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FC Augsburg
08.07.2021

Finanzbehörden ermitteln gegen Viagogo, Durchsuchungen beim FCA

Der Online-Tickethändler Viagogo steht im Verdacht, Steuern hinterzogen zu haben. Deswegen gab es Untersuchungen in den Geschäftsräumen einiger Vereine, die früher mit dem Unternehmen zusammen gearbeitet haben, darunter auch der FC Augsburg.
Foto: Valeria Witters, Witters

Exklusiv Wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung gegen den Tickethändler Viagogo werden die Geschäftsräume mehrerer Klubs, darunter auch die des FCA, durchsucht.

Am Mittwoch herrschte Unruhe in den Geschäftsräumen des FC Augsburg. Am Vormittag hatte der Fußball-Bundesligist Besuch von den Finanzbehörden. Allerdings hatten die Ermittlungen nichts direkt mit dem FCA zu tun. Die Finanzbehörden ermitteln nach Informationen unserer Redaktion gegen den Tickethändler Viagogo wegen möglicher Steuerhinterziehung.

Nicht nur der FCA bekam deshalb Besuch der Behörden, auch andere Bundesligisten, die mit Viagogo Partnerschaften geschlossen hatten, waren nach unseren Informationen betroffen. So hatten zum Beispiel der FC Bayern München, der VfB Stuttgart, der VfL Bochum sowie unter anderem die Zweitligisten 1.FC Nürnberg und Hamburger SV eine Partnerschaft mit Viagogo.

Der FC Augsburg ist für die Ermittler ein Zeuge, nicht Beschuldigter

Auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigte ein Sprecher des Vereins, dass im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen einen ehemaligen Geschäftspartner des FCA Untersuchungen in den Geschäftsräumen stattgefunden haben. Weder ehemalige noch aktuelle Mitarbeiter des FCA gelten als Beschuldigte, der FCA tritt lediglich als Zeuge in diesem Fall auf. Die international agierende Ticketplattform steht schon länger in der Kritik, vor allem auch wegen überhöhter Preise.

Die FCA-Fans hatten im Stadion gegen den Tickethändler Viagogo demonstriert.
Foto: Fred Schöllhorn (Archivbild)

Die FCA-Fans protestierten gegen Viagogo

Seit 2015 geht der FCA bereits gegen den Handel mit überteuerten Tickets vor. Einst arbeitete der FCA selbst zwei Jahre bis 2014 mit der jetzt verpönten Plattform Viagogo zusammen, dem Klub sollte dies Einnahmen im sechsstelligen Bereich sichern. Unter einer Bedingung: Karten für Heimspiele sollten maximal das Doppelte des ursprünglichen Preises kosten.

In Augsburg und anderen Vereinen regte sich aber Protest, so gründete sich die Faninitiative "FCA-Fans gegen Viagogo". Inzwischen betreibt der FCA seine eigene offizielle Ticketbörse, auf der Dauerkartenbesitzer anteilig ihren Kaufpreis zurückbekommen. Außerdem wird mit einer Abgabe in Höhe von fünf Prozent der Nachwuchs unterstützt.

Der FC Augsburg bestätigt die Ermittlungen

Der FCA bestätigte mittlerweile die Ermittlungen gegen Viagogo. In einer Stellungnahme des Vereins vom Donnerstag heißt es: "Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat im Zuge eines Ermittlungsverfahrens gegen einen ehemaligen Vertragspartner des FC Augsburg am gestrigen Tage eine Durchsuchung der Geschäftsstelle des FC Augsburg an der WWK ARENA durchgeführt. Der FC Augsburg stand mit dem betreffenden Unternehmen vor über 7 Jahren in einer vertraglichen Beziehung. Weder der FC Augsburg noch jetzige oder ehemalige Mitarbeiter bzw. Vertreter des FC Augsburg sind bei den Ermittlungen der Finanzbehörden als Beschuldigte Teil des Verfahrens, sondern treten ausschließlich als Zeugen auf. Der FC Augsburg kooperiert selbstredend in dieser Angelegenheit vollumfänglich mit den zuständigen Behörden."

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