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FC Augsburg

15.02.2018

Ein Kandidat fürs Nationalteam? Was Philipp Max dazu sagt

Mit dem Rad fahren die FCA-Profis von der Arena zum Trainingsplatz, am Sonntag im Heimspiel gegen Stuttgart wird Philipp Max wieder laufend seinem Beruf nachgehen.
Bild: Ulrich Wagner

Der FCA-Profi spricht vor dem Heimspiel gegen Stuttgart über Erwartungshaltung, Transfergerüchte und die Nationalmannschaft. Wie der 24-Jährige mit seiner Situation umgeht.

In den sozialen Netzwerken wirkt Philipp Max äußerst engagiert. So teilt er via Instagram wiederholt mit, wie glücklich ihn seine Freundin Annabell mache. Darüber hinaus hat sich der 24-jährige Fußballprofi des FC Augsburg in den vergangenen Wochen Zurückhaltung verordnet. Er gesteht, der Wirbel in der Wintertransferperiode sei nicht spurlos an ihm vorübergegangen. „Für mich war das eine neue Situation“, sagt Max. Eines betont er aber: Für ihn selbst habe sich nie die Frage gestellt, ob er den FCA im Winter verlassen soll.

Philipp Max hat eine außerordentliche Vorrunde in der Bundesliga gezeigt. In der Defensive verteidigte er meist solide, nicht aber außergewöhnlich, vor allem wegen seiner Qualitäten als Vorlagengeber rückte er in den Fokus. Zehn Tore bereitete er in der Hinrunde vor – für einen nominellen Abwehrspieler der Spitzenwert in Europa.

Europäische Spitzenclubs haben offenbar Interesse an Max

Max hatte auf sich aufmerksam gemacht. Etliche Top-Klubs in europäischen Spitzenligen, unter anderem in Spanien und England, sollen sich mit ihm als Verstärkung ihres Kaders beschäftigt haben. Die Daily Mail berichtete, im Heimspiel gegen Freiburg hätten Scouts von Manchester City, Helfer von Startrainer Pep Guardiola also, auf der Augsburger Tribüne gesessen.

Der Linksverteidiger bemühte sich, das Interesse an seinen Diensten und Fähigkeiten möglichst nicht an sich heranzulassen. Ausschließlich aufs Sportliche wollte er sich konzentrieren. Gänzlich gelungen ist ihm dies nicht. Das bestätigt der Profi nach der Trainingseinheit am Mittwoch. „Natürlich ehrt das einen, wenn große Namen fallen“, sagt Max über die Wechselgerüchte im Winter. Er gewährt Einblicke in sein Seelenleben, mit einem Lächeln ergänzt er, er sei auch nur ein Mensch. Heißt: Mit Liverpool oder Manchester in Verbindung gebracht zu werden hat ihn grübeln lassen. Inzwischen sieht er einen weiteren Schritt seiner Entwicklung darin, gewisse Themen an sich abprallen zu lassen.

Max ist sich bewusst, welche Chancen sich ihm in der Rückrunde bieten. 2016 in Rio hat er mit der deutschen Olympia-Auswahl Silber gewonnen, er gilt als junger, deutscher Spieler mit Entwicklungspotenzial. Im Sommer will Deutschland den Weltmeistertitel verteidigen, im März testet das DFB-Team gegen Spanien und Brasilien, danach benennt Löw den vorläufigen WM-Kader.

Bislang bevorzugten Bundestrainer Joachim Löw sowie seine Assistenten Thomas Schneider und Marcus Sorg andere Spieler auf der linken Abwehrseite. Der Kölner Jonas Hector ist gesetzt, ihn ersetzte in der Nationalmannschaft zuletzt der Berliner Marvin Plattenhardt. Ein weiterer Hector-Vertreter, der Leipziger Marcel Halstenberg, fällt wegen eines Kreuzbandrisses für mehrere Monate aus.

Baum und Reuter machen sich für Max stark

Augsburgs Sport-Geschäftsführer Stefan Reuter und Trainer Manuel Baum machten sich wiederholt dafür stark, Max in die Nationalelf zu berufen. Anfang Januar erzählte Baum davon, dass Löws Co-Trainer häufig in Augsburg wären und sich Spiele anschauen würden. „Ich weiß, dass sie über ihn nachdenken und ihn beobachten“, so Baum.

Max will sich in der Rückrunde weiterhin anbieten, will „eine Option sein“, wie er es nennt. Und er will sich nicht zu viel Druck machen. Denn: Wie in den Medien über ihn berichtet wurde, wie er in den höchsten Tönen gelobt wurde, das hat seine eigene Erwartungshaltung zu Beginn der Rückrunde beeinflusst. Folge: Er wollte besondere Leistungen zeigen. Doch er bewirkte das Gegenteil, war unzufrieden mit sich. Max zog seine Lehren, sieht sich nun zurück in der Spur. Er fasst zusammen: „Ich habe mir nicht mehr so viele Gedanken gemacht und wieder mehr zu meinem Spiel gefunden.“ Bestätigen will er diesen Eindruck in der Begegnung mit dem VfB Stuttgart (Sonntag, 15.30 Uhr). Max trifft womöglich auf seiner Abwehrseite in einem direkten Duell auf seinen Freund und ehemaligen Mitspieler Erik Thommy. Am Dienstag waren die beiden Kumpels noch gemeinsam in Augsburg essen, tauschten sich über Privates und Berufliches aus und vereinbarten den Trikottausch nach dem Sonntagsspiel.

Thommy schloss sich im Winter dem VfB Stuttgart an, ging den Schritt zu einem anderen Verein. Ob Max seinen Vertrag bis 2022 erfüllt, scheint angesichts seiner Leistungsexplosion fraglich. Letztlich dürften Geld und die Höhe der Ablösesumme entscheidende Faktoren sein. Max erzählt, er tausche sich mit Berater, Familie und Freundin über vieles aus, auch seine sportliche Zukunft nach der Saison. Er sagt aber auch: „Das ist noch ganz weit weg.“

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