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FC Augsburg
29.06.2014

FCA-Funktionär: Wir zahlen keine Mondpreise

Mann mit Durchblick: Klaus Hofmann wünscht sich, dass der FCA wieder ein Ausbildungsverein wird.
Foto: Ulrich Wagner

Klaus Hofmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des FC Augsburg, spricht über Vertragsverhandlungen, das Nachwuchsleistungszentrum und über einen dringenden Reparaturfall.

Sie wohnen und arbeiten im hohen Norden der Republik, sind beim FC Augsburg sehr engagiert und sehr präsent. Wie schwierig ist es für Sie, das Ganze zu organisieren?

Hofmann: Sie haben recht, das ist oft nicht ganz einfach. Zumal ich nicht sehr gerne fliege und mehrere Lebensmittelpunkte habe. Meine Firma ist ja nicht nur in Bad Oldesloe, sondern wir haben ja auch noch 80 Tochtergesellschaften im Ausland. Deswegen besitze ich noch einen Wohnsitz in den USA, einen im Süden und natürlich auch in Bad Oldesloe. Hier in Augsburg bin ich etwa drei, bis vier Mal im Monat. Zudem telefoniere ich täglich mit den Kollegen beim FCA. Die Arbeit wird hochprofessionell und nachhaltig erledigt. Ein Beispiel: Zu sportlichen Themen äußern sich nur Stefan Reuter und Markus Weinzierl und sonst kein anderer. Das ist auch das Gute am FCA. Zumal auch die Zusammenarbeit mit Walther Seinsch nicht besser sein könnte.

Wird die ehrenamtliche Arbeit beim FCA dann nicht zum Stress, wenn man einen so engen Terminkalender besitzt?

Hofmann: Ganz und gar nicht. Die Arbeit hier im Verein macht mir unheimlich Spaß, vielleicht sogar noch mehr als am Anfang. Ich sehe, dass die Menschen hier im Verein zusammenpassen und in eine Richtung gehen. Ich habe hier mittlerweile auch gute Freunde gefunden. Ich gebe allerdings auch zu, dass die Anforderungen an uns im Verein immer größer werden. Der FCA ist auf dem Weg zu einem gestandenen Bundesligisten, der finanzielle Rahmen wird immer umfangreicher, unsere Spieler immer begehrter.

Sportlich läuft es hervorragend, aber in Sachen Infrastruktur gibt es nun nach der Fertigstellung des Nachwuchsleistungszentrums weitere Probleme zu lösen. Die Geschäftsstelle platzt aus allen Nähten, zudem soll ja das alte Betriebsgebäude an der Donauwörther Straße abgerissen werden. Wie wollen Sie das lösen?

Hofmann: Darüber unterhalten wir uns gerade in unseren Führungsgremien ganz intensiv, da kann ich vielleicht in ein paar Wochen mehr dazu sagen.

Es läuft wohl auf den Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes an der SGL-Arena hinaus.

Hofmann: Wir brauchen da natürlich ein schlüssiges Konzept. Es geht ja nicht nur um die Geschäftsstelle, sondern auch das Merchandising wird immer umfangreicher, wir wollen die Rahmenbedingungen insgesamt verbessern.

Ihnen selbst wird ein großes Fußballfachwissen nachgesagt. Wie bringen Sie das hier im Verein ein?

Hofmann: Ich bin schon seit frühester Kindheit fußballverrückt, sehe mich da als Ideengeber, kenne durch meine vielen Auslandsaufenthalte natürlich viele Spieler, die auch für den FCA von Interesse sein könnten.

Sie waren zuerst im Aufsichtsrat, agieren jetzt als stellvertretender Vorstandsvorsitzender. Was hat sich für Sie geändert?

Hofmann: Eigentlich nicht viel. Der Aufsichtsrat überwacht, der Vorstand ist für die konzeptionelle Ausrichtung des Vereins zuständig.

Zurück zum Nachwuchs. Wie wichtig war der Bau des Leistungszentrums?

Hofmann: Unheimlich wichtig. Aus verschiedenen Gründen. Als sogenannter kleiner Bundesligist kann man auf Dauer nur überleben, wenn man Spieler aus dem eigenen Lager einbauen kann. Das ist definitiv so. Man kann nicht immer Glück haben, dass man Spieler aus der zweiten oder dritten Liga holt und diese dann wie André Hahn etwa sofort einschlagen. Ein Beispiel ist der FSV Mainz 05, der André Schürrle für 13 Millionen Euro verkaufen konnte. Das Geld wurde dann wieder in neue Spieler investiert. Irgendwo müssen wir auch zu einem Ausbildungsverein werden. Erste Erfolge gibt es ja schon. Erik Thommy hatte in der vergangenen Saison einen Einsatz und hat es gut gemacht. Ich sehe bei uns noch vier, fünf weitere Spieler, die es in den Profibereich schaffen können.

In der kommenden Woche beginnen die Profis mit der Vorbereitung auf die kommende Saison. Doch mit Markus Feulner steht bisher nur ein Neuzugang fest. Muss man sich Sorgen machen?

Hofmann: Nein, überhaupt nicht. Es laufen viele Gespräche und Verhandlungen. Doch wir werden keine Mondpreise zahlen. Der FCA hat einen Vorteil. Wir haben mit Markus Weinzierl einen Trainer und mit Stefan Reuter einen Manager, die nachweislich Spieler weiterentwickeln können. Bestes Beispiel ist auch da wieder André Hahn, der hier einen Riesensprung nach vorne gemacht hat. Wenn ich nur daran denke, wie viel Zeit unsere Co-Trainer Wolfgang Beller und Tobias Zellner in die Extraarbeit mit André Hahn investiert haben, neben den üblichen Trainingseinheiten. Die sportlich Verantwortlichen versuchen, jeden einzelnen Spieler immer besser zu machen.

Mit Raif Husic hat der FCA ein großes Torhütertalent ausgebildet, das dann zum FC Bayern ging und in der kommenden Saison in Bremen spielt. Warum ist es nicht gelungen, ihn nach Augsburg zurückzuholen?

Hofmann: Husic sieht in Bremen für sich selbst die bessere Perspektive. Der FCA besitzt mit Hitz, Manninger und Gelios drei sehr gute Keeper, bei Werder rechnet er sich gegen die derzeitige Nummer eins, Raphael Wolf, offensichtlich bessere Chancen aus.

Im Nachwuchsbereich stieg die U17 aus der Bundesliga ab. Wie schwer wiegt das?

Hofmann: Das ist schon mehr als ein Betriebsunfall. Das hat uns nicht gefallen. Das müssen wir sofort reparieren.

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