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FC Augsburg
20.09.2019

Niederlechner: "Der Mensch, der ich jetzt bin, wurde ich beim SC Freiburg"

Florian Niederlechner wechselte im Sommer erst vom SC Freiburg zum FC Augsburg. Dort jedoch vermittelt er den Eindruck, als wäre er seit Jahren Bestandteil der Bundesligamannschaft.
Foto: Ulrich Wagner (Archiv)

Der 28-jährige Neuzugang ist für den FC Augsburg eine Bereicherung – nicht nur wegen seiner Tore. Nun kommt es zum Wiedersehen mit seinem Ex-Klub SC Freiburg, der ihn geprägt hat.

Mitunter benötigen Fußballprofis nach einem Wechsel ihres Arbeitgebers Anlaufzeit. Klub, Mitspieler, Umfeld, Wohnort – viele Veränderungen innerhalb kurzer Zeit. Das bedarf der Anpassung. Ganz anders verhält es sich mit Florian Niederlechner. Im Sommer erst wechselte er vom SC Freiburg zum FC Augsburg. Dort jedoch vermittelt er den Eindruck, als wäre er seit Jahren Bestandteil der Bundesligamannschaft.

Dass er kaum Eingewöhnungszeit benötigt habe, liege an Team und Trainer, meint Niederlechner. Vom ersten Tag an sei es ihm leicht gemacht worden. „Dieses Vertrauen ist wichtig.“ Andererseits hat der 28-Jährige selbst maßgeblich beigetragen: auf dem Rasen mit guten Leistungen, abseits des Platzes mit sympathischen Auftritten.

Erst spät wechselt Niederlechner ins Profilager

Dienstagabend. FCA-Stammtisch unserer Redaktion in Horgau (Kreis Augsburg). Mit Niederlechner als Gast. Der Spieler wird mit seiner offenen Art zum kurzweiligen Abend beitragen, wird auf Oberbayerisch ratschen, wird Autogramme schreiben und Selfies mit kleinen FCA-Fans machen. Er selbst war einmal einer dieser Buben, die von einer Profikarriere träumen, aber nie so richtig daran glauben, es schaffen zu können.

Ein launiger Abend mit Schnupftabak und Florian Niederlechner. Beim Stammtisch unserer Redaktion gab sich der 28-jährige Neuzugang als aufgeschlossener Typ.
Foto: Marcus Merk

Als Jugendlicher machte Niederlechner eine Ausbildung zum Industriekaufmann, nebenbei kickte er höherklassig in Amateurligen. „Mir haben Döner und Pizza geschmeckt“, erzählt Niederlechner mit dem ihm typischen Lächeln. Und fügt hinzu: „Ich hatte kein Gramm Muskelmasse am Körper.“ Spät, erst als 20-Jähriger, wechselte er in den professionellen Bereich, Präsident Manfred Schwabl holte ihn zum Drittligisten Unterhaching. Beim Zweitligisten Heidenheim spielte er sich weiter in den Fokus, Bundesligist FSV Mainz sicherte sich die Dienste des dynamischen Angreifers, der inzwischen ausreichend Muskelmasse mitbrachte.

Sein Trainer damals wie heute: Martin Schmidt. Allerdings, wirft der jetzige FCA-Trainer ein, sei der Mainzer Niederlechner nicht mit dem Augsburger Niederlechner zu vergleichen. „Er ist ein komplett anderer Spieler, eine andere Persönlichkeit. Flo ist in seiner Denke und Herangehensweise reifer geworden.“

In Freiburg wird FCA-Profi Niederlechner zu einem anderen Menschen

Entscheidend dazu beigetragen hat die Zeit beim SC Freiburg. Weil Niederlechner in Mainz nie richtig ankam, ging er den Umweg über die zweite Liga. Zweieinhalb Jahre blieb er beim SC, das hat ihn geprägt. Niederlechner bekennt: „Der Mensch, der ich jetzt bin, wurde ich zum Großteil in Freiburg.“ Im Breisgau erlebte er nicht nur Höhen, bei einem Kniescheibenbruch wurden ihm die Risiken des Profisports aufgezeigt. Zudem vertraute Freiburgs Trainer Streich in der vergangenen Saison anderen Spielern, Niederlechner setzte er seltener ein.

Mit dem FCA stand der 28-Jährige branchenüblich in losem Kontakt. Man kennt sich, plaudert mal. Im Sommer war der Zeitpunkt günstig. Den Umbruch in Augsburgs Mannschaft nutzte Niederlechner für einen persönlichen Neuanfang. Hinzu kamen familiäre Veränderungen. Sohn Felix kam Anfang August auf die Welt, Niederlechner und Frau Melanie wohnen nun näher an der Heimat Hohenlinden (Kreis Ebersberg) – ein netter, auch gewollter Nebeneffekt des Vereinswechsels.

Niederlechner spielt mit viel Selbstbewusstsein

Dass Niederlechners Eingewöhnung derart kurz ausfiel, hat auch mit seinen Auftritten im FCA-Trikot zu tun. Zwei Treffer und zwei Vorlagen steuerte er bislang bei, bisheriger Höhepunkt war sein Treffer gegen Frankfurt: Als er den Ball formvollendet in den rechten Torknick schlenzte. Ein Treffer, der jenes Selbstbewusstsein dokumentiert, mit dem Niederlechner derzeit seinem Beruf nachgeht.

Beim FCA-Stammtisch der Augsburger Allgemeinen stellt sich Stürmer Florian Niederlechner vor der Kamera unseren Fragen.
Video: Florian Eisele

Optimistisch blickt der Angreifer daher dem Wiedersehen mit dem SC Freiburg entgegen (Samstag, 15.30 Uhr). Der Angreifer freut sich auf die Rückkehr und betont: „Ich hatte dort eine unfassbar schöne Zeit.“

Nach Wochen des Suchens und Findens wirkt der FC Augsburg in etlichen Bereichen konstanter, die Voraussetzungen für einen Erfolg scheinen gegeben. Nicht zuletzt wegen eines Florian Niederlechner in Topform.

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