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FC Augsburg
24.07.2019

Daniel Baier: "Haben uns als Mannschaft nicht gut verhalten"

Volle Kraft voraus: Im Trainingslager des FCA in Bad Häring macht sich Baier fit für die zwölfte Saison als Augsburg-Profi.
Foto: Klaus Rainer Krieger

Kapitän Daniel Baier geht in seine zwölfte Saison als FCA-Spieler. Wie sich das Team in der vergangenen Saison präsentiert hat, dürfe nicht wieder passieren.

Seit über zehn Jahren ist Daniel Baier Fußball-Profi beim FC Augsburg, doch noch nie hatte den Kapitän des Bundesligisten eine Teambuilding-Maßnahme so an seine persönlichen Grenzen gebracht, wie die in der Walliser Bergwelt. Drei Tage hatte Martin Schmidt seine Mannschaft durch das Hochgebirge seiner Schweizer Heimat führen lassen. Baier ist nicht gerade ein bekennender Wanderfreund ("Das mache ich eher selten.").

Doch es waren nicht die oft steilen und ausgesetzen Bergpfade in über 2000 Meter Höhe die dem schwindelfreien 35-Jährigen Sorge machten. Auch nicht, dass die Toiletten auf der Oberaletschhütte aus zwei Plumpsklos im Freien bestanden (Baier: "Natürlich ist es komisch, wenn du weißt, da waren 30 oder 40 andere auch schon da.").

Baier hat die Strapazen noch nicht ganz verdaut

Nein, Baier hatte gehörigen Respekt vor der Übernachtung im Bettenlager. "Da bin ich ziemlich empfindlich und ich konnte mir nicht vorstellen, mit 16 oder 32 Mann in einem Zimmer zu schlafen. Da war die Nacht dann kurz und ich war froh, dass wir schon in der Früh um sechs Uhr weitergewandert sind", erzählt Baier im Trainingslager bei einer Medienrunde im Foyer des 4-Sterne-Superior-Hotels.

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Reif für die Eistonne: Der FCA im Traininglager, Teil 3
Foto: Klaus Rainer Krieger

Noch hat Baier die Strapazen nicht ganz verdaut ("Mir fehlt schon ein wenig Schlaf und der Rücken zwickt noch ein wenig"), doch für den Zusammenhalt der Mannschaft seien die Tage in der Schweizer Bergwelt ganz wichtig gewesen. "Es war das Ziel, über die Grenzen zu gehen, dass alle gemeinsam mitziehen und wir haben es alle geschafft. So etwas schweißt zusammen."

Und das ist in dieser Saison besonders wichtig. Der Umbruch ist groß. Mehr als ein halbes Dutzend Neuzugänge müssen integriert werden. Für Baier ist das nicht das große Thema: "Es sind vielleicht ein paar Ab- und Zugänge mehr, aber es ändert sich nichts an der Sache – wir müssen uns als Team neu finden, denn wir müssen zusammen durch die Saison. Nur so geht es und wir werden alle brauchen."

Daniel Baier über FC Augsburg: "Wir haben viele Dinge nicht richtig gemacht"

Denn nach einer Saison mit Höhen und Tiefen, auf und neben dem Spielfeld, soll sich der FCA in seiner neunten Bundesliga-Saison in Folge wieder als eine Einheit präsentieren. Dass dies im vergangenen Jahr nicht der Fall war, gibt Baier unumwunden zu: "Wir haben uns als Mannschaft, das weiß jetzt auch jeder, nicht gut verhalten, auch außerhalb des Platzes. Und ich bin sicher, dass sich das auch dem Platz gezeigt hat. Da haben wir viele Dinge nicht richtig gemacht und das wollen wir in dieser Saison wieder besser machen."

Zwar hat es auch unter Trainer Baum Regeln gegeben, (Baier: "Es war ja nicht so, dass man gesagt hat, ihr dürft machen, was ihr wollt"), doch waren die FCA-Verantwortlichen bei der Durchsetzung nicht konsequent genug.

FCA-Trainer Schmidt kann auch "dazwischen hauen"

Martin Schmidt greift da hingegen von Anfang an hart durch. Und hat die volle Unterstützung seines Kapitäns: "Er ist ein sehr positiver Mensch, der auch gerne mal einen Spaß macht, der aber auch switchen kann und dann dazwischen haut, wenn ihm was nicht passt."

Der Schweizer hält viel von Disziplin, auch im Trainingslager. Baier erzählt: "Es gibt klare Regeln in Bezug auf Pünktlichkeit, der Kleiderordnung im Hotel und wie wir uns im Trainingslager zu verhalten haben. Und wenn einer zu spät zum Training kommt, dann gibt es keine Ausreden, sondern dementsprechende Konsequenzen."

Daniel Baier spielt seit Sommer 2008 mit einer halbjährigen Unterbrechung für den FC Augsburg.
Foto: Klaus Rainer Krieger

Und da setzt Schmidt nicht nur auf Geldstrafen. Er packt die Spieler an der Ehre. Baier erzählt: "Ohne zu viel zu verraten: In der letzten Saison kam ein junger Spieler zu spät zum Treffpunkt, dann war er nicht mehr im Training dabei." Für Baier der richtige Weg: "Für mich ist es mehr Strafe als 100 Euro in die Mannschaftskasse zu zahlen."

Baier lässt sich von Wechselgerüchten nicht beeindrucken

Baier selbst geht in seine zwölfte Saison beim FCA, hat viele Spieler kommen und gehen sehen, deshalb lässt er sich von den Wechselgerüchten um Martin Hinteregger, Michael Gregoritsch oder Philipp Max nicht beeindrucken: "Die verhalten sich alle top, sind voll motiviert. Wie es hinter den Kulissen aussieht, ob da einer wirklich weg will, weiß ich aber auch nicht. Aber so etwas gibt es doch immer wieder."

Baier fokussiert sich lieber auf das Hier und Jetzt. "Wir haben viele gute Spieler dazubekommen. Sie haben Potenzial, es können Verstärkungen sein, aber das muss sich alles finden." Dabei helfen sollen auch die beiden Testspiele am Donnerstag (19 Uhr) im Innsbrucker Tivoli-Stadion gegen Galatasaray Istanbul und am Freitag (18 Uhr) in Schwaz gegen den FC Villarreal.

Noch sind es fast drei Wochen bis zum Saisonauftakt am 17. August bei Borussia Dortmund. Baier sagt: "Wir sind auf einem guten Weg, haben aber noch nichts erreicht."

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