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FC Augsburg
12.07.2013

Bancé-Berater: "Ich sondiere den Markt"

Foto: Klaus Rainer Krieger

Für Aristide Bancé läuft es seit einem Jahr mehr als bescheiden. Nun sucht sein Berater nach einem neuen Verein. Der FCA würde dem Stürmer keine Steine in den Weg legen.

Nein, diesen Ball wollte Aristide Bancé, 28, einfach nicht verloren geben. 1:1 stand es nach 80 Minuten im Testspiel zwischen dem FC Augsburg und dem 1. FC Heidenheim. Eigentlich ein Zeitpunkt, an dem man bei einem Testspiel mitten in der Vorbereitung nicht mehr alles riskiert. Doch der Stürmer des FCA wollte diesen Ball kurz vor der Torauslinie noch erreichen, um zu zeigen, dass er nach einem Jahr Frust für beide Seiten alles geben will.

Und so flankte der Nationalspieler von Burkina Faso noch nach innen, verlor aber den Halt und stürzte auf seinen linken Arm. Mit fatalen Folgen. Elle und Speiche brachen durch. Anstatt sich auf den Eckball vorzubereiten, saß Bancé Minuten später mit einer grünen Luftkammerschiene im Krankenwagen.

Zum Glück war der Bruch glatt

Gestern wurde Bancé in der Hessingpark-Clinik in Augsburg operiert. Zum Glück war der Bruch glatt und nicht kompliziert. Darum war eine sofortige Operation in der Nacht nicht nötig. Gestern Nachmittag wurde nun die Unterarmfraktur mit Platten fixiert und stabilisiert. Wie lange Bancé ausfällt, ist ungewiss. Wenn alles gut verläuft, könnte er vielleicht sogar in wenigen Wochen wieder fit sein.

Ob er dann aber weiter eine Zukunft beim FCA haben wird, ist nicht sicher. Sein Berater Dr. Cyrille Timwo Monthe, der gestern den ganzen Tag in der Klinik verbrachte, ist auf der Suche nach einem neuen Verein. „Es stimmt. Ich sondiere den Markt, und wenn etwas Passendes dabei ist, kann es durchaus sein, dass Aristide wechselt. Wenn nicht, wird er seinen Vertrag erfüllen.“

Bancé, der Fußballnomade

Der läuft noch bis 2015. Bei seiner Unterzeichnung vor genau einem Jahr schienen beide Parteien glücklich. Bancé, der seit seinem 19. Lebensjahr als Fußball-Nomade durch die Welt zieht, auch um seine Familie und Verwandten in Afrika zu unterstützen. Belgien, Ukraine, Deutschland, die Emirate, Katar, Türkei waren seine Stationen. Richtig glücklich, wenigstens eine Zeit lang, war er nur von 2008 bis 2010 in Mainz. In Augsburg wollte er dieses Gefühl wiederfinden. Mit Toren wollte er sich in die Herzen der Fans schießen. Bislang entpuppte sich die Liaison als Missverständnis. 18 Punktspiele, zwei über 90 Minuten, kein Tor, so die nüchternen Zahlen.

Besonders bitter: Bancé verletzt sich schwer.

Bancé fühlte sich zur Seite geschoben

Bancé fühlte sich in der vergangenen Saison allein gelassen, zur Seite geschoben. Bancé der Pechvogel, der Missverstandene? Sein Berater Monthe will niemandem groß die Schuld zuweisen. Allerdings habe er von Beginn an auf den nicht einfachen Charakter Bancés hingewiesen. Er sagt: „Wenn man so einen Spieler verpflichtet, muss man mit ihm umgehen können. Wenn man es nicht kann, darf man ihn nicht holen.“

Aber wie immer gibt es bei solchen Geschichten nicht die eine Wahrheit, sondern nur die Sichtweisen der zwei Parteien. Und die aus dem Blickwinkel des FCA sieht etwas anders aus. Bancé kam mal verspätet zum Training, verpasste mal einen offiziellen Termin und auch sein Engagement bei den angebotenen Deutsch-Stunden war durchaus ausbaufähig, ist zu hören. Und sein bestes Argument in eigener Image-Sache, seine Torgefährlichkeit, kam ihm vollkommen abhanden. Trainer Markus Weinzierl verlor im Laufe der Vorrunde die Geduld, setzte auf andere, diszipliniertere Spieler – mit Erfolg.

Der FCA hielt die Klasse, ohne die Tore von Bancé. Der blühte nur im Trikot von Burkina Faso auf, führte seine Wahlheimat im Februar ins Afrika-Cup-Finale. Danach wollte er hier durchstarten. Brachte Frau und Kind mit nach Augsburg. Im Juni bei der WM-Qualifikation holte er sich im Nationalteam noch einmal Selbstvertrauen.

Vor wenigen Tagen kam er wieder verspätet zum Training. Eine Autopanne. Kann passieren. Aber er rief beim Trainer nicht an. Und der legt seit der Winterpause viel Wert auf Disziplin. Der Verein soll Bancé abgemahnt haben. Weinzierl gab ihm am Mittwoch doch noch eine Chance. Bancé wollte sie nützen.

Jetzt muss er erst einmal gesund werden. Das sei das Wichtigste, sagt Manager Stefan Reuter. Und dann? „Wenn der Spieler auf uns zukommt, werden wir eine Lösung suchen, die allen gerecht wird.“

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