da noch intern Dinge von oder mit ihm faul gelaufen sind, macht das Thema dann auch nicht grade besser.
Der Abschied von den „Verdienten“ ist immer kompliziert gewesen - war schon bei Verhaegh, Altintop und Werner so. Und der Verein ist trotzdem erstklassig geblieben.
Ein neuer Trainer hat das Recht, eine Mannschaft nach seinen Vorstellungen zu formen und da passt der Dany dann wohl nicht mehr rein.
Das jetzt wieder zu nehmen um auf Stefan Reuter einzuprügeln ist absolut hanebüchen und primitiv.

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22.07.2020

Ich kann mich dem Kommentar von Herrn Schad nur anschließen ! Das ist der Anfang vom Ende. Spätestens an Weihnachten ist der Trainer weg und hinterlässt einen Scherbenhaufen ! Herr Hofmann greifen sie ein.

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23.07.2020

Wir steigen ab. Auf jeden Fall. Reuter unfähig, der Kader unmotiviert, der Trainer überschätzt....
Wir steigen ab, wie jedes Jahr.

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22.07.2020

Wenn der FCA Chef Klaus Hofmann sagt, er gehe von Veränderungen zum Start der neuen Saison aus, dann sollte er dies nicht nur auf die Spieler beziehen, sondern auch auf die sportliche Leitung. Wenn ein Trainer Herrlich einen verdienten Spieler wie Daniel Baier mit solcher Arroganz und Überheblichkeit demontiert und selbst den Nachweis seiner Daseinsberechtigung als Trainer beim FCA bisher schuldig geblieben ist, sollte er der die erste Veränderung sein. Wenn ein Sportchef Reuter noch im Januar Daniel Baier über den Klee lobt, und sagt er tue den jungen Spielern gut und diesen jetzt quasi vom Hof sagt, sagt dies alles über dessen Führungsqualitäten aus. Vielleicht wäre auch auf dieser Position eine Veränderung einmal gut. Es ist traurig zu sehen, wie die FCA Führung mittlerweile alles verspielt, was den FCA in den vergangenen Jahren ausgezeichnet hat.

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22.07.2020

Dieser "Puppenkistenführung" vertraue ich schon lange nicht mehr.

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23.07.2020

Ohne zu wissen, was hinter den Kulissen abgelaufen ist in den Zeiten des coronabedingten Stillstandes, ist es schwer die Sache zu beurteilen.

Fakt ist, Daniel Beaer - durchaus eine Diva - hatte beim FCA und seiner Führung einen Stein im Brett. Dass dieser offenbar rausfiel wird nicht nur daran gelegen haben, dass der neue Trainer nicht mehr auf ihn als Stammkraft setzte. Man hätte sich Baier ja an sich in irgendeiner Position im Verein weiterwirkend vorstellen können, ohne Grund wird man ihn nicht verprellt haben.

Sportlich sagte man schon seit einigen Jahren, dass sich seine Karriere dem Ende zuneigt und man einen Ersatz für ihn aufbauen muss. Wenn er einen solchen neben sich aber nicht duldete, nicht groß werden ließ, ist es schwierig. Vllt. war die Vertragsverlängerung eher ein Fehler als die Trennung jetzt.

So oder so alles Gute für die Zukunft.

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