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FC Augsburg

22.08.2020

Ex-FCA-Keeper Luthe über Abschied aus Augsburg: "Bin komplett sauber"

Andreas Luthe spielt in der kommenden Saison beim Bundesligisten Union Berlin. Sein Wechsel vom Konkurrenten FC Augsburg sorgte für einige Irritationen.
Bild: Bernd Feil/m.i.s.

Plus Nach dem Abgang von Andreas Luthe aus Augsburg tauchten Gerüchte auf, die den Torwart in ein schlechtes Licht rückten. Diesen widerspricht er im Interview.

Herr Luthe, nach ein paar Wochen Vorbereitung mit dem neuen Verein: Wie fühlen Sie sich bei Union Berlin? Gerade sind Sie ja im Trainingslager in Bad Wörishofen.

Andreas Luthe: Mir geht es gut. Die Vorbereitung ist ja bei jedem Bundesligisten ähnlich. Es ist anstrengend, man versucht, viel einzustudieren und sich als Mannschaft zu finden. Ich bin aber gut aufgenommen worden.

Wie fühlt sich das Leben in der Hauptstadt an im Vergleich zum beschaulichen Augsburg?

Ex-FCA-Keeper Luthe über Abschied aus Augsburg: "Bin komplett sauber"

Luthe: Dazu kann ich noch gar nicht viel sagen. Ich habe die erste Zeit im Hotel gewohnt, in der Nähe vom Stadion. Mein Fokus lag darauf, fußballerisch reinzukommen und die Jungs kennenzulernen. Deshalb habe ich viel Zeit im Stadion verbracht und noch nicht viel von Berlin gesehen.

War für Sie Union Berlin die erste Wahl, nachdem klar war, dass es beim FC Augsburg nicht mehr weitergeht?

Luthe: Das ging ja alles richtig schnell, nachdem ich mit dem FCA über meine Möglichkeiten gesprochen hatte. Ich war einmal in Berlin und habe mir das angeschaut. Auf dem Rückweg habe ich mir gedacht, ja, das muss ich machen. Die Gespräche waren gut. Und irgendwie passt der Verein in meine bisherige Karriere: VfL Bochum, FC Augsburg und Union Berlin, das hat alles Fußballkultur. Das passt zu mir.

Luthe: "Hätte mir ein Karriereende in Augsburg vorstellen können"

Sind Sie sehr enttäuscht, dass es beim FCA nicht mehr weiterging?

Luthe: Nein. Ich hatte zwar den Plan, meinen Vertrag zu erfüllen. Dann wären es sechs Jahre beim FCA gewesen. Ich bin aber lange genug Bundesligaprofi, um zu wissen, dass das nicht immer möglich ist. Ich fühle mich in Augsburg sehr wohl. Das wird mit großer Wahrscheinlichkeit meine Heimat für die Zukunft werden. In der Bundesliga muss man aber auch auf gewisse Situationen reagieren können. Daher habe ich mich im Nachhinein darüber gefreut, noch einmal etwas anderes erleben zu können. Ich will die vier Jahre nicht missen.

ABWEHR: Robert Gumny kam von Lech Posen zum FC Augsburg. Der polnische Rechtsverteidiger hat einen Vertrag bis 2025.
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Bild: Klaus Rainer Krieger

Das heißt: Ihr ursprünglicher Plan war, die Karriere in Augsburg zu beenden?

Luthe: Das hätte ich mir vorstellen können. Das wäre eine gut abgerundete Karriere gewesen. Jetzt fühle ich mich aber gerade so gut, dass ich nicht ausschließen möchte, dass es auch nach 2022 noch für mich weitergeht. Gerade auf meiner Position als Torwart. Ich fühle mich topfit.

Abschied? "Ich bin ich da komplett sauber. Ich weiß nicht, wie es auf der FCA-Seite aussieht"

Bleibt nach dem Abschied zwischen Ihnen und dem FCA etwas hängen?

Luthe: Ich bin mit meiner Art und Weise, wie ich damit umgegangen bin, sehr zufrieden. Ich finde es aber ein bisschen schade, dass Interna beim FCA nach außen gedrungen sind, die noch nicht einmal der Wahrheit entsprechen. Ein guter und ambitionierter Bundesligist hat das nicht nötig. Ich bin immer fair mit allen Leuten umgegangen. Das wissen und honorieren die Fans auch. Vor allem wissen das meine Teamkollegen, dementsprechend war die Verabschiedung. Von meiner Seite bin ich da komplett sauber. Ich weiß nicht, wie es auf der FCA-Seite aussieht.

