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FC Augsburg
17.03.2019

Der FCA macht einen Sprung im Abstiegskampf - will aber nicht abheben

Freude bei den Spielern des FC Augsburg. Die Ausgangslage im Abstiegskampf hat sich stark verbessert.
Foto: Ulrich Wagner

Durch den Heimerfolg gegen Hannover 96 verbessert der FC Augsburg seine Ausgangslage im Abstiegskampf gewaltig. Doch der Trainer warnt vor zu viel Euphorie.

Trotz der fortschreitenden Verwissenschaftlichung des Fußballs bleibt das Spiel mitunter leicht zu durchschauen. Als Jonathan Schmid nach Schlusspfiff schilderte, wie er den Ball per Freistoß versenkt hatte, klang das wenig kompliziert. "Ich habe gesehen, dass der Torwart zu weit links steht. Und dann habe ich ins kurze Eck geschossen."

Diese Umschreibung wird dem Treffer allerdings kaum gerecht. Formvollendet hatte der 28-jährige Rechtsverteidiger den Ball ins Netz von Hannovers Tor gesetzt. Weil Schmid ein solcher Kunstschuss zum dritten Mal in dieser Saison gelungen ist, basierte der Treffer kaum auf Zufall. Das Tor war umso bedeutender, weil es in einer richtungsweisenden Partie den Weg zum 3:1 (0:1)-Heimerfolg gegen Hannover 96 ebnete.

Dank eines beeindruckenden Zwischenspurts hat sich die Ausgangslage im Kampf um den Klassenverbleib gravierend verbessert. Sieben Punkte hat die Mannschaft von Augsburgs Trainer Manuel Baum in den vergangenen drei Bundesligapartien gesammelt, unter anderem gegen die Ligaschwergewichte Dortmund und Leipzig. Weil parallel die direkten Konkurrenten in der Abstiegszone kaum punkteten, schob sich der FCA an Schalke 04 vorbei auf Tabellenplatz 14.

Fünf Zähler trennen Augsburg jetzt vom VfB Stuttgart (Relegationsplatz) und deren elf von einem direkten Abstiegsrang (Hannover 96). Die Augsburger können aus eigener Kraft die Spielzeit zu einem befriedigenden Ende bringen, da zu den Gegnern der verbliebenen acht Begegnungen unter anderem Schalke, Stuttgart und Schlusslicht Nürnberg zählen.

Das Freiburg-Spiel war für den FCA der Wendepunkt

An seiner Gesichtsblässe war Augsburgs Trainer die nervliche Belastung nach dem intensiven Aufeinandertreffen anzumerken, Baum atmete tief durch. Gegen eine Vorentscheidung im Abstiegskampf wehrte sich der 39-Jährige entschieden. "Wir wissen, dass es wieder in die andere Richtung gehen kann", betonte Baum. Nimmermüde rufen sich der Coach und seine Spieler das 1:5-Debakel in Freiburg in Erinnerung. Der vorläufige Tiefpunkt, gerade einmal rund drei Wochen ist das her, dient zugleich als Wendepunkt. Baum mahnt: "Ich hoffe, jeder kennt noch sein Kopf- und Bauchgefühl, wie die Lage nach dem Freiburg-Spiel war. Das darfst du nicht verlieren und vergessen."

Linksverteidiger Philipp Max beschreibt die damalige Situation: "Nach dem Freiburg-Spiel wussten wir: Wenn wir so weitermachen, steigen wir ab. Mit solch einer Einstellung – egal gegen wen – bekommst du fünf. Das ist nicht das, was den FCA auszeichnet und jeder einzelne Spieler verkörpert. Das wurde klipp und klar angesprochen."

Die sportliche Leitung, vor allem aber die Spieler, haben Schlüsse gezogen. Es folgte eine Rückbesinnung auf leidenschaftliches Verteidigen, auf Wille und Einsatz. Baum unterstützte durch eine angepasste, weitaus defensivere Grundtaktik und veränderte Abläufe in der Spielvorbereitung. So hielt vor den Partien gegen Dortmund und Leipzig Co-Trainer Jonas Scheuermann die Ansprache in der Kabine. Er gilt als Kumpeltyp, der die Spieler emotional packen kann.

Augsburg hatte Glück, nicht weiter in Rückstand zu geraten

Baum wird nicht konkret, deutet eher an. Spricht von Dingen, die vorher richtig waren, aber aufgrund der Situation verändert werden mussten. Der Familienvater zieht den Vergleich mit einer Beziehung heran: "Um lange erfolgreich zu sein und liebevoll zusammenzubleiben, darfst du es nicht einschlafen lassen, sondern musst dich gemeinsam entwickeln."

Wie sich das auswirkt, zeigte sich gegen Hannover. Der FCA präsentierte sich in der ersten Hälfte in der Abwehr verunsichert und hatte Glück, nach einem Lattentreffer Haraguchis nicht 0:2 in Rückstand zu geraten. In blinden Aktionismus verfiel Augsburg trotz drohender Niederlage aber nicht, stattdessen bewahrte die Mannschaft Ruhe. Die Treffer durch Sergio Córdova, Schmid und André Hahn beruhten auf dem Glauben, das Spiel jederzeit noch drehen zu können.

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