Sie sollen vorgeschlagen haben, dass FCA-Präsident Klaus Hofmann für die entstandene Differenz durch den Gehaltsverzicht der Spieler mit seinem Privatvermögen aufkommen soll. Ist an diesem Gerücht etwas dran?

Luthe: Nein. Ich finde schade, dass so etwas fälschlicherweise berichtet wurde. Wir waren als Mannschaft von Anfang an und zu jeder Zeit dazu bereit, uns solidarisch zu zeigen und auf Gehalt zu verzichten. Am Ende haben wir gemeinsam einen Vorschlag erarbeitet, den alle Spieler unterzeichnet haben. Natürlich gab es unterschiedliche Meinungen über den Inhalt, wir als Team hätten zum Beispiel gerne die Faninitiative „Augsburg hält zusammen“ dabei gerne stärker unterstützt. Ich habe immer versucht, für mich und meine Kollegen das Beste zu tun und ein Teamgefüge zusammenzuhalten. Als Mitglied des Mannschaftsrats habe ich das als meine Aufgabe gesehen.

Wie war die Verabschiedung von der Mannschaft?

Luthe: Da war natürlich nicht jeder begeistert. Wir haben lange zusammen gespielt und Jahr für Jahr die Klasse zusammen gehalten. Das war beim FCA immer ein Teamerfolg. Entsprechend fiel es mir und dem ein oder anderen auch schwer, sich zu trennen. Das ist aber das Bundesligageschäft.

Und Sie sehen ihre ehemaligen Teamkollegen ja ziemlich schnell wieder. Freuen Sich schon auf die Partie in Berlin am ersten Spieltag gegen den FCA?

Luthe: Es ist eins von 34 Spielen. Man muss irgendwann gegeneinander spielen. Ich will da gar nicht so viel drauf geben. Es ist eins der Spiele, in denen wir punkten wollen.

Wie läuft es bislang sportlich bei Ihnen?

Luthe: Ich habe noch kein Gegentor kassiert, das ist schon mal ganz wichtig. Es war wichtig, vernünftig reinzukommen. Die Spielweise unterscheidet sich ein bisschen von dem, was wir in den vergangenen ein, zwei Jahren in Augsburg gespielt haben. Da muss ich erst reinfinden. Da war es wichtig, dass ich von Anfang an in den Testspielen dabei bin.

Andreas Luthe hat den FC Augsburg nach vier Jahren verlassen.
Bild: Michael Dalder, dpa

Wie ist Ihr Eindruck vom Klub Union Berlin?

Luthe: Es ist kein Bundesligist wie jeder andere. Das Umfeld mit der Alten Försterei hat schon ein gewisses Flair. Ich habe das Stadion leider noch nicht mit Zuschauern erlebt, da freue ich mich drauf. Das wird noch spezieller. Es wird alles sehr professionell geführt.

Und wie ist Ihr Eindruck von der Mannschaft?

Luthe: Das ist eine gut zusammengestellte Truppe. Man merkt, dass die Mannschaft zusammengewachsen ist. Da sind viele dabei, die den Aufstieg geschafft haben. Dazu wurde noch Qualität geholt. Robin Knoche zum Beispiel und über einen Max Kruse brauchen wir nicht reden – der hat offensiv eine Qualität, die den Unterschied machen kann.

War es für Sie überraschend, dass ein Spieler wie Max Kruse nach Berlin kam?

Luthe: Ich weiß nicht, was mich mit meinen 33 Jahren in der Bundesliga noch überraschen soll. Ich freue mich einfach, dass er da ist.

Union hätte gerne schon am ersten Spieltag Zuschauer im Stadion. Wie wichtig wäre das?

Luthe: Das wäre natürlich ein Riesenerfolg für Union Berlin oder jeden Verein, der das hinbekommt. Das ist aber natürlich immer abhängig von gesundheitlichen Risiken. Man muss einfach dranbleiben und Konzepte erstellen, wie es möglich sein kann. Ähnlich wie beim DFL-Konzept nach der Corona-Pause.

Was ist das Ziel von Union Berlin?

Luthe: Es wird nur um den Klassenerhalt gehen. Da geht es vom ersten Spieltag an um jeden Punkt. Da kann man mit einem Teamgedanken viel erreichen. Das vergleiche ich gerne mit dem FCA, weil es da ähnlich ist.

Was ist Ihr persönliches Ziel?

Luthe: Ich möchte so viele Spiele wie möglich machen und gesund bleiben. Und am Ende die Klasse erhalten. Ich bin geholt worden, um meine Erfahrung einzubringen und Stabilität zu bringen. Das ist nach dem Abgang von Rafal Gikiewicz wichtig. Und ich habe den Anspruch, 34 Spiele zu machen – wenn es gesundheitlich möglich ist.

